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Patagonia Worn Wear Tour erfolgreich beendet
Patagonia Worn Wear Tour erfolgreich beendet
Redaktion -

Unter dem Motto "Wer seine Kleidung länger trägt, der entlastet die Natur" startete Patagonia am 15. April in München seine "Worn Wear Tour". Mit zwei Trucks wurden 55 Stopps in Europa angesteuert und insgesamt 2033 Kleidungsstücke repariert. Zeit für einen Rückblick und ausführlichen Einblick in das Projekt.

Fotos: Patagonia Inc.

Vom 15. April bis 11. Juni 2016 tourte Patagonia mit zwei Trucks durch Europa, um alte Kleidungsstücke zu reparieren. Es wurden Löcher und Risse geflickt, Zipper ausgetauscht und viele weiter Schäden repariert.

"Es ist ganz einfach: Wenn das gekaufte Produkt nicht ihren Erwartungen entspricht oder etwas daran vor der normalen Verschleißzeit kaputt geht, nehmen wir es zurück. Sie erhalten dann Ersatz oder ihr Geld zurück oder das Produkt wird repariert. Super haltbar und mit einzigartiger Garantie - noch ein Punkt, in dem sich Patagonia-Produkte von anderen unterscheiden." - Patagonia

Die nachfolgende Infografik gibt einen Überblick zur Worn Wear Tour, die vor kurzem in Amsterdam endete.

Patagonia Worn Wear Tour - Infografik Patagonia Worn Wear Tour - Infografik

Die Idee hinter der Patagonia Worn Wear Tour

In der heutigen Zeit werden Menschen immer mehr zu Konsumenten und weniger zu Besitzern, sagt Rose Marcario, CEO von Patagonia. Das Problem in der heutigen Gesellschaft ist die Einstellung, dass man Sachen eher wegschmeißt, als sie zu reparieren. Abgesehen von großen und wertvollen Produkten wie z.B. ein Auto, werden vor allem Produkte aus dem alltäglichen Gebrauch sofort weggeschmissen. Das belastet die Umwelt, erhöht Abfälle sowie Abwässer und steigert die CO2 Emissionen.

Der Unterschied zwischen einem Konsumenten und Besitzer ist, dass Zweiterer eine Verantwortung für sein Produkt übernimmt. Er kümmert sich um die richtige Pflege, Reinigung, Reparatur, Nutzung und Weitergabe, während Konsumenten kaufen, wegwerfen und dann wieder neu kaufen - ökologisch ein riesiges Problem. Natürlich muss man auch erst einmal kaufen, bevor man zum Besitzer werden kann, aber den Unterschied macht der Umgang mit dem Produkt.

Wer seine Kleidung und die Umwelt liebt, der repariert selber oder lässt reparieren. Wer seine Kleidung und die Umwelt liebt, der repariert selber oder lässt reparieren.

Zudem sind natürlich auch Firmen wie Patagonia, die einen großen Wert auf die Ökobilanz ihrer Produkte legen, von wirtschaftlichen Faktoren abhängig, die auch durch den Verkauf von Produkten geprägt ist. Dennoch steht im Mittelpunkt der Strategie, dass die Kleidung möglichst hochwertig produziert wird, lange hält und eben repariert werden kann, falls sie durch intensive Nutzung an ihre Grenzen stößt.

Allein in Nordamerika, wo Patagonia das größte Textil-Reparaturzentrum des nördlichen Kontinents betreibt, werden jährlich ca. 40.000 Instandsetzungen durchgeführt. Zudem gibt es auf der Firmenwebseite sowie auf iFixit 40 kostenlose Reparaturanleitungen für verschiedene Produkte. Den Kunden soll geholfen werden, selbst zu reparieren, Kleidung weitergeben zu können oder im Notfall zu recyceln.

Werde zum Umwelt-Fundamentalisten

Es ist natürlich ein großer Schritt, weg von der heutigen Wegwerfgesellschaft, hin zu individuellen Umwelt-Fundamentalisten und genau hier will Patagonia, unter anderem mit ihrer Worn Wear Tour, ansetzen. Die Menschen sollen ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass jeder Einzelne etwas für unseren Planeten und dessen Schutz tun kann. Jeder, der billigste Artikel kauft und diese wieder wegschmeißt, um wieder neue zu kaufen, schadet der Umwelt. In Anbetracht der aktuellen Lage, den immer weiter schmelzenden Gletschern sowie den vielen weiteren Anzeichen für den Klimawandel, muss ein Umdenken stattfinden. Dieser kann auch im Kleinen beginnen, zum Beispiel mit der Reparatur der eigenen Kleidung.

"Der Wandel kann mit einer Nadel und etwas Faden beginnen" - Rose Marcario, Patagonia CEO

Jeder kann mit ein wenig Bemühung etwas bewegen und für die Umwelt tun. Jeder kann mit ein wenig Bemühung etwas bewegen und für die Umwelt tun.

Auf der nächsten Seite findet ihr inspirierende Geschichten von Outdoor Fans, die ihre Kleidung lieben und pflegen.

Ihr denkt jetzt: Alles schön und gut, aber irgendwie klingt das doch alles sehr nach Marketing?! Kein Problem: Lest euch die nachfolgenden inspirierenden Statements durch und werdet dann selbst zum Umwelt-Förderer: Kauft keine Billigware und repariert eure Kleidung selber!

Fotos: Patagonia Inc.

Tommy Caldwell

Tommy Caldwell mit seinem Nano-Air® Hoody"Ich habe diese Jacke an etwa 200 Tagen im Gebirge getragen. Sie war auf den größten Begehungen dabei, die ich je gemacht habe. Diese Jacke hat mich stets begleitet. Ich finde es super, Kleidung möglichst lange zu tragen, da sie mit jeder Tour wertvoller wird."

Sean Villanueva O’Driscoll

Sean Villanueva O’Driscoll und seine Organic Cotton Boxers"Das sind erstklassige, bequeme Boxershorts, in denen man sich frei und wohl fühlt. Ihre leuchtenden Farben erinnern an sonnige Strände und wärmen zwischen den Eisbergen das Gemüt. Da ich auch viel Rad fahre, war der Hosenboden irgendwann durch. Zum Glück konnte ich ihn mit Klebeband reparieren. Auch im Schritt habe ich die Naht etwas ausgebessert - für zusätzlichen Komfort in diesem Bereich. Ich bin da kein Profi - also habe ich genäht was das Zeug hält. Sie sind noch immer meine bevorzugten Boxershorts. Und wenn es darum ginge, ein nettes Mädchen zu beeindrucken, dann würde ich diese Shorts tragen. So würde ich schnell rausfinden, ob sie aus dem richtigen Holz geschnitzt ist."

Tom Doidge-Harrison

Tom Doidge-Harrison mit seiner Storm Jacket"Meine erste Storm Jacket ist wohl acht Jahre alt und ich habe sie fünf Jahre lang beim Formen und Schleifen meiner Boards getragen – rund 300 schätze ich. So wie sie da hängt bräuchte sie nur Verstärkungen an den Bündchen, um weitere 5 Jahre ihren Dienst zu tun."

Weitere Infos zu Patagonia sowie der Worn Wear Initiative findet ihr auf der offiziellen Webseite.


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