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Enduro One #3 – Heißer Kampf am Dünsberg
Enduro One #3 – Heißer Kampf am Dünsberg
Laurenz Utech -

Am zurückliegenden Wochenende ging der dritte Stopp der Enduro One Serie über die Bühne. Diesmal battelten sich die Rennfahrer am hessischen Dünsberg in einem heißen Fight um wertvolle Sekunden. Wir waren dabei und berichten hier von dem Spektakel.

Direkt am Dünsberg in der kleinen Gemeinde Fellingshausen, etwa 15 Kilometer von Gießen entfernt, fand am vergangenen Wochenende der dritte Lauf der Enduro One Rennserie statt.

Die Event-Area und das Fahrerlager befanden sich, wie schon im Vorjahr, am Fuße des Dünsberges direkt beieinander, was dem Rennen auch diesmal wieder eine besonders entspannte Note verleihen sollte. Entspannt ging es allerdings nur abseits der Stages zu: Beste Wetterverhältnisse und insgesamt acht Wertungsprüfungen sorgten für einen rasanten und engen Fight um die Sekunden, in dem die Racer nichts unversucht ließen um am Ende die Nase vorn zu haben ...

Highspeed und Flow erwarteten die Teilnehmer beim dritten Lauf der Enduro One Serie am Dünsberg. Highspeed und Flow erwarteten die Teilnehmer beim dritten Lauf der Enduro One Serie am Dünsberg.

Staubige & schnelle Stages am Dünsberg

Bevor es für die "großen" Rennfahrer am Samstag zum Training ging, hielt der örtliche Veranstalter AMC Rodheim-Bieber eine ganz besondere Aktion für die "Kleinen" parat: Unter Anleitung von erfahrenen Vereinsmitgliedern wie Marcel Weil und unter dem tosenden Applaus der begeisterten Enduro One Teilnehmer, die in diesem Moment selbst zu Zuschauern wurden, durften die Kleinen sich in einem Kids Race messen - ein tolle Aktion, die sowohl bei den Kids als auch den älteren gut ankam.

Beim Kids Race konnten auch die Kleinen beweisen was sie drauf haben. Beim Kids Race konnten auch die Kleinen beweisen was sie drauf haben.

Bereits während des samstäglichen Trainings gaben sich die Trails trocken und teils staubig, ganz zur Freude der vom Matsch der letzten Runde traumatisierten Teilnehmer. Da man seitens des Veranstalters die letztjährige Stage 3 und Stage 6 in jeweils zwei "neue" Stages aufgeteilt hatte, waren die Streckenverläufe den meisten Teilnehmern bereits bekannt. Eine Hälfte der Wertungsprüfungen befand sich somit komplett am Dünsberg wohingegen die andere Hälfte im Umland verteilt lag. Die abfahrtslastigen Stages 1, 7 und 8, die auch gleichzeitig die Prologstrecke darstellte, durften mit dem Rad trainiert werden, während der Rest nur per Pedes besichtigt werden durfte.

Die Aktion für die Kids begeisterte sowohl die kleinen als auch die großen Mountainbiker. Die Aktion für die Kids begeisterte sowohl die kleinen als auch die großen Mountainbiker.

Die Nummer 1 und 7 starteten beide an der Spitze des Dünsbergs und zeichneten sich durch einen kurvigen jedoch schnellen Streckenverlauf aus. Stage 7 war zudem gespickt mit zwei Holzsprüngen von denen beide bereits im Training erste Opfer forderten. Man entschied sich schließlich seitens der Veranstalters AMC Rodheim-Bieber und des Organistors Baboons einen der zwei Sprünge, welche beide katapultartige Kräfte entwickeln konnten, wenn man den Absprung nicht richtig im Griff hatte, herauszunehmen. Die achte Stage war ein fast pfeilgerader Singletrail der gespickt mit einem kleinen Weg-Gap und ein, zwei Schikanen in die Zieleinfahrt schoß. Die restlichen Stages zeichneten sich allesamt durch sehr tretlastige aber trotzdem technisch fordernde Streckenverläufe aus, sodass keine Langweile bei den Racern aufkam.

Erstes Kräftemessen - Der Prolog

Samstag Nachmittag stand wie immer als erstes Kräftemessen und zur Ermittlung der Startreihenfolge im Rennen der Prolog auf dem Programm. Hier ging es über die, um einen kleinen Sprint verlängerte, Stage 8 hinab in den Start- und Zielbereich. Auf der kurzen Strecke galt es wenig bis gar nicht zu bremsen und möglichst permanent zu treten. Dies gelang Tanja Naber (Haibike Enduro Crew) und Marco Holzschuher (29er-Racing/BSB Bayreuth) augenscheinlich am besten - sie durften den Tag als Schnellste beenden und sollten auch am Renntag jeweils nicht leer ausgehen.

Wer sie in den Griff bekam, konnte satt Airtime an den Holzsprüngen sammeln. Wer sie in den Griff bekam, konnte satt Airtime an den Holzsprüngen sammeln.

Enduro One am Dünsberg - Das Rennen

Der Renn-Sonntag wartete dann erneut mit blauem Himmel und Sonnenschein auf und die Fahrer erwarteten noch trockenere Streckenverhältnisse als am Vortag. Es versprach also ein spannender Shoot-Out auf den insgesamt acht zu absolvierenden Stages zu werden.

Auf der kurzen Prologstrecke war hauptsächlich Highspeed angesagt. Auf der kurzen Prologstrecke war hauptsächlich Highspeed angesagt.

Zum Ärger vieler Teilnehmer sollten am Schluss jedoch nur sieben der acht Stages gewertet werden. Auf der tretlastigen und sehr langen Stage 2, die wegen eben dieses Charakters ein Favorit unter den Racern war, kam es nämlich durch fehlendes Course-Taping an einer Abzweigung gehäuft dazu, dass Fahrer den Kurs schnitten und sich dadurch einen Vorteil von etwa 25 Sekunden verschafften. Dies viel bereits früh im Rennverlauf auf und hinterließ einen faden Geschmack im Mund der Teilnehmer, war es doch bereits im letzten Jahr ebenfalls diese Stage, die aufgrund von fehlgeleiteten Wanderern auf der Strecke gecancelt werden musste. Und das Thema Course-Taping war damit leider noch nicht beendet: Auf der finalen Stage war bereits nachdem die ersten - und damit in der Regel auch die schnellsten - ca. 20 Fahrer im Ziel waren, das Tape an der so ziemlich einzigen Kurve auf dem sonst pfeilgeraden Singletrack zu Boden gerissen und deutlich überfahren worden. Des weiteren kursieren Berichte von Teilnehmerinnen und Teilnehmern, dass eine Kurvenkombination, die als Schlüsselstelle im oberen Teil der ersten Stage galt, im späteren Rennverlauf für die vermeintlich schwächeren Fahrer (und somit auch die, die im Prolog gepatzt haben sonst aber schnell unterwegs sind), auf Anweisung der Streckenposten in einer geraden Linie komplett umfahren werden durfte und sollte.

Die Stages am Dünsberg waren besonders physisch fordernd. Die Stages am Dünsberg waren besonders physisch fordernd.

Solche Course-Taping Schwierigkeiten kennt jeder Enduroracer und -veranstalter sicher, und sie völlig auszumerzen ist wahrscheinlich unmöglich. Wie man als Fahrer und als Veranstalter damit umgehen sollte, ist jedoch klar und gebietet die sportliche Fairness.

Abgesehen von diesen Vorfällen und einigen Stürzen während des Rennens, die unseres Wissens nach jedoch alle glimpflich ausgegangen sind, hielt das Rennen nur noch Spaß und Speed parat, ganz zur Freude der zahlreich anfeuernden Zuschauer. Am Schluss waren es der frisch gekürte Deutsche Meister im Enduro Christian Textor und die stark fahrende Tanja Naber, die zum ersten Mal seit langem die Vorherrschaft der Vorjahressiegeren Kristien Nelen stürzen konnte, die das Rennen am Dünsberg für sich entscheiden konnten.

Neu war in dieser Runde, dass jeder Racer im Ziel, neben dem obligatorischen Zwanni Transponderpfand, auch einen Ausdruck seiner Zeiten in die Hand gedrückt bekam. Dies eröffnete das "Rennen im Rennen" für alle Fahrer und es war einfach nur großartig mit anzusehen wie sich alle Buddies in Grüppchen zusammen fanden und bei einem After-Race-Beer munter Zeiten verglichen - das ist Enduro.

Enduro One Dünsberg - Ergebnisse

E1 Pro

  1. Christian Textor (Team BULLS Gravity) - 9:31.59
  2. Matthias Wengenroth (trickmeetstrail Mountainbikeschule) - 9:38.20
  3. Andre Kleindienst (Bergamont Hayes Faktory Team) - 9:50.10

Das Podium der Pros beim dritten Lauf der Enduro One Serie am Dünsberg. Das Podium der Pros beim dritten Lauf der Enduro One Serie am Dünsberg.

E1 Woman

  1. Tanja Naber (HAIBIKE ENDURO CREW) - 11:54.78
  2. Kristien Nelen (Team Fietsshop Uitgeest) - 11:57.22
  3. Hilke Grosse (kein Team) - 12:09.24

Die schnellsten sechs Damen am Düsnberg. Die schnellsten sechs Damen am Düsnberg.

E1 Sport

  1. Till Jungmann (MTB Team Schaumburg) - 10:01.58
  2. Leopold Barich (HSG-Mittweida) - 10:15.55
  3. Florian Brunda (kein Team) - 10:20.39

Das Podium der Amateure beim dritten Stopp der Enduro One Serie am Dünsberg. Das Podium der Amateure beim dritten Stopp der Enduro One Serie am Dünsberg.

E1 Senior

  1. Christian Hees (Moustache Enduro Racing WW) - 10:18.10
  2. Felix Schuldt (Kein Team) - 10:18.31
  3. Marcel Weil (AMC Rodheim-Bieber/ Delta-Bike.de TEAM) - 10:20.40

Die schnellsten Senioren beim Enduro One Lauf am Dünsberg. Die schnellsten Senioren beim Enduro One Rennen am Dünsberg.

Die kompletten Ergebnisse aller Klassen findest du auf der Enduro One Homepage.

Als nächstes geht es in zwei Wochen ins Fichtelgebierge an den Ochsenkopf, wo die Enduro One Teilnehmer etwas ruppigeres Terrain erwartet. Wir sind schon gespannt wer sich diesmal an die Spitze fährt und werden euch selbstverständlich wieder hier davon berichten!

 

Text: Laurenz Utech

Bilder: Nico Gilles/Baboons

 


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