vergrößernverkleinern
Eurobike 2016: Project Disconnet – Canyon dreht durch
Eurobike 2016: Project Disconnet – Canyon dreht durch
Laurenz Utech -

Auf der 25. Eurobike in Friedrichshafen gibt es bekanntlich viele Neuheiten und innovative Ideen zu sehen. Doch was wir am Stand des Koblenzer Versenders Canyon gefunden haben, sprengt alle Register. Im folgenden Beitrag findest du heraus, worum es beim Project Disconnect geht.

Wir trauten unseren Augen und Ohren nicht, als der freundliche Canyon Mitarbeiter uns das völlig abgefahrene Konzept des Project Disconnect erklärte. Eine Nabe, dessen Freilauf sich per Remote ausschalten lässt, um Pedalrückschlag und Negativeinwirkung des Antriebs auf die Federungsperformance des Bikes zu neutralisieren? Das gibt's doch gar nicht? Doch, und zwar bei Canyon auf der Eurobike 2016 - völlig durchgedreht.

Canyon präsentiert auf der Eurobike 2016 eine Hinterradnabe für den Downhilleinsatz, dessen Freilauf sich per Remote ausschalten lässt. Canyon präsentiert auf der Eurobike 2016 eine Hinterradnabe für den Downhilleinsatz, dessen Freilauf sich per Remote (verläuft durch die gelbe Leitung) ausschalten lässt.

Project Disconnect - Perfekte Federungsperformance per Remote

Im Hochleistungssektor des Downhillsports geht es um Hundertstel einer Sekunde, ja um Tausendstel. Genau deshalb entwickeln Hersteller immer wieder neue Innovationen um ihr Material zum schnellsten und somit besten in der Branche zu machen. Canyon Bikes haben zu Beginn dieser Saison ihren neuen Downhiller, das Sender gelauncht, welchem man diesen Anspruch schon sehr anmerkt. Nun setzen die Koblenzer noch einen drauf und präsentieren auf der diesjährigen Eurobike eine ferngesteuerte Hinterradnabe, an der sich der Freilauf per Hebelzug ausschalten lässt.

Erstmal ein völlig gewohntes Bild: Downhillbike, Hinterradnabe und eine Kasette die auf dem Freilaufkörper steckt ... Erstmal ein völlig gewohntes Bild: Downhillbike, Hinterradnabe und eine Kasette die auf dem Freilaufkörper steckt ...

... und hier wird's dann abgefahren: Per Remotehebel lässt sich der Freilauf und somit der Antrieb des Fahrrads ausschalten! ... und hier wird's dann abgefahren: Per Remotehebel lässt sich der Freilauf und somit der Antrieb des Fahrrads ausschalten!

Der große Vorteil, der sich durch dieses System ergibt, liegt zwar auf der Hand, zum tatsächlichen Begreifen des Ganzen hilft die Demonstration am Stand von Canyon jedoch nochmal enorm: Das Project Disconnect wird anhand eines Canyon Senders demonstriert, welches mit frei schwebendem Hinterbau an einer Wand montiert ist. Mit einem Schalter wird das volle Einfedern des Hinterbaus demonstriert und der Pedalrückschlag wird klar sichtbar. Betätigt man den Remotehebel, so wird der Freilauf und somit auch der Antrieb augenblicklich ausgeschaltet und vom Hinterbau entkoppelt. Der Hinterbau kann sich jetzt, völlig losgelöst von jeglicher Negativeinwirkung durch den auf Spannung stehenden Antrieb, frei bewegen und seine optimale Federungsperformance entfalten. Und genau hier könnten somit wertvolle Hundertstel in den Stein- und Wurzelfeldern des World Cups gewonnen werden.

An dieser Stelle fragen wir uns also nur noch zwei Dinge:

1. Was passiert wenn man mit voller Kraft pedalieren möchte aber vergessen hat den Freilauf wieder einzuschalten, beziehungsweise wer ist in der Lage dazu stets und in jeder Situation daran zu Denken? (Canyon Entwicklungsfahrer und Downhill-Legende, Fabien Barel scheint dies zu können und ist ein großer Befürworter des Projekts)

Und 2. Wen wird Canyon in der kommenden Saison auf dem Sender und vielleicht ja auch mit dem Project Disconnect System in den World Cup schicken?

Fragen, die nur die Zukunft beantworten kann. Solange bleibt das wagemutige aber auch sehr innovative System von Canyon in der Testphase, und man möchte weiter an einer Art Automatisierung des Bedienungsprozesses arbeiten. Wir sind gespannt und halten euch selbstverständlich hier über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden!

 

Text & Bilder: Laurenz Utech


Mehr MTB News findet ihr auf PRIME Mountainbiking

© Primesports.de

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel