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Das Geheimnis des auf hoher See verschollenen Surfers
Das Geheimnis des auf hoher See verschollenen Surfers
Stephan Bernhard -

Letzte Woche wurde berichtet, dass ein Surfer sechs Kilometer vor der Küste Australiens von der Mannschaft eines Frachters gerettet wurde. Nun kommt heraus, dass der Mann vielleicht gar nicht gerettet werden wollte.

Um wen geht es?

Um einen japanischen Surfer, der zur Zeit von Spot zu Spot an der australischen Küste pilgert. Sicher ist, dass der Surfer, der Toru heißt, letzte Woche die Nacht von Donnerstag auf Freitag auf dem Meer verbrachte. Am Morgen wurde er dann von einem Frachter aus gesehen und an Bord geholt. Kaum war dieser Vorfall aber bekannt geworden, wurden in der Surfszene von Wollongong Zweifel laut. Denn an dem Tag waren die Wellen winzig, und niemand konnte sich vorstellen, dass ein Surfer von der Strömung bis zu sechs Kilometer auf das Meer hinausgezogen werden könnte. Manche dachten an Drogendeals, andere an eine illegale Einwanderung und wieder andere verdächtigten Aliens. Doch anscheinend war es ganz anders.

Das australische Web-Surfmag Swellnet.com bringt nun Licht ins Dunkle Das australische Web-Surfmag Swellnet.com bringt nun Licht ins Dunkle.

Was wirklich geschah

Die Auflösung der Geschichte ist dem australischen Journalisten Stuart Nettle zu verdanken, der selbst Surfer ist und nach einer Session einen Japaner am Strand sah, der dem Geretteten verblüffend ähnlich sah. "Zuerst wollte er auch nicht zugeben, dass er es war, über den die ganze Welt berichtet hatte", erzählt Stuart. Nach etwas Zureden sprach Toru dann aber doch über seine Rettung. "Die Wellen waren klein an diesem Tag, ich paddelte raus, saß lange auf meinem Board", beginnt die Geschichte. "In dieser Nacht sollte es Vollmond geben, also beschloss ich zu beobachten, wie der Mond langsam erschien. Es war sehr schön da draußen, und ich wollte die Natur fühlen, also beschloss ich, auch noch den Sonnenaufgang zu beobachten. Dann sah ich irgendwann dieses riesige Schiff und paddelte darauf zu. Als die mich dann aber retteten, war mir das extrem unangenehm. Ich hatte Angst, dass ich der Crew unnötige Arbeit bereitet hatte." Oder kurz: Er war die ganze Nacht da draußen auf dem Meer, weil er Lust darauf hatte, und eigentlich hätte er gar keine Hilfe gebraucht.

So lebt Toru momentan direkt vor dem Spot Sandon Point. Credit: Swellnet.com So lebt Toru momentan direkt vor dem Spot Sandon Point. Hinter ihm liegt auch das Board, auf dem er bei seiner Rettung saß. Credit: Swellnet.com

Kling etwas komisch

Oder zumindest etwas ungewöhnlich, aber Toru scheint auch ein eher ungewöhnlicher Charakter zu sein. Denn im Moment lebt er in seinem Zelt direkt am Strand und campt dort ganz alleine, um bei Sonnenaufgang immer als Erster im Lineup zu sein.



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