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Die 12 besten Parkski 16/17 im Test
Die 12 besten Parkski 16/17 im Test
Roman Lachner -

Wie es sich gehört, haben wir letzten Winter wieder fleißig getestet – und zwar die besten 12 Parkski in der Silvretta Montafon. Bei frühlingshaften Temperaturen und Sonnenschein während der gesamten Testwoche hatten wir zumindest für die Park-Modelle optimale Bedingungen, um diese im Snowpark Montafon auf dem Hochjoch auseinanderzu­neh­men.

Jürgen Nigg im Snowpark Montafon ©Roman Lachner Jürgen Nigg im Snowpark Montafon ©Roman Lachner

Was ist also generell zu den schmalsten Twintips aller Brands zu sagen? War diese Kategorie noch vor Jahren das Aushängeschild jedes Core-Labels und alteingesessener Marken, die sich etwas verjüngen wollten, scheint es momentan so, als ob die Freestyle-Modelle etwas an Reiz verloren hätten. Dies mag maßgeblich der Tatsache geschuldet sein, dass beinahe alle Firmen auf den Touren-Bereich setzen und für diesen teure, leichte und gleichzeitig stabile Modelle produzieren wollen. So ist es auch zu erklären, dass sich in der Kategorie Park-Modelle in den letzten beiden Jahren relativ wenig getan hat und wirkliche Neuerungen ausgeblieben sind. Somit unterscheiden wir nach wie vor eher harte Kicker-Spezialisten und weichere Jib-Geräte.

Tom Kobel im Snowpark Montafon ©Roman Lachner Tom Kobel im Snowpark Montafon ©Roman Lachner

Erstere zeichnen sich mittler­weile durch eine Breite von 85 Millimetern bis zu 95 Millimetern aus – Skibreiten also, die früher typisch für reinrassige Backcountry-Ski waren. Bei der ak­tuellen Marschrichtung im Free­skiing ist diese Ent­wicklung aber nicht verwun­derlich, schließlich reagieren etwas breitere Ski­mitten nicht so nervös bei Inrun und Landung wie eben schmale Modelle, die eher an Carving-Ski erinnern. Neben den Air-Time-Fetischisten gibt es noch die Jib-Fraktion, ihres Zeichen eher auf Metall und anderen skifeindlichen Materialien unterwegs. Um möglichst wendig auf Rails zu sein, empfehlen sich für diese Spezies eher ein etwas wei­cherer, homogener Flex und eine schmalere Taille.

Das alles sind Charakteristika eines agilen Park-Skis. Alles in allem lässt sich aber konstatieren, dass Anfänger und leichte Fahrer ebenfalls zu den weicheren Ski tendieren sollten, da diese schon mal den einen oder anderen Fehler verzeihen. Für alle anderen ist die Skiwahl in erster Linie eine Frage des Geschmacks sowie des bevorzugten Einsatzbereichs.

 

 

Hier geht's direkt zu den zwölf Modellen:

4frnt Wise

Testlänge: 177 cm

Dass die Vorzeichen bei David Wise’ Pro-Model auf massig Air Time stehen, braucht man hier wohl nicht extra zu erwähnen oder? Nach seinen X-Games- und Dew-Tour-Goldmedaillen hat sich der Hobbyjäger auch den ersten Platz in der olympischen Halfpipe von Sotschi geholt. Dass sich das 4Frnt-Freestyle-Aushängeschild aber auch abseits von gigantischen Halbröhren wohlfühlt, hat er mit seinem Höhenrekord an der Hip der letztjährigen Nine Knights bewiesen. Unterstützend bei Höhenflügen 14 Meter über dem Coping wirkt da sicher der stramme Flex seines Pro-Models, das klassisch ohne Tip & Tail Rocker daherkommt und äußerst satt auf der Kante steht, egal ob es sich um eine eisige Halbröhre, Corner, massive Booter oder einfach nur harte Pisten handelt. Dennoch hat man nie den Eindruck, sich eine starre, gefühlsarme Holzplanke unter die Skistiefel geschnallt zu haben, denn trotz seiner eher harten Biegelinie lässt sich der Twintip noch erstaunlich easy und beinahe spielerisch handeln. Klar, wer ein Gerät zum Eisenbearbeiten sucht, der ist mit jib-orientierteren Modellen sicherlich besser bedient. Rider, die auf Geschwindigkeit auf der Piste und Sicherheit bei schnellen Inruns stehen, haben mit dem „Wise“ jedoch den perfekten Segler am Fuß.

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Webseite: 4frnt.com

Armada ARV 96

Testlänge: 177 cm

Für den bevorstehenden Winter haben die Amerikaner die legendäre „ARV“-Serie wiederbelebt, mit der sie damals frisch und vollkommen unkonventionell den etwas eingestaubten Skimarkt revolutio­nierten. Diese kommt mit drei Modellen daher, wobei der 96er die Mitte dieses Trios bildet und somit als absoluter All­roun­der in unserem Test punkten konnte. Besonders seine spielerische Perfor­mance, die der Twintip über einen großen Geschwindigkeitsbereich abrufen kann, macht den „ARV 96“ zu einem Ski für jede Situation. Diese breite Einsatzmöglichkeit haben die Konstrukteure durch die Verbindung eines leichten Holzkerns mit Carbon-Kev­lar-Verstärkungen erreicht. Um die agile und gleichzeitig stabile Fahrweise zu unterstützen, wurde dem Tip Rocker zusätzlich ein kleiner Taper verpasst, der den Ski auf hartem Untergrund reaktionsschnell steuern lässt. In weicherem Schnee verleiht die längere Kante die notwendige Spurtreue. Wo liegen also die Schwächen des Allrounders? In Grunde kann man bei diesem Ski nicht von Defiziten sprechen, da er sich nur Spezialisten in deren Terrain geschlagen geben wird. Wer also einen Ski für die komplette Saison sucht und mit diesem Arbeitsgerät den ganzen Berg beackern will, sollte mit dem „ARV 96“ umherpflügen.

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Webseite: armadaskis.com

Atomic Infamous

Testlänge: 176 cm

Der „Infamous“ ist inzwischen schon ein alter Hase im Park-Business – besser gesagt die Park-Ratte der österreichischen Ski­schmiede. Dabei liegen die Vorzüge dieses Twintips liegen klar auf der Hand. Wo bekommt man schon eine Free­style-Latte für 260 Euro, die alles mitbringt, was man von einem soliden und wendi­gen Park-Ski erwartet? Um eine tadellose Performance zu garantieren, stand Kiwi-Legende Jossi Wells bei der Konstruktion des ersten „Infamous“ kreativ zur Seite, der dann 2013 das Licht der Welt erblickte. Seither wurde der Twintip kontinuierlich weiterentwickelt, um immer am Puls der Zeit zu bleiben, ohne seinen charakteristischen soften Flex und seine hohe Belastbarkeit einzubüßen.

Denn dank der widerstandsfähigen Step-down-Sidewall-2.0-Konstruktion und des robusten Light Woodcore aus Pappelhoz bleibt er bei jedem Tempo ruhig und selbst lange Slides auf dem Metall steckt er unbeeindruckt weg. Sein optimierter Park-Rocker an Tip und Tail halten ihn bei Takeoff und Landung perfekt auf Kurs. Ein Verschneiden wird dabei durch den engeren Radius direkt unter der Bindung und die weiteren Radien an den Skienden verhin­dert. Mit 86 Millimetern an der Taille bleibt der „Infamous“ aber ein reinrassiger Park-Ski. Hier spielt er seine Stärken gekonnt aus.

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Webseite: atomic.com

Caravan SB 100

Testlänge: 183 cm

Die wenigsten von euch dürften wohl die junge Marke Caravan Skis aus Montana kennen. Um ehrlich sein, waren uns die stylishen Latten auch kein Begriff, bis uns Dr. Steinbach, Facharzt für exotische Brands und Hirte der Münchner Black­sheeps Crew, einmal mehr eines seiner neuesten Lämmchen in die Hand drückte und wir es uns unter die Hufe packen durften. Und was wir dann im Montafon über den morgendlichen Harsch und nachmittäglichen Slush im Park jagten, gefiel uns. Man spürt definitiv die Lei­den­schaft, die Caravan in jedes ihrer Hand­made-Modelle stecken. Dabei generiert der eher stramm ausgelegte Flex in Ver­bin­dung mit der 100 Millimeter breiten Taille und dem langen 22-Meter-Radius extrem viel Spurtreue.

Hierbei bleibt der „SB 100“ aber angenehm agil, ohne schwerfällig auf der Kante hängen zu bleiben – ein Fun Ski, wie ihn die Crew aus Montana selber beschreibt. Die robuste Verspieltheit haben die Konstrukteure durch die Kom­bi­nation eines leichten Bambus-Holzkerns mit einer harten und strapazierfähigen Basaltfaser erreicht. Bleibt nur noch zu sagen, dass sich Caravan auch noch der Nachhaltigkeit verschrieben haben und bei der Produktion all ihrer Skier auf toxi­sche Epoxidharze verzichten Wir vergeben ein Sternchen ins Hausaufgabenheft.

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Webseite: caravanskis.com

Faction CT 2.0

Testlänge: 178 cm

Seit der „One of Those Days“-Reihe ist Candide Thovex bekannter denn je. Welcher Pro könnte sonst schon von sich behaupten, mit Edits, die größtenteils in zer­franstem Gelände stattfinden oder teil­weise gleich komplett ohne Schnee auskommen, auf Youtube mehr als 20 Mil­lio­nen Klicks zu generieren? Wir verneigen uns jedenfalls ehrfürchtig vor dem fran­zö­si­schen Großmeister. Wie der Name schon sagt, hatte der La-Clusaz-Local bei der Konstruktion des „CT 2.0“ seine magi­schen Händchen mit im Spiel. Für 2017 hat der Twintip einen neuen Kern bekommen. Dieser ist jetzt aus leichterer Pappel und ro­bus­ter Buche verleimt. Mit diesem Up­grade haben die Konstrukteure noch etwas Gewicht eingespart, was den Ski noch spielerischer erscheinen lässt.

Natürlich tragen auch die deutlichen Rocker an den Skienden und der mittelharte Flex dazu bei, dass der „CT 2.0“ erstaunlich wen­dig performt. Leichtgewichte wie Can­dide haben mit diesem Ski den ulti­mativen Allrounder am Fuß – Normalos aus der Ü80-Kilo-Fraktion hingegen einen viel­sei­ti­gen Park-Ski, der auch kurze Ausflüge ins Gelände ohne Murren mitnimmt. Wer tiefer ins Hinterland eintauchen will, sollte sich an die breiteren Modelle von Can­dides Pro-Kollektion halten. Welchen genau, erfahrt ihr in der nächsten Ausgabe.

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Webseite: factionskis.com

Fischer Nightstick

Testlänge: 181 cm

Wer hat den Slopestyle der Olympischen Jugendspiele 2016 in Lillehammer ge­won­nen? Birk Ruud. Und was fährt der Norweger? Einen Fischer „Nightstick“! Was soll uns das nun sagen? Zumindest so viel, dass Fischer zweifelsohne einen wett­kampftauglichen Twintip in den Rega­len stehen hat und wieder in die Jugend investiert. Wer sich schon länger in der Free­ski-Szene herumtreibt, weiß, dass dies bei Fischer nicht immer der Fall gewesen ist. Aus diesem Grund bewerten wir diese Entwicklung schon einmal als positiv. Doch auch bei unserem Test in Saal­bach wusste der „Nightstick“ zu über­zeugen – in erster Linie durch seine robuste Bauweise.

Um den leichten und dennoch stabilen Holzkern aus Pappel und Buche zu versteifen, wurde dem Ski eine Carbon-Lage spendiert. Damit auch auf Rails, Eis oder Beton beim „Nightstick“ nichts anbrennen kann, wurden dem Real Twintip ein extra dicker Belag und breitere Kanten spendiert. Wir rechnen also zusammen und kom­men zu folgendem Test-Endergebnis: Der Fischer ist ein dynamischer und sport­licher Park-Ski, der sich auf größeren Kickern äußerst wohlfühlt. Robust und eher stramm im Charakter nimmt er es mit spielerischen Obstacles auf – wenngleich ein wenig spaßbefreit, weil ihm der agile Pop etwas abhanden gekommen ist.

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Webseite: fischersports.com

K2 Poacher

Testlänge: 184 cm

Nachdem es in den letzten Jahren in der Kollektion des Factory-Teams von K2 eher über­sichtlich zuging, was die Entwicklung von neuen Modellen anging, haben sich die Jungs aus Seattle einen kräfti­gen Schluck aus der Kreativitäts-Bottle genehmigt und gleich mehrere Freestyle-Latten aus ihrer Werkstatt entlassen. Einer dieser Neulinge ist der „Poacher“, der in Zusam­men­arbeit mit den Urban Gangsters Clayton Vila und Sean Jordan entstanden ist. Die Pros haben sich einen Ski an den Fuß schneidern lassen, der unzerstörbar über Eisen, Holz und Beton knattert.

Diese Unverwundbarkeit haben die Jungs aus der Stadt des Grunge mit einer zusätzlichen Carbon-Wicklung erreicht, die dem Ski zudem einen recht steifen Flex beschert. Im Zusammenspiel mit den gut ausgeprägten Rockern an Tip und Tail wirkt die stramme Bauweise nicht mehr sperrig, sondern erhält dem „Poacher“ einen angenehmen Pop. Somit zeichnete sich der Twintip als gierige Jib-Maschine aus, punktete aber gleichzeitig mit einer tollen Allround-Tauglichkeit, denn mit seiner Steifigkeit und der kurzen Kante wusste der K2 auch abseits des Parks zu überzeugen. Spaßige Carve-Einlagen auf der morgendlich harten Piste bleiben uns da in Erinnerung. Summa summarum: einer der besten Skier im Test!

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Webseite: k2skis.com

Lib Tech Backwards

Testlänge: 178 cm

Eigentlich hätte Lib Tech gar nicht am Skitest teilnehmen dürfen, schließlich produziert die Brand keine Skier, sondern NAS (Narrow Ass Snowboards). Auch wenn wir diese ironische Spielerei außer Acht ­lassen, gehen die Jungs aus Washington ihren ganz eigenen Weg und halten sich nicht an gängige Normen aus dem Skibau. Dies wird schon bei einem flüchtigen Blick auf die Kante deutlich, die beim „Backwards“ wie bei allen anderen Modellen von Lib Tech leicht gewellt ist. Diese Magne-Traction-Technologie haben die Konstrukteure von den Snowboards auf die Skikollektion transferiert.

Durch das geschwungene Design der Outline soll der Ski auf eisigem Unter­grund besser greifen. Hierzu hätten wir einen baugleichen Ski von Lib Tech be­nötigt, der eine klassische Kante besitzt – hatten wir nicht. Somit bleibt hier eine Auswertung offen. Was aber weiterge­ge­ben werden kann, ist die Tatsache, dass der Ski durch die Kombination aus Tip & Tail Rocker, leichtem Holzkern und Fiber­glas­ver­stärkung gleichermaßen spurtreu und verspielt im Schnee performte. Kein Wunder also, dass sich Tahoe-Shredder Colby Albino den „Backwards“ an die Boots schraubt, wenn er im Park seine Runden dreht. Am Schluss müssen wir noch loswerden, dass bei Lib Tech absolut auf Nachhaltigkeit gesetzt wird.

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Webseite: lib-tech.com

Line Tom Wallisch Pro

Testlänge: 178 cm

Und da war es, das Pro-Model von Freestyle-Legende Tom Wallisch. Kein Wunder also, dass der Twintip im Snowpark Montafon öfter auf die Rails und Boxen gepflanzt wurde als irgendein anderer Testski während unserer Woche auf dem Hochjoch. Entsprechend „hoch“ waren da natürlich die Erwartungen der beteiligten Pros. Um es vorwegzunehmen: Der „Wallisch“ blieb nichts schuldig. Für den Neuling wurden die bestehenden Leisten des „Chronic“ und des schmaleren „Tiger­snake“ in den Mixer geworfen und ein Modell entwickelt, das sich mit seinen 90 Millime­tern unter der Sohle genau zwischen seinen beiden Genspendern einreiht. Vom „Tigersnake“ wurde zudem noch die ge­wichts­reduzierte Bauweise von Tip und Tail übernommen, um die Schwungmasse bei technischen Tricks herabzusetzen.

Line-typisch kommt der Flex daher, zumindest jenseits der Rocker, was dem Ski einen super-buttrigen Pop verleiht. Zur Skimitte hin erhöhen Carbon-Stringer auf dem ver­leimten Ahornkern die Steifigkeit, um beim Inrun auf massive Booter oder auch in der Transition einer Pipe die notwendige Sta­bi­lität zu bieten. Seine absolute Stärke spielt der „Wallisch“ – wie sollte es anders sein? – auf Rails, Boxen und Jibs aus. Hier kommt sein verspielter Charakter am besten zum Zuge. Well done, Line!

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Webseite: lineskis.com

Movement Team

Testlänge: 181 cm

Keep it simple. Das haben sich die Kon­strukteure der Movement Task Force wohl gedacht, als sie mit der Aufgabe konfron­tiert wurden, einen neuen Park-Ski zu entwickeln. Dass der „Team“ aber nur in einer Länge angeboten wird, grenzt schon fast an Arbeitsverweigerung, sollte man meinen. Nein, so ist es natürlich nicht, denn der Ski wurde, wie der Name ver­mu­ten lässt, den Teamridern gewidmet. Und die sind bekanntermaßen auf einem höheren Niveau unterwegs, zumeist über den Stimm­bruch hinaus und gehen daher mit ausreichend Power ans Werk. Unnöti­ger Schnickschnack wurde somit außen vor gelassen, sodass ein puristischer und äußerst sportlicher Twintip das Licht der Welt erblickte. Dieser kommt oh­ne Rocker daher und generiert in Kombi­nation mit seinem strammen Flex einen so­li­den ­Race-Charakter.

Der „Team“ spielt somit ­seine Vorteile auf Kickern aus – je größer des­to besser. Hier lassen sich die Tricks ex­trem lässig ancarven, wobei es keine Rolle zu spielen scheint, ob man normal oder switch auf die Abschussrampe ballert. Mit dieser kompromisslos auf Air Time ausge­leg­ten Bauweise lässt sich der „Team“ im Ver­gleich zu vielseitigeren Park-Modellen natürlich etwas schwerfälliger im Jib-Modus bewegen. Man kann eben nicht alles haben.

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Webseite: movementskis.com

RMU Apostle 98

Testlänge: 185 cm

Mit dem „Apostle“ hatten wir beim Test so unsere Probleme – aber nicht mit seiner Performance, sondern eher weil sich der Ski nur schwer in eine der von uns vorgegebenen Kategorien zwängen lassen wollte. Als Freerider zu ­schmal, als Backcountry-Spielzeug zu wenig Tail Rocker und als reines Park-Modell ein etwas zu flaches Tail. Wer jetzt eins und eins zusammenzählt, kommt relativ schnell zu dem Ergebnis, dass der RMU ein absolu­ter Allrounder sein muss, und genau so ist es auch. Dabei folgt der Neuling in der RMU-Range der Bauweise des „North ­Shore“, die sich vom klassischen Fünf-Punkt-Shape abhebt und durch einen neuen Tip Rocker den Ski im Powder noch leichter aufschwimmen lässt. Dadurch wirkt der „Apostle“ breiter, als er für seine 98-Millimeter-Skimitte sein dürfte.

Woh­ler fühlt sich der Allrounder jedoch in Pis­tennähe. Hier mutiert er im zerfahrenen Gelände oder im Sulz wegen seines stram­men Flex und des Early Rise zum abso­luten Jib Tool und lässt sich auf weiche­rem Untergrund wunderbar carven. Auch im Park hat man mit dem RMU Spaß, solange man sich auf Tricks der Kategorie „Style“ beschränkt und lieber vorwärts als rückwärts landet. Ein Ski also für den ganzen Winter – so lange hält diese solide Handmade-Waffe 100-prozentig durch!

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Webseite: rockymountainunderground.eu

Völkl Revolt

Testlänge: 181 cm

Mit dem Slogan „Park is the whole mountain“ hätte man letzte Saison schon erahnen können, wo mit dem Twintip von Völkl die Reise hingehen soll. Wenn man jetzt noch weiß, dass Ahmet Dadali als Mastermind bei der Abstimmung des „Revolt“ maßgeblich seine kreative Urban-Ader ausgelebt hat, dann ist eines klar: Dieser Ski ist eine absolute Spaß-Rakete – und das nicht nur im Park, sondern dank seiner 95-Millimeter-Taille auch abseits der künstlichen Schneegebilde in den Funparks. Die zweite Generation des „Revolt“ kommt unverändert aus dem Sommerschlaf, was die tolle Performance des Skis in keinster Weise schmälert, denn im Test heimste die Latte reihenweise Bestnoten ein.

Der Mix aus weicheren Butter-Zonen an den moderaten Rockern und der eher stramm ausgelegten Vorspannung rüstet den „Revolt“ nämlich für alle Spiel­arten unseres Sports – genau so, wie sich ein Herr Dadali auf Skiern zu bewegen pflegt. Vormittags den frischen Neuschnee neben der Piste zerfetzen, bis der Park wieder auf Vordermann gebracht ist, dann bis zum Betriebsende die Laps auf den Park-Obstacles abspulen und schließlich sich im Schutze der Nacht an kranken Urban Spots zerstören. All das macht der „Revolt“ dank seiner Carbon-Stringer mit. Viel Spaß wünschen wir euch!

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Webseite: voelkl.com



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