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Danilo Barthel
Danilo Barthel spielt seit 2011 bei den Fraport Skyliners © imago

München - Frankfurts Danilo Barthel will erst den Europapokal holen, dann ein BBL-Schwergewicht ausschalten. Im SPORT1-Interview spricht er auch über eine EM mit Dirk Nowitzki.

Die Bayern besiegt, den Europapokal zum Greifen nah: Fünf Tage nach der furiosen Aufholjagd gegen den Deutschen Meister haben die Fraport Skyliners die historische Chance auf den ersten internationalen Titel der Klubgeschichte.

Im Final Four um die EuroChallenge wollen die Hessen ihre jetzt schon sensationelle Saison krönen, am Freitag (15.30 Uhr MESZ) steht im türkischen Trabzon das Halbfinale gegen JSF Nanterre/Frankreich an.

Doch selbst dann wäre Danilo Barthel nicht satt, wie der deutsche Nationalspieler im SPORT1-Interview verrät.

Der 23-Jährige hofft auf weitere Großtaten in den Beko-BBL-Playoffs, in denen die Frankfurter Stand jetzt just auf den FCB träfen.

SPORT1: Bei einer Pressekonferenz im Juli letzten Jahres konnte Dirk Nowitzki mit Ihrem Namen nichts anfangen. Glauben Sie, dass Sie sich inzwischen auch bei ihm einen Namen gemacht haben?

Danilo Barthel: Das weiß ich nicht (lacht). Da stechen vielleicht noch andere junge deutsche Spieler heraus, die - oder zumindest deren Namen - er mittlerweile kennen gelernt hat.

SPORT1: Viele hoffen auf eine Teilnahme Nowitzkis an der Basketball-EM. Wie stehen Sie dem gegenüber? Sein Mitwirken könnte ihre Chancen auf einen Platz im Kader schmälern…

Barthel: Sicherlich, weil er ja auch meine Position spielt. Aber für den deutschen Basketball wäre es extrem wichtig, wenn die Gallionsfigur gerade bei einer Heim-EM dabei sein könnte und das junge Team unterstützen könnte. Vor allem wenn die Möglichkeit besteht, weit zu kommen. Dirk Nowitzki als einer der besten Basketballer der Welt wäre da eine sehr große Bereicherung.

SPORT1: Was für eine Erfahrung war es, im Juli  für die Miami Heat in der NBA Summer League teilzunehmen?

Danilo Barthel kam in elf Einsätzen für die Heat auf 53 Punkte
Danilo Barthel kam in elf Einsätzen für die Heat auf 53 Punkte © getty images

Barthel: Es war eine Riesensache für mich, die erste NBA-Luft zu schnuppern. Das ist noch weit entfernt von der richtigen Liga, aber ich habe viele Erfahrungen und Eindrücke gesammelt.

SPORT1: Und wie groß ist das Bedürfnis, wieder in die USA zurückzukehren und sich sogar einen Kaderplatz zu erkämpfen?

Barthel: Der Wunsch, irgendwann richtige NBA-Luft zu schnuppern, ist natürlich da. Aber das ist noch ein weiter Weg, gerade jetzt nach der Verletzung [zwei Monate Pause wegen eines Knochenödem im Fuß, Anm. d. Red.]. Ich muss im Sommer schauen, wie weit es mit der Nationalmannschaft gehen kann, und abwägen, was das richtige Sommerprogramm ist.

SPORT1: Ihr Vertrag bei den Fraport Skyliners läuft noch bis 2016. Ihre guten Leistungen wecken auch das Interesse anderer Teams - vor allem, weil sie Deutscher sind. Was halten Sie von einem Wechsel zu einem der großen Drei - FC Bayern, ALBA Berlin oder Brose Baskets Bamberg?

Barthel: Natürlich kann ich mir das irgendwann vorstellen. Ich würde mich gerne noch auf einem höheren europäischen Level messen und auch um die Deutsche Meisterschaft mitspielen. Aktuell fühle ich mich super wohl in Frankfurt mit der Mannschaft und den Möglichkeiten, sich zu entwickeln. Ich denke auf jeden Fall, dass ich meinen Vertrag erfüllen werde.

SPORT1: Aufgrund einer verlorenen Wette mit Centerkollege Johannes Voigtmann musste Ihr Bart ab. Worum ging es - und welche Folgen hat das?

Barthel: Ich hatte mich sehr, sehr lange nicht mehr rasiert. Er hat es immer wieder gefordert. Dann habe ich gesagt: Wenn wir ins Final Four der EuroChallenge kommen, rasiere ich mir den Bart ab. Eigentlich wollte ich es danach machen. Aber da ich eine Platzwunde bekommen habe und deswegen vom Teamarzt schon mein Kinn rasiert wurde, habe ich die Chance genutzt. Ich lasse meinen Bart zu den Playoffs wieder wachsen. Jetzt wird bei mir nicht mehr um Haare gewettet (lacht).

SPORT1: Am Sonntag haben sie trotz Rückstands beim FC Bayern gewonnen. Was nehmen Sie mit aus dem Sieg gegen München?

Barthel: Wir nehmen Selbstvertrauen mit und das Bewusstsein, dass wir nie aufhören zu kämpfen. Wir werden uns auch nochmal die letzten Minuten des Spiels anschauen und uns darauf fokussieren, dass wir auch 40 Minuten so spielen können.

SPORT1: Was ist wahrscheinlicher und was wäre Ihnen lieber: der Titel in der EuroChallenge oder eine gewonnene Playoff-Serie gegen den FC Bayern in der Beko BBL?

Barthel: Titel zählen. Also schaue ich jetzt erst mal auf das Final Four. Danach können wir uns wieder auf die Bundesliga konzentrieren. Denn wir wollen auch in den BBL-Playoffs weit kommen und versuchen, uns sogar den Titel zu holen. Mit dem Sieg gegen Bayern haben wir gezeigt, dass wir ein Geheimkandidat sind, um einen Großen zu schocken. Ich will in beiden Wettbewerben gewinnen. 

SPORT1: Was würde Ihnen der Gewinn des Titels in der EuroChallenge bedeuten?

Barthel: Das wäre mir sehr wichtig. Das wäre auch mein erster großer Titel und ein Riesenerfolg für den Verein und die Stadt. Seit der Meisterschaft 2004, also seit über zehn Jahren, haben wir keinen Titel mehr geholt im Basketball. Dass wir mit dem jungen Team so weit kommen, hätte am Anfang der Saison auch keiner erwartet.

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