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Nowtizki gibt nach vierjähriger Pause sein Comeback in der Nationalmannschaft © imago

Deutschland gewinnt trotz Ausfällen und ausbaufähigen Leistungen von Nowitzki den Supercup. Die Ausgeglichenheit ist Trumpf, doch für das Ziel Rio braucht das Team den Star.

Maik Zirbes fällt aus, Dennis Schröder und Maodo Lo werden geschont, man liegt mit zwischenzeitlich mit zwanzig Punkten zurück, Dirk Nowitzki erzielt einen mickrigen Punkt – und Deutschland gewinnt dennoch.

Kaum vorstellbar, doch am Sonntag beim abschließenden Spiel des Supercups gegen die Türkei so passiert. Zwei Wochen vor dem Start der Basketball-EM scheint das deutsche Team bereit und beweist, dass es nicht mehr so wie bei früheren Turnieren von seinem Starspieler aus der NBA abhängig ist.

„Wir haben viele Waffen, die wir nutzen können. Wir sind von niemandem abhängig“, sagte Schröder, der laut eigener Aussage hätte spielen können, auf SPORT1-Nachfrage. Der frühe Rückstand sei „eine gute Erfahrung, aus der wir lernen können“.

Flügelspieler Paul Zipser, der in Hamburg starke Leistungen ablieferte, sah es ähnlich. „Das ist sehr gut für das Selbstvertrauen. Wir wussten es vorher, aber das war die Bestätigung: Wir können gegen jedes Team den Sieg holen, egal wie es läuft“, sagte der 21-Jährige zu SPORT1.

Schaffartzik: Brauchen starken Nowitzki

Die Türkei wird auch bei der EM in der Vorrunde ein Gegner sein, den das DBB-Team schlagen kann oder sogar muss, soll das angepeilte Ziel, ein Ticket für die Olympischen Spiele in Rio, realisiert werden.

Dass Deutschland Rückschläge verkraften kann und mit einem schwachen Nowitzki und ohne Schröder zu Siegen gegen EM-Konkurrenten im Stande ist, ist ein gutes Signal.

Für einen Platz unter den ersten Sieben oder gar eine Medaille ist allerdings ein fitter Schröder und eher ein Nowitzki in der Verfassung aus dem Polen-Spiel (18 Punkte, 7 von 9 Würfen aus dem Feld) von Nöten.

Auch der gegen die Türkei bärenstarke Heiko Schaffartzik sieht einen ungefährlichen Nowitzki auf Dauer als Problem. „Ich denke, über Phasen können wir das kompensieren. Aber über ein ganzes Turnier oder auch über ein ganzes Spiel hinweg wird das sehr schwierig“, meinte der Kapitän auf SPORT1-Nachfrage.

Frankreich-Tests als Fingerzeig

Neben der endgültigen Kadernominierung und Rollenverteilung gilt es in den abschließenden Tests gegen Frankreich also darum, den Rückkehrer so einzubinden, dass er die Mannschaft auf dem Feld nicht tragen, aber zumindest gemeinsam mit Schröder und Pleiß anführen kann.

Dafür muss auch Nowitzki selbst wieder mehr Verantwortung übernehmen. Die Partien gegen den Titelverteidiger werden zudem ein letzter Fingerzeig darauf sein, was für das DBB-Team bei der EM wirklich möglich ist.

Der Auftritt beim Supercup macht Mut. Doch bei der Endrunde warten mit Italien, Serbien und vor allem Spanien ähnliche Hochkaräter wie die Franzosen.

Ein verschlafener Start oder ein Ein-Punkt-Nowitzki könnte das Team vor eine unlösbare Aufgabe stellen.

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