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Final - Beko BBL Top Four 2014
2014 gewinnt Alba Berlin in Neu-Ulm das Top Four © Getty Images

Berlin, Bamberg, Bonn und Oldenburg kämpfen im Rahmen des TOP FOUR um den Pokalsieg. SPORT1-Experte Pascal Roller analysiert die sportliche Verfassung der Teilnehmer.

Nach der verpassten Chance auf den historischen Einzug ins Viertelfinale der Turkish Airlines Euroleague, hat ALBA Berlin beim TOP FOUR in Oldenburg die Möglichkeit den Beko BBL Pokal zu verteidigen. Am 11. und 12. April spielt Berlin mit Bamberg, Bonn und Oldenburg um den Titel.

Im Halbfinale treffen die Albatrosse auf den aktuellen Tabellenführer aus Bamberg (ab 17 Uhr LIVESCORES). Ausrichter Oldenburg streitet sich mit Bonn um das zweite Finalticket (ab 20 Uhr LIVESCORES).

Titelverteidiger Berlin erneut Favorit

Pascal Roller sieht durch das Euroleague-Spiel am Donnerstagabend gegen Maccabi hinzukommende Strapazen: "Das Spiel gegen Maccabi war natürlich eine zusätzliche Belastung. Es ist interessant, wie ALBA das kräftemäßig wegstecken kann."

ALBA Berlin gewann in der vergangenen Saison das TOP FOUR in Ulm und ist auch in diesem Jahr der Topfavorit auf den Titel.

Alex King  (l.) erhielt bei ALBA Berlin für die kommende Saison keinen Vertrag mehr
Alex King spielt seit 2013 bei Alba Berlin © Getty Images

Roller macht in der kontinuierlichen Arbeit Berlins einen entscheidenden Faktor aus: "Ein Vorteil von Berlin ist die Kontinuität. Teile der Mannschaft spielen bereits drei Jahre zusammen. Das ist immer ein wichtiger Faktor im Titelkampf. Trainer Sasa Obradovic kann schon lange auf das Team einwirken. Das spricht sicherlich für Berlin."

Erster Bamberger Titel unter Trinchieri?

Im Halbfinale spielt ALBA gegen Bamberg, die vor der Saison ihren langjährigen Trainer Chris Fleming gefeuert hatten. Unter Andrea Trinchieri sind die Brose Baskets mit 24:4 Punkten Tabellenführer der Beko BBL - erst Ende März riss gegen Ludwigsburg ein Lauf von 17 Siegen in Serie.

"Bei Bamberg gab es diese Saison de Facto einen großen Neuanfang. Sie spielen eine überragende Saison, aber so eine Do-or-Die-Situation an einem Pokalwochenende ist wieder etwas anderes", sagt Roller.

Andrea Trinchieri ist seit Juni 2014 Cheftrainer in Bamberg
2013/2014 trainiert Andrea Trinchieri die griechische Nationalmannschaft © Getty Images

Im Halbfinale sieht der ehemalige Point Guard der Frankfurt Skyliners keinen klaren Vorteil für eine Mannschaft: "Es ist schwer, einen Favoriten auszumachen. Beide Kader verfügen über eine Ausgeglichenheit und zelebrieren modernen, europäischen Basketball. Das liegt an den Trainern Obradovic und Trinchieri. Beide achten wegen der Intensität in der Verteidigung darauf, dass kein Spieler weit über 20 Minuten Spielzeit bekommt. "

Oldenburg im Umbruch mit Heimvorteil

Gastgeber Oldenburg hat dagegen vor zwei Spieltagen Trainer Sebastian Machowski entlassen. Mladen Drijencic übernahm nach der peinlichen 60:80-Niederlage gegen Trier.

"Es ist eine schwere Situation, da es in der Saison einen Umbruch durch den Trainerwechsel gab. Ein Vorteil ist, dass Oldenburg zu Hause spielt. Für eine Mannschaft im Umbruch ist das gewohnte Umfeld sehr wichtig", analysiert der ehemalige deutsche Nationalspieler.

Julius Jenkins spielte auch drei Jahre in Oldenburg
Julius Jenkins erzielt in der BBL 11,6 Punkte pro Spiel © Getty Images

Drijencic beorderte einen seiner Schlüsselspieler, Julius Jenkins, wieder in die Starting Five. Roller kann die taktischen Variante nachvollziehen: "Ich kann mir vorstellen, dass das ein cleverer Schachzug war und sich auf Jenkins in den nächsten Wochen positiv auswirkt. Er ist nicht mehr der absolute Go-to-Guy, aber enorm wichtig."

Bonn hat keinen Druck

Mit 70:59 entschied Bonn die Generalprobe des zweiten Halbfinales am 29. Spieltag der Beko BBL für sich. Die Telekom Baskets erlaubten Oldenburg über die letzten acht Minuten keine Punkte. In der Tabelle rangiert Bonn auf Platz fünf.

Telekom Baskets Bonn v Basketball Loewen Braunschweig- BBL
Die Bonner von Matthias Fischer können frei aufspielen © Getty Images

Pascal Roller sieht eine frei aufspielende Mannschaft mit viel Selbstvertrauen: "Matthias Fischer lässt der Mannschaft gerade in der Offensive viele Freiheiten. Dadurch entsteht ein sehr harmonisches Teamgebilde. Bonn hat die nötige Erfahrung. Sie können das Pokal-Wochenende auf sich zukommen lassen. Der Druck ist nicht sehr hoch."

Im Finale räumt Roller trotz des "Knallers" im Halbfinale zwischen ALBA und Bamberg dem Gewinner der Partie Bonn gegen Oldenburg eine Chance ein: "Beim zweiten Spiel in zwei Tagen ist es häufig egal, wer gegen wen spielt."

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