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ALBA-Boss Baldi will sich mit Bamberg und Bayern nicht vergleichen. Giffey erhält Lob, ein Trikotsponsor wird präsentiert.

Die fetten Jahre schienen vorbei, der Komplettumbau einfach zu radikal.

Vor der Saison 2013/14 wurde in Berlin mit der großen Schaufel ausgemistet, der Kader ohne Gnade auf links gedreht - nur Oldie Sven Schultze blieb.

Packende Finals gegen München

Und doch, Coach Sasa Obradovic stellte eine starke Truppe auf die Beine und verlangte dem deutlich besser situierten FC Bayern München in den Finals der Beko-BBL-Playoffs alles ab.

Was einmal geklappt hat, funktioniert hoffentlich auch ein zweites Mal, wenn auch in einer leicht abgespeckten Version.

Denn ALBA-Geschäftsführer Marco Baldi sieht seinen Klub im Gespräch mit SPORT1 weiterhin deutlich hinter den Rivalen aus Bamberg und München.

"Sie sind mit ihren Etats mittlerweile unter den Top-15 in Europa. Unser Spieleretat liegt etwa bei der Hälfte der Bayern und im Verhältnis zu Bamberg noch tiefer", erklärt Baldi und deutet an, dass die Franken nach der enttäuschenden Saison 2013/14 den Großangriff auf München planen.

Dass Baldi nicht übertreibt, zeigt ein Blick auf den Bamberger Kader.

Sechs Neue für Bamberg

Mit Bradley Wanamaker, Daniel Theis, Janis Strelnieks, Josh Duncan, Trevor Mbakwe, Mindaugas Katelynas stehen sechs neue Spieler im Kader.

Der Kopf hinter dem Umbruch ist ebenfalls ein Neuer. Nach der Entlassung von Trainer Chris Fleming hat der Italiener Andrea Trinchieri bei den Franken das Sagen.

Und wenn es nach Baldi geht, hat der 47-Jährige in Bamberg das schönste Trainer-Leben überhaupt.

"Wenn man sich jeden Spielerwunsch erfüllen kann, wie es Andrea Trinchieri nun in Bamberg macht, ist das ein anderes Arbeiten, als wenn einem Grenzen gesetzt sind", beschreibt Baldi die Situation.

Verantwortung für junge Spieler

Für seine eigene Mannschaft muss Baldi eine andere Lösung finden.

"In den nächsten zwei, drei Jahren werden wir gemessen am Etat an die Bayern und Bamberg nicht herankommen. Wir müssen unseren eigenen Weg gehen und jungen und lernwilligen Spielern Verantwortung übertragen."

In seiner Handlungsweise durch die letzte Saison bestärkt, hielten sich die Verpflichtungen vor der kommenden Saison in Grenzen.

ALBA verstärkte sein Team punktuell mit jungen deutschen Nationalspielern wie Nils Giffey und Andreas Seiferth sowie dem Bonner Power Forward Jamal McLean.

Neuer Trikotsponsor für ALBA

Angesichts der Abgänge von Leistungsträgern wie David Logan, Levon Kendall und Jan-Hendrik Jagla fällt Baldis Prognose für die Saison 2014/15 verhalten optimistisch aus.

"Wenn bei uns das Momentum zusammenkommt, dass sich unsere jungen Spieler weiterentwickeln, wir von Verletzungen verschont bleiben und zu einer Einheit zusammenschmelzen, dann können wir auch ganz vorne mitspielen", blickt Baldi voraus.

Das es vielleicht doch ein bisschen einfacher werden könnte, dafür sorgte ALBA am Dienstag. Die Berliner präsentierten mit dem chinesischen Unternehmen ZhongDe Metal Group stolz ihren neuen Trikotsponsor.

Die ZhongDe Metal Group ist stark am Bau eines chinesisch-deutschen Gemeinschaftsprojekts in Südchina involviert, bei dem eine Modellstadt für nachhaltiges Leben und Wirtschaften nach deutschen Umweltstandards entsteht.

Die ALBA Gruppe wird dort ein Recycling-Werk bauen und somit das erste Mal die exzellenten Kontakte nach China auch für die Basketballer nutzen.

Und so wird die Aussage des Berliner China-Botschafters Henning Harnisch schneller wahr, als manch einer gedacht hat.

Harnisch' Prophezeiung wird wahr

Denn noch vor zwei Wochen erklärte Harnsich bei SPORT1: ""Wer weiß, vielleicht stammt eines Tages unser Trikotsponsor aus China", sagt Harnisch." Über Umfang und Dauer des Engagements ist bislang noch nichts bekannt.

"Die Herausforderung mit Euroleague und Bundesliga" sei riesig, doch letztlich ist die Doppelbelastung für die Berliner nichts neues, denn schließlich musste ALBA vergangene Saison auch den Eurocup meistern - und die Odysee nach Juschne Ende Januar, dürfte an Strapazen ohnehin nur schwer zu toppen sein.

Auf einen Spieler freut sich ALBA-Urgestein Baldi besonders: Nils Giffey.

Der zweimalige College-Champion mit den Connecticut Huskies "bringt alle Voraussetzungen mit, um ein großer Spieler zu werden" und überzeugt nach Meinung Baldis durch "seine Athletik und den Kopf."

"Giffey personifiziert das Anforderungsprofil eines jungen, entwicklungsfähigen, aber gleichzeitig hungrigen Spielers", doch vor allzu großen Erwartungen versucht Baldi den Jung-Nationalspieler zu schützen: "In den Testspielen sah das alles schon sehr gut aus. Wir können jetzt aber nicht erwarten, dass er alles stemmt."

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