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Marco Baldi (r.) ist seit 1990 Geschäftsführer von ALBA Berlin

Berlin - Marco Baldi will das Traditionsteam zum "Marktführer" machen. Der Aufsichtsratsboss stichelt trotz Geld aus China gegen Bayern.

Kampfansage aus der Hauptstadt Richtung Bayern München.

Pokalsieger ALBA Berlin geht mit ehrgeizigen Zielen in seine Jubiläumssaison und will langfristig wieder die Nummer eins im deutschen Basketball werden (Die Beko BBL LIVE im TV auf SPORT1).

"Wir wollen ins Halbfinale der Beko BBL und in die Top-16-Runde der Euroleague", sagte Geschäftsführer Marco Baldi, der aber schon weiter in die Zukunft schaute: "Wir wollen eine nicht wegzudenkende Institution sein. Von uns profitiert die ganze Bewegung, das war immer unser Ziel."

Schwarze Null als Weg

Auch mit Blick auf die finanzstarke Konkurrenz von Meister Bayern München und Ex-Serienmeister Brose Baskets Bamberg wird den Berlinern nicht angst und bange.

"Jetzt hören wir nicht auf, jetzt geht es erst richtig los", sagte Baldi vor dem 25. Jahr in der BBL: "Wir waren immer ein Motor für den deutschen Basketball.

Titel spielen auf dem Weg in die Zukunft auch eine große Rolle, aber auch eine schwarze Null gehört am Ende des Jahres dazu. Das ist unser Weg."

Seitenhieb auf Konkurrenz

Axel Schweitzer, Aufsichtsratsboss des achtmaligen Meisters und Pokalsiegers, sieht das ähnlich.

"Wir sehen uns als Treiber der Entwicklung zum ersten Mannschaftssport nach Fußball in Deutschland", sagte Schweitzer und konnte sich einen Seitenhieb auf die derzeitigen Platzhirsche Bayern und Bamberg nicht verkneifen.

Er wisse nicht "ob es nicht viel besser ist, einen reichen Fußballklub im Rücken zu haben", außerdem könne er nicht einschätzen, wie es sei, "einen Mäzen aus Abu Dhabi oder Franken" bei der Hand zu haben. "Aber das ist nicht ALBA Berlin", sagte er.

Geld aus China

Die Hauptstädter wollen weiter ihren eigenen Weg gehen, der sie seit 1989 bereits 15 Mal ins Endspiel führte. Dass aber das selbst verliehene Etikett des Kämpfers gegen angebliche Geldsäcke nicht so ganz passt, zeigt der neue Sponsorendeal.

Geld- und Namensgeber ALBA baut in China ein Recyclingwerk. Passend dazu prangt zur neuen Saison die finanzkräftige ZhongDe Metal Group aus dem Reich der Mitte auf der Brust des einmal mehr runderneuerten Teams. Nationalspieler Niels Giffey oder Jamel McLean spielen sicher nicht nur für die Berliner Luft.

"Wir wollen natürlich gewinnen, aber wir wollen uns als nachhaltiger Marktführer im Bereich Basketball entwickeln", sagte Schweitzer.

Dazu sei es wichtig, auf den Nachwuchs zu setzen. "Es hat in den letzten 25 Jahren kein anderer deutscher Verein geschafft, 25 A-Nationalspieler zu entwickeln", betonte Baldi.

Champions Cup als Auftakt

Die Berliner Mannschaft von Trainer Sasa Obradovic startet am Samstag (20.30 Uhr) mit dem Spiel um den Champions Cup gegen den FC Bayern in die Spielzeit.

Vor diesem Duell forderte Baldi Geduld.

"Wir entwickeln hier Spieler und ein Team", sagte der Geschäftsführer: "Wir werden in dieser Saison nur bestehen können, wenn wir etwas Glück und keine Verletzten mehr haben. Außerdem brauchen wir eine besonders große Geschlossenheit."

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