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Svetislav Pesic, Trainer des FC Bayern, musste beim Champions Cup vom Feld

Berlin - Der Meister verliert den Champions Cup gegen ALBA Berlin und hadert mit seinen Disziplinproblemen. Mutapcic fordert Strafen.

Zur Feier des Tages öffneten die Albatrosse sogar ihre Umkleidekabine.

Doch falls ein Reporter dort Begeisterungsstürme oder Bierduschen erwartet hatte nach einem Titel, den ALBA Berlin gegen den FC Bayern gewonnen hatte, wurde er enttäuscht.

Nüchtern und aufgeräumt analysierten die Berliner das doch so überraschende wie überzeugende 76:68 nach 20 Punkten Halbzeitführung im Beko BBL Champions Cup, den ihr Head Coach Sasa Obradovic überdies zu einem inoffiziellen Titel herabstufte.

"Es ist für das Selbstvertrauen wichtig zu gewinnen, egal welchen Titel sie uns dafür geben", sagte Obradovic.

"Rivalität ein wenig hochgespielt"

"Rivalität ein wenig hochgespielt"

101 Tage nach den packenden und von einer Schlammschlacht zwischen Bayern-Trainer Svetislav Pesic und ALBA-Manager Marco Baldi überschatteten Finals fehlte zwischen den Meistern aus München und Pokalsieger Berlin weitgehend das Feuer.

"Es ist ein gesunder Wettbewerb. Die Rivalität ist von außen ein wenig hochgespielt worden. Es sollte eine sportliche bleiben", meinte Niels Giffey nach seinem starken Pflichtspiel-Debüt für ALBA (13 Punkte, drei von fünf Dreiern verwandelt) zu SPORT1: "Was abseits vom Feld abgeht, kümmert uns Spieler nicht wirklich."

Die Schiedsrichter allerdings schon, zumindest, wenn FCB-Coach Pesic ihnen dort nach der Halbzeitsirene allzu unfreundliche Worte entgegenbringt.

Spieler treiben Pesic zur Wut

Der Meistertrainer wurde von den Referees zunächst mit einem Technischen Foul bedacht, dann disqualifiziert.

Eine Sperre für ein Ligaspiel hat er allerdings nicht zu befürchten, da der Champions Cup ein eigenständiger Wettbewerb ist.

Was genau er zu beanstanden hatte, wollte sein Assistent Emir Mutapcic nicht verraten: "Er hatte eine Meinung, die Schiedsrichter eine andere." Der Kurzzeit-Bundestrainer machte aber klar, dass der Grund für Pesic' Wut bei den Spielern zu suchen sei, deren "Leistung weit weg von den Erwartungen" gelegen habe

Technische Fouls für Benzing und Djedovic

Daher nahm er Pesic in Schutz ("Ein Trainer darf ewas machen"), polterte aber in Richtung der Spieler: "Ich hoffe, dass wir Strafen bezahlen."

Es habe nachhaltig geschadet, dass sich die Bayern "von der ersten Sekunde an mit den Schiedsrichtern beschäftigt" hätten.

Mal belächelte Jan Jagla einen Pfiff, dann winkte Yassin Idbihi ab. Robin Benzing und Nihad Djedovic kassierten ihr viertes Foul jeweils wegen Meckerns - Benzing noch vor der Halbzeit.

Gavel gegen MBC vielleicht dabei

Da las ihnen Pesic noch die Leviten, wie Schaffartzik bei SPORT1 andeutete: "Er war ganz und gar nicht zufrieden, und damit hatte er Recht. Jeder muss jetzt in den Spiegel gucken, damit wir einen guten Saisonstart hinlegen."

Bereits am Donnerstag steht gegen den Mitteldeutschen BC (ab 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) der Auftakt der Beko BBL an.

Dann müssen sich die Neuzugänge Dusko Savanovic, der nach dem ersten Viertel abtauchte, Vasilije Micic, aber auch Benzing und Djedovic (für die eine Effektivität von 0 bzw. -4 zu Buche stand) erheblich steigern. Zudem hofft Mutapcic auf die Rückkehr des an der Schulter lädierten Topverteidigers Anton Gavel.

Lob fürs Projekt FCB-Basketball

Das Duell gegen ALBA steigt erst wieder am 9. November - erneut in Berlin. "Wir kennen die Bayern und wissen, wie gut die spielen können", warnt Alex King. "In der Saison kann es ganz anders laufen."

Das Ausrufezeichen, das eigentlich ALBA-Abgänger Jan Jagla setzen wollte, ist aber einstweilen den Berlinern gelungen. "Wir legen mit unserer Intensität Charakter an den Tag", beschrieb es Giffey.

Statt einer Kampfansage an den Konkurrenten in Beko BBL und Turkish Airlines Euroleague gab es aber nur Lob für die Bayern: "Sie haben dem Basketball in Deutschland noch mal einen Ruck gegeben."

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