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ALBA Berlin besiegte die San Antonio Spurs am Mittwoch mit 94:93

Von Julian Ignatowitsch und Michael Spandern

München - Nach den San Antonio Spurs und Lady Gaga (

) geht es für den NBA-Champion-Besieger ALBA Berlin zurück ins Kerngeschäft.

Bereits am Tag nach dem Triumph gegen Tim Duncan, Tony Parker und Co. machten sich die Albatrosse auf die Reise zum Hardtberg, wo sie heute (20 Uhr LIVESCORES) im Klassiker auf die Telekom Baskets Bonn treffen, für die ihr Matchwinner Jamel McLean in der vorigen Saison auflief.

Und am Sonntag (ab 17 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und LIVESCORES) folgt das Gastspiel von ratiopharm ulm in der Arena am Ostbahnhof, wo die Schwaben Revanche für das verlorene Pokalfinale fordern.

"Wir müssen auf dem Boden bleiben und die Leistung in Bonn und gegen Ulm wiederholen", forderte Head Coach Sasa Obradovic. "Tatsächlich ist das für uns wichtiger." ( DATENCENTER: Spielplan der Beko BBL)

King: "Wir müssen dagegenhalten"

Was aber bedeutet der Coup beim Auftakt der NBA Global Games (Bericht) - einem Promotionspiel - für die Berliner und ihre Chancen in der Beko BBL? SPORT1 macht den Reality-Check.

"Ich glaube, wir haben ein Ausrufezeichen gesetzt. Aber nun wollen bestimmt alle auf uns springen, da müssen wir gegenhalten", sagte ALBA-Kapitän Alex King unmittelbar nach dem Spiel bei SPORT1.

"Wir müssen dieses Spiel möglichst schnell abhaken", fügte er an. Ein Satz, den man meistens nach Niederlagen hört.

Den Kater nach der großen Party möchten sich die Berliner gerne sparen.

Dass das Spiel gegen die Spurs nicht als Gradmesser herhalten kann - wo die Spurs doch gerade erst ins Training eingestiegen sind, mit Jetlag aufliefen und es sich in Berlin richtig gut gehen ließen - dürften die Berliner selbst wissen.

Bisher fast ohne Makel

Bisher zeigt sich ALBA in dieser Saison fast ohne Makel. Die ersten beiden Partien gegen Aufsteiger BG Göttingen (110:74) und bei medi Bayreuth (68:58) wurden souverän gewonnen.

Deshalb sagt Akeem Vargas: "Unser Selbstvertrauen ist ohnehin sehr gut. Man sieht, dass wir Schritte nach vorne machen und die Neuen sehr gut integriert haben."

Unter den Körben sind die beiden Neuzugänge McLean und Marko Banic ein Upgrade zu den abgewanderten Jan Jagla und Levon Kendall. Auch Alex Renfroe überzeugt trotz kurzer Vorbereitung bereits als Sechster Mann.

Logans Abgang kompensiert

Durch ihn und die Verschiebung von Clifford Hammonds auf die Spielmacherposition kann bisher auch der unerwünschte Weggang von Point Guard David Logan (zu Dinamo Basket Sassari in Italien) gut aufgefangen werden.

Hinzu kommt in einigen Wochen der belgische Nationalspieler Jonathan Tabu. Er muss allerdings erst seinen Sehnenabriss im Brustmuskel aus der Saisonvorbereitung auskurieren.

Weiterhin sind Kämpferherz und Geschlossenheit Berlins Trümpfe - seit Amtsantritt von Obradovic im Sommer 2012 sind dies mehr als Floskeln beim ehemaligen Abo-Meister, dessen Slogan "Mit Herz und Seele für Berlin" ist.

Obradovic lebt es vor

Und der Trainer, vor dieser Saison angeblich auch von spanischen Spitzenklubs umworben, lebt die Intensität vor: Selbst beim Schaukampf gegen die Spurs sprang Obradovic wild gestikulierend an der Seitenlinie herum. "Er ist eben Serbe", lachte sein Gegenüber Gregg Popovich, der selbst serbische Vorfahren hat.

Obradovic war sichtlich stolz auf seine Spieler, sprach von einem "aufregenden Erlebnis" und einer "klasse Leistung". Gleichzeitig warnte aber auch er anschließend: "Wir müssen auf dem Boden bleiben."

Am kommenden Freitag (20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und GRATIS-LIVESTREAM) steht der schwere Euroleague-Auftakt gegen ZSKA Moskau an, in der Beko BBL stehen die härtesten Prüfsteine erst am 9. November gegen den FC Bayern und am zweiten Weihnachtstag bei den Brose Baskets Bamberg an.

Keine Probleme mit der Hierarchie

All diese Konkurrenten fahren auf den großen Positionen schwere Kaliber als ALBA auf. Die Abwehrarbeit gegen sie dürfte der Knackpunkt für Berlin werden.

Ein Pluspunkt ist jedoch die Tiefe des Kaders, in dem auch der 17-Jährige Moritz Wagner seine Minuten erhält.

Und trotz der vier Neuzugänge, die gegen die Spurs eingesetzt wurden, hat sich bereits eine Hierarchie entwickelt.

McLean hatte in der Offensive auch nach einigen verunglückten Aktionen Grünes Licht.

Und dann ist da noch Multitalent Redding: "Reggie punktet, wann immer wir es brauchen", schwärmte Vargas vom Ex-Tübinger, der mit einem Steal den Last-Second-Siege gegen San Antonio erst möglich machte: "Das zeigt, dass er ein ganz großer Spieler ist."

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