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Svetislav Pesic löste im November 2012 Christopoulos als Head Coach des FCBB ab

München - Die erste Saisonpleite des FC Bayern ärgert nicht nur Svetislav Pesic. Die Beko BBL erklärt bei SPORT1 die kurze Erholungszeit.

Svetislav Pesic ließ kein gutes Haar an seiner Mannschaft. Die völlig unerwartete Pleite gegen Aufsteiger BG Göttingen ärgerte den Trainer von Meister Bayern München gewaltig.

"Wir haben scheinbar geglaubt, dass wir unbesiegbar sind", sagte der enttäuschte Serbe. Früh in der neuen Basketball-Saison hat sich der Titelfavorit einen bösen Ausrutscher erlaubt.

Keine 42 Stunden nach dem starken Auftakt in der Turkish Airlines Euroleague beim spanischen Champion FC Barcelona (81:83) zeigten die Bayern ein ganz anderes Gesicht.

Die Einstellung stimmte im Gegensatz zum Auftritt beim Krimi im Palau Blaugrana überhaupt nicht.

"Jeder muss in den Spiegel gucken"

Verdient zog der haushohe Favorit gegen den Außenseiter mit 81:95 (39:44) den Kürzeren.

"Jeder einzelne von uns muss in den Spiegel gucken. Vor unserem Publikum dürfen wir uns so nicht präsentieren", sagte Nationalmannschaftskapitän Heiko Schaffartzik bei Beko-BBL.TV, "die Leistung war nicht ausreichend."

Die Doppelbelastung und die kurze Erholungszeit dürften dafür aber keine Ausrede sein. "Es ist nicht angebracht und hätte keinen Stil, sich nach einer Heimniederlage gegen Göttingen zu diesen Themen zu äußern", ließ die Sportliche Leitung ausrichten.

"Jeder muss in den Spiegel gucken"

Es ist nicht das erste Mal, dass die Münchner nach einem rauschenden Europapokalabend im Tagesgeschäft stolpern.

Schon im März hatten die Bayern die Königlichen von Real Madrid sensationell besiegt (85:83) und dann nur drei Tage später in der Liga in Frankfurt verloren (62:67).

Nun wurden Erinnerungen ans Frühjahr wach. Allerdings war die Regenerationszeit diesmal sogar kürzer, als es die Spielordnung der Beko BBL vorsieht. "Vor und nach Europacupspielen ist bis zum nächsten Bundesligaspiel grundsätzlich eine Pause von 48 Stunden einzuhalten", heißt es im §10.4. "Sollte dies nicht möglich sein, entscheidet die BBL GmbH."

"Jeder muss in den Spiegel gucken"

Wie in diesem Fall. Anders als in der Vorsaison, als die Brose Baskets Bamberg zweimal am Montagabend spielen durften, drängt die Liga nun auf feste Anfangszeiten.

"Wir sind uns mit unseren Medienpartnern einig, dass eine deutlich höhere Verlässlichkeit bei den Tipoff-Zeiten sehr wichtig ist, um neue Fans und Zuseher zu gewinnen", erläutert Kommunikationsleiter Dirk Kaiser bei SPORT1. "Daher sind die letzten Partien eines Spieltags, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, für Sonntag, um 17 Uhr, terminiert. Montags werden in der Regel keine Spiele mehr angesetzt."

Auch nicht, wenn die Euroleague anders als 2012/13 ein Topspiel am Freitag erst um 21.30 Uhr ansetzt: "Die Euroleague ist mit ihren Terminen, darunter auch der späte Freitagabend, an unseren gut funktionierenden nationalen Wettbewerb immer dichter herangerückt", stellt Kaiser fest.

"Jeder muss in den Spiegel gucken"

Pesic hatte vor dem Spiel gegen Rückkehrer Göttingen noch gehofft, dass sein Team positive Energie aus der Leistung von Barcelona ziehen würde.

"Die Spieler sind zufrieden, weil sie gezeigt haben, dass sie mit einer der besten Mannschaften in Europa mithalten können", erklärte der 65-Jährige. Es war wohl etwas zu viel Zufriedenheit.

Dem Chefcoach wird es leichte Sorgen bereiten, dass sich die Bayern im Spiel gegen den früheren Europapokalsieger aus Niedersachsen bereits zum zweiten Mal in der laufenden Saison weit unter Wert verkauften. Schon im Spiel um den Champions Cup war München bei Pokalsieger ALBA Berlin zeitweise vorgeführt worden (68:76).

"Jeder muss in den Spiegel gucken"

Gegen Göttingen war die Mannschaft wieder nicht richtig bei der Sache.

Trotz der Niederlage bleibt der FC Bayern Tabellenzweiter hinter den Berlinern, die nach fünf Spieltagen als einzige Mannschaft ungeschlagen sind - trotz einer ebenso kurzen Erholungsfrist wie die Bayern.

Göttingen verbesserte sich durch seinen zweiten Sieg um drei Positionen auf Platz 13 und genoss den Moment. Die "Veilchen" konnten kaum glauben, dass sie den Bayern ein blaues Auge verpasst hatten.

"Jeder muss in den Spiegel gucken"

"Ich will nicht wissen, wie die Quoten waren. Da hat keiner mit gerechnet. Vielleicht hat am Ende auch bei den großen Bayern die Kraft gefehlt", sagte Forward Dominik Spohr: "Das war eine großartige Geschichte. Wir fahren mit einem Grinsen im Gesicht zurück nach Göttingen."

Die BG hat einige Tage Zeit zum Feiern, für die Bayern geht es schon unter der Woche mit einem schweren Brocken in der Euroleague weiter.

Am Donnerstag (ab 20.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 u. im GRATIS-LIVESTREAM) kommt der 34-malige griechische Meister Panathinaikos Athen.

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