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Klaus Wowereit und Head Coach Sasa Obradovic nahmen bei der Jubiäumsparty Maskottchen Albatross in ihre Mitte

Berlin - Das ließ sich Klaus Wowereit nicht nehmen. Bei einer seiner letzten Amtshandlungen im Sport gratulierte der Regierende Bürgermeister ALBA Berlin zum 25-jährigen Klub-Jubiläum.

Im Roten Rathaus ließ das am 11. Dezember ausscheidende Stadtoberhaupt für 250 geladene Gäste Kartoffelsuppe und Flusskrebse servieren.

"ALBA Berlin gehört zu den Aushängeschildern und bekanntesten Botschaftern der Sportmetropole Berlin", sagte Wowereit bei dem Empfang und stellte die zahlreichen Erfolge des Profiteams sowie die engagierte Nachwuchsarbeit des Klubs in den Vordergrund: "Seit seiner Gründung vor 25 Jahren hat sich der Verein zu einem der Top-Klubs im europäischen Basketball entwickelt."

Baldi fast von Anfang an dabei

Ein genaues Gründungsdatum konnte der achtmalige Deutsche Meister nicht ermitteln.

Wie Sportdirektor Marco Baldi recherchiert hat, gibt es mehrere relevante Termine. Den Eintrag ins Vereinsregister, das Erstellen des Gründungsprotokolls, die erste Saison. "Deshalb feiern wir am besten die gesamte Saison", sagte Baldi.

Der heute 52-Jährige hat den Aufstieg des Klubs von der BG Charlottenburg zum deutschen Spitzenklub ALBA Berlin fast von der ersten Stunde an begleitet.

Größter Zuschauer-Magnet in Europa

Nach der Gründung im Herbst 1989 stieß Baldi im Mai 1990 dazu, drei Monate später startete der Verein in seine erste Saison. "Wir haben im Grunde bei null angefangen", erzählte Baldi.

Schnell wurde das Berliner Recycling-Unternehmen ALBA auf den aufstrebenden Klub aufmerksam und stieg nur ein Jahr später als Namensgeber ein.

Die "Albatrosse" waren geboren und sollten in der Folgezeit sowohl den deutschen als auch den internationalen Basketball gehörig aufmischen. SHOP: Jetzt Basketball-Artikel kaufen

"Bei Alba war immer die Mentalität besonders. Wir haben Dinge gemacht, die sehr mutig waren", sagte Baldi und erinnerte an den Umzug in die Max-Schmeling-Halle und von da aus weiter in die noch größere O2-World, in der ALBA mittlerweile zum größten Zuschauer-Magneten im europäischen Basketball aufgestiegen ist.

Sieben Mal in Folge Meister

Auch die sportlichen Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Im Jahr 1995 gewannen die Berliner völlig überraschend unter dem heutigen Bayern-Trainer Svetislav Pesic in der heimischen Deutschland-Halle den Korac-Cup.

Auf nationaler Ebene begründeten die "Albatrosse" eine neue Ära. Ab 1997 wurde man sieben Mal in Folge Deutscher Meister.

Dazu kamen drei Pokalsiege, die eng mit den Namen von Henrik Rödl, Marko Pesic, Wendell Alexis und Sasa Obradovic, dem heutigen Trainer, verbunden sind.

Nationale Vorherrschaft verloren

"Wir sind ein Klub, der im Grunde von der späten Geburt profitiert hat", sagte Baldi.

Während nach der Wende etwa Fußball-Bundesligist Hertha BSC immer als Westklub angesehen und die Eisbären Berlin stets im Osten verortet wurden, passte die Neugründung ALBA mit ihrem unverbrauchten Profil perfekt in die neue Stadt und stieß in ganz Berlin auf Sympathien.

Ab 2003 jedoch folgte der Einbruch, die "Albatrosse" verloren ihre nationale Vorherrschaft in der Beko BBL - zunächst an Bamberg und zuletzt an den FC Bayern München.

Erst kommt Limoges, dann der FCB

Nur einmal noch, im Jahr 2008, gewann man den Titel. Trainer und Spieler kamen und gingen, die Identifizierung mit der Mannschaft wurde von Jahr zu Jahr schwieriger.

Am Sonntag nun wird sich zeigen, wie groß der Abstand zum Klassenprimus Bayern mittlerweile ist. Die Berliner erwarten zwei Tage nach dem wichtigen Europa-League-Spiel gegen Limoges CSP (19.55 Uhr im LIVESTREAM) den amtierenden Deutschen Meister (So., ab 17 Uhr LIVESCORES). ( DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

ALBA braucht sich nicht zu verstecken, die Hauptstädter gehen immerhin als ungeschlagener Tabellenführer in die Partie gegen die Bayern und wollen den Grundstein dafür legen, dass die Jubiläumssaison am Ende tatsächlich Grund zur Freude bietet.

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