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Bradley Wanamaker
Brad Wanamaker wurde zum MVP des Allstar Games gekürt © imago

Ulm - Während sich MVP Brad Wanamker über seinen ulkigen Preis freut, zeigt Sasa Obradovic beim ALLSTAR-Day in Ulm eine neue Seite.

ALBA Berlins Trainer Sasa Obradovic ist nicht gerade dafür bekannt, während eines Basketballspiels eine echte Frohnatur zu sein.

Wenn aber sogar der knurrige Serbe eine komplette Partie grinst, dann muss es schon ein ganz besonderes Event sein.

Der 27. ALLSTAR-Day der Beko BBLin der ratiopharm Arena in Ulm war so einer dieser raren Momente.

Leibenath: "Hatten unseren Spaß"

Obradovic führte sein Team International beim 110:101 zum siebten Sieg in Serie über die deutschen BBL-Profis und verblüffte sogar seinen Trainer Kollegen Thorsten Leibenath.

"Ich habe Sasa während des Spiels ziemlich oft lächeln sehen, das ist man von ihm nicht gewöhnt", erklärte der Head Coach des Teams National mit einem Schmunzeln im Gespräch mit SPORT1: "Wir hatten unseren Spaß. Die Spieler haben eine unterhaltsame Partie abgeliefert, da mussten wir nicht viel eingreifen."

Redding über Kabinengespräche

Dass Obradovic zum Honigkuchenpferd mutiert, daran glaubten vor dem Spiel nicht alle, auch wenn Leibenath und der Serbe angekündigt hatten, es locker angehen zu lassen.

Berlins Reggie Redding verriet SPORT1, dass die erste Frage der restlichen Internationals in der Kabine war, ob Obradovic den heute "chillig drauf ist".

Sein Ruf als Seitenlinien-Vulkan eilte ihm also einmal mehr voraus.

Von der Euroleague nach Ulm

Und die Sorge war nicht unberechtigt, denn Obradovic reiste mit seinen Albatrossen am Samstagmorgen direkt aus Kaunas an, nachdem Berlin wenige Stunden zuvor in der Turkish Airlines Euroleague gegen Zalgiris unterlag.

6 Uhr aufstehen, von Kaunas nach Vilnius, mit dem Flieger nach München und dann nach Ulm - Obradovic waren die Strapazen anzumerken.

"Mir ist noch ein wenig schwummerig", erklärte der 45-Jährige mit kratziger Stimme, lies dann aber durchblicken, dass er den ALLSTAR-Day als das sieht, was er ist: eine Spaßveranstaltung.

Obradovic mit Schalk im Nacken

Denn anschließend gestand er mit diabolischem Grinsen: "Ich hab die Jungs in der Kabine noch richtig auf den Arm genommen und absolute Aggressivität gefordert."

Statt Verbissenheit und Ernst saß Obradovic an diesem Tag also der Schalk im Nacken und auch seine Spieler merkten schnell, dass der Coach tatsächlich gut drauf war.

Und genau so spielten die Internationals dann auch ? mit viel Witz und krachenden Dunks bauten die US-Profis ihre Serie auf sieben Siege aus.

Wanamaker gewinnt Rollkoffer

Bambergs Brad Wanamaker wurde zum wertvollsten Spieler des Spiels gewählt und bekam neben dem obligatorischen Pokal zusammen mit Obradovic einen ulkigen Sachpreis: einen Rollkoffer.

Unter viel Gelächter der Kollegen erklärte der frischgebackene MVP bei SPORT1: "Das ist doch ein tolles Extra. Ich habe nur einmal in der Highschool einen MVP-Titel gewonnen. Da gab es aber nur einen Pokal."

Spaß steht im Vordergrund

Das Lachen war der rote Faden des ALLSTAR-Days, denn ganz egal, ob sehr geschlauchte Berliner oder Nationalmannschafts-Kapitän Heiko Schaffartzik - alle hatten ihren Spaß.

Reggie Redding und Jamel McLean enterten das Büffet im Presseraum und machten sich über die Käsespätzle oder wie sie dachten "Mac'n'Cheese" her, Anton Gavel und John Bryant trafen sich zum Kuscheln auf dem Parkett.

Trikots als Geschmacksfrage

Nur einen kleinen Kritikpunkt gab es: das Design der ALLSTAR-Trikots.

Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten und schön ist was gefällt, doch die Arbeitskleidung der Spieler war zumindest gewöhnungsbedürftig.

"Sie sehen schon etwas anders aus", erklärte MVP Wanamaker und fällte ein vorsichtiges Urteil: "Sie sind auf ihre eigene Art cool."

Schwethelm: "Wie ein Schlafanzug"

Auch der Ulmer Lokalmatador Philipp Schwethelm war sich abschließend nicht ganz sicher, ob die Jerseys designtechnisch in der ALLSTAR-Liga spielen.

"Es hat mich ein wenig an einen Schlafanzug erinnert", so der Nationalspieler im SPORT1-Style-Check.

Aber eines gilt im Basketball seit Billy Hoyle im Film White Men Can?t Jump eben auch. Wer gut spielt, kann aussehen wie er will.

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