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Die Münchner drehen gegen ALBA Berlin ein schon verloren geglaubtes Spiel und senden eine Botschaft. Der Foul-Hagel verwundert auch einen NBA-Star.

Vom FC Bayern berichtet Robin Wigger

Marko Pesic lief nach der Schlusssirene aufs Feld und herzte seine Spieler alle nacheinander.

Es war überdeutlich zu sehen: Der 70:68-Sieg des FC Bayern gegen ALBA Berlin war Balsam für die zuletzt angeschlagene Münchner Seele.

Eine dritte Niederlage in Folge in der Beko BBL hätte weitere Zweifel an der Titeltauglichkeit nach sich gezogen.

Stattdessen meldete sich der Meister der Vorsaison mit einem Ausrufezeichen zurück. Im vierten Aufeinandertreffen mit ALBA in dieser Spielzeit gelang der erste Sieg.

Starkes Schlussviertel

Dabei liefen die Gastgeber nach anfänglicher Führung bis in die Schlussphase einem Rückstand hinterher.

Lange Zeit spielten die Münchener nicht wie ein Titelaspirant agiert. 45 Zähler nach drei Vierteln sprechen eine deutliche Sprache

Doch "im vierten Viertel haben wir den Schalter umgelegt und zusätzliche Energie gefunden", sagte Jan-Hendrik Jagla bei SPORT1: "Wir haben durch mehrere gute Aktionen den Rückstand verkürzt. Dadurch stand die Halle Kopf. Das hat es uns einfacher gemacht, das Spiel umzubiegen."

Mit 25:10 entschied München das letzte Viertel vor den Augen der Fußball-Meister Matthias Sammer und David Alaba für sich. Der Tabellendritte hebelte die bis dato gewohnt starke Defensive der Berliner ein ums andere Mal aus.

ALBAs Niels Giffey begründete den späten Einbruch bei SPORT1 mit fehlendem Fokus. "Bayern hat am Ende besser gespielt und die Sachen umgesetzt, die wir ihnen am Anfang wegnehmen konnten. Kleinigkeiten wie Rebounds und Fouls lassen so ein Spiel kippen."

Fouls zerstören Rhythmus

Die Fouls bestimmten -  leider-  einen Großteil des Spiels. 32 zur Pause, 58 am Ende. Mit den Berlinern Reggie Redding, Clifford Hammonds, MVP Jamel McLean und Bayerns John Bryant mussten gleich vier Spieler die Schlusssekunden von der Bank aus verfolgen.

"Zur Halbzeit über 30 Fouls bei so einem Spiel mit voller Halle, das live auf SPORT1 zu sehen ist - da  kann man das vielleicht auch anders machen", äußerte Bayerns Manager Pesic Zweifel an der Linie der Referees. Auch Giffey konnte sich die "extrem hohe" Anzahl nicht erklären.

Und NBA-Star Kenneth Faried von den Denver Nuggets, der das Geschehen aus der ersten Reihe verfolgte, sagte, auf die Unterschiede zum amerikanischen Basketball angesprochen: "Hier werden viel mehr Fouls gepfiffen."

Bryce Taylor sprach nach der umkämpften Partie von "Playoffintensität- und Atmosphäre. Es ist gut zu wissen, dass wir so ein Spiel gewinnen können." Dusko Savanovic schlug nach dem "extrem wichtigen Sieg" in eine ähnliche Kerbe.

Auswärtsschwäche als Stolperstein?

Tatsächlich könnte es in den Playoffs zur Revanche kommen.

In einer möglichen Serie hätte ALBA, das am 3. Mai wohl ein echtes Endspiel gegen Bamberg um Platz eins hat, allerdings Heimrecht. Das könnte für den FCB zum Verhängnis werden. Die drei bisherigen Pleiten gegen Berlin fanden in der O2 World statt, in der Liga setzte es bereits sechs Auswärtsniederlagen.

Für Taylor nebensächlich: „Wir haben ein Team, das in der Lage ist, zu Hause und auswärts zu gewinnen. Wir können den Titel holen, aber es wird nicht einfach. Wir müssen konstanter werden. Hoffentlich können wir auf dieses Spiel aufbauen.“

Auch Jagla sprach davon, "den Schwung mitzunehmen, dann ist alles möglich".

Und Marko Pesic sagte: "Ich bin vorsichtig diese Saison. Aber wir werden bereit sein, wenn die Playoffs da sind."

Mit den Bayern ist (doch wieder) zu rechnen.

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