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München - Der langjährige Klub-Manager Marko Beens sieht bei SPORT1 im hohen Anspruchsdenken des Mäzens die Gründe für den Rückzug der Artland Dragons aus der Beko BBL.

Der Rückzug der Artland Dragons aus der Beko BBL sorgt nach wie vor für Gesprächsstoff.

Marko Beens äußerte sich bei SPORT1 "bestürzt" über die Nachricht. Ginge es nach dem langjährigen Manager des Pokalsiegers von 2008, würde der Standort Quakenbrück in der Beletage des deutschen Basketballs weiter bestehen können.

"Ich habe es immer für möglich gehalten, dass der Hauptsponsor einmal aussteigt oder gewaltig reduziert. Das ist natürlich auch sein gutes Recht", sagte Beens (DATENCENTER: Playoffs der Beko BBL). 

Zu hohe Ambitionen?

Er vermutet, dass die Erfolge der Vergangenheit die Ansprüche von Mäzen Günter Kollmann habe steigen lassen und er sich mit weniger als den Kampf um die Playoffs nicht zufrieden geben wollte. Dies sei aber aufgrund der gestiegenen Konkurrenz nicht mehr möglich, so Beens.

"Ich hätte es aber auch nicht ehrenrührig gefunden, mit diesem Team um die Klasse zu kämpfen. Bei 13.000 Einwohnern ist auch das untere Drittel der BBL oder auch ein Pro-A-Team respektabel", erklärte der Sportmanager.

Ohne Spitzenbasketball jedoch sieht er für die gesamte Region rund um die Kleinstadt schwere Zeiten zukommen.

Beens befürchtet Wegfall von Arbeitsplätzen

"Das Artland verliert den bekanntesten Werbeträger", sagte Beens sichtlich bewegt. Nicht nur zahlreiche Arbeitsplätze im Verein selbst, sondern auch im Tourismus würden wegfallen.

Dennoch ist er optimistisch, dass der Basketball in Quakenbrück erhalten werden kann, wenn auch nicht in der ersten Liga.

Dass das Aus des niedersächsischen Klubs den Rückzug weiterer kleiner Standorte in der Beko BBL zur Folge haben könnte, glaubt Beens nicht. "Ich halte das für eine singuläre Entscheidung", sagte er und begründete dies mit dem hohen Anspruchsdenken des Quakenbrücker Mäzens.

"Wichtiger sind solide geführte Klubs"

Ob die Liga für die Artland Dragons nun einen anderen Verein mit einer Wildcard ausstatten soll oder nicht, ist für Beens nicht entscheidend: "Es ist wichtiger, dass die teilnehmenden Klubs solide geführt sind."

Außerdem gab er zu bedenken, dass die Hürden für eine Aufnahme in die erste Liga in den vergangenen Jahren gestiegen seien. "Es ist jetzt viel schwieriger, auf den fahrenden Zug Beko BBL aufzuspringen, als früher. Der hat nämlich schon ein ganz schönes Tempo."

Zuletzt waren immer wieder die Standorte Hamburg und Köln als Kandidaten für eine Wildcard genannt worden, damit auch weiterhin 18 Vereine in der BBL vertreten sind.

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