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Alex Renfroe wechselt von ALBA Berlin zum FC Bayern © Getty Images

München - Vizemeister FC Bayern holt Alex Renfroe von ALBA Berlin. Berlins Sportdirektor Mithat Demirel nervt die "Politik des Geldbeutels".

Der FC Bayern München hat den ersten Kracher-Transfer des Sommers eingetütet und sich die Dienste des Point Guards Alex Renfroe von ALBA Berlin gesichert.

Der Amerikaner, der in der vergangenen Saison einer der besten Akteure der "Albatrosse" war, unterschreibt in München einen Vertrag über zwei Jahre und bestätigte seinen Wechsel am Sonntagnachmittag via Facebook.

"Ich muss das hier sagen bevor es jemand anders tut. Heute ist es passiert: Ich habe unterschrieben. Für die nächsten zwei Jahre werde ich bei Bayern München spielen", schrieb der 29-Jährige. Knapp zwei Stunden später löschte der Amerikaner seinen Post allerdings.

Der nächste Berliner bei Bayern

Für Berlins Sportdirektor Mithat Demirel kam der erneute Wechsel eines Berliner Leistungsträgers zum direkten Konkurrenten alles andere als unerwartet.

"Dass die Bayern früh versucht haben, mit Alex Kontakt aufzunehmen, wissen wir schon länger. Das ist jetzt nicht sonderlich überraschend", sagte Demirel SPORT1.

Renfroe steht mit seinem Wechsel in einer ganzen Reihe von Ex-Berlinern, die direkt oder über Umwege zu den Bayern gekommen sind. Den größten Aderlass für ALBA gab es vor der Saison 2013/2014, als mit Nihad Djedovic, Deon Thompson, Heiko Schaffartzik und Yassin Idbihi gleich vier Stammspieler an die Isar wechselten - und mit dem FCB direkt Meister wurden.

Mit Bryce Taylor,Lucca Staiger und Jan Jagla standen in der abgelaufenen Saison drei weitere Akteure mit ALBA-Vergangenheit im Kader des Vizemeisters.

"Bayern-Politik des Geldbeutels ist ja bekannt"

Bayerns großflächige Schwächung Berlins sorgte 2013 für reichlich dicke Luft zwischen den Kontrahenten, auch jetzt ist man bei ALBA genervt.

Mithat Demirel  schied mit Berlin im Vorjahr im Halbfinale der BBL aus
Mithat Demirel ist seit 2010 Sportdirektor bei ALBA Berlin © Getty Images

"Wir haben schon vor zwei Jahren alles dazu gesagt, was man dazu sagen kann. Dass dieses Vorgehen nicht besonders einfallsreich ist, kann man auch sehen", sagt Demirel und fügt vielsagend an: "Es gibt viele Spieler auf dem Markt, aber die Bayern-Politik des Geldbeutels ist ja bekannt."

Auch Renfroe war sich bewusst, welche Reaktionen sein Wechsel hervorrufen würde. 

"Ich weiß, dass meine Fans bei ALBA richtig sauer sein werden und ich verstehe das", schrieb er bei Facebook. "Aber ihr müsst wissen, dass ihr immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben werdet", versicherte Renfroe und bedankte sich ausführlich bei Fans und Verantwortlichen in Berlin.

Auf den Spuren von Hamann und Greene

Renfroe ist außerdem auf den Spuren von Steffen Hamann und Demond Greene, die vor ihrem Wechsel zum FCB ebenfalls für ALBA Berlin und die Brose Baskets aufgelaufen waren.

Die Trikotnummern der beiden deutschen Ex-Nationalspieler werden bei Bayern ehrenhalber nie wieder vergeben.

Renfroe führt ALBA zum historischen Erfolg

Der 29 Jahre alte Amerikaner, der 2013 bereits mit den Brose Baskets Bamberg Deutscher Meister wurde, hatte sich in der abgelaufenen Saison mit starken Leistungen ins Rampenlicht gespielt.

FC Bayern Muenchen v ALBA Berlin - BBL
Für Alex Renfroe und ALBA Berlin war im BBL-Halbfinale gegen den FC Bayern Endstation © Getty Images

In der Beko BBL legte Renfroe durchschnittlich 10,9 Punkte, 4,3 Assists und 4,7 Rebounds bei starken 41,8 Prozent Trefferquote von der Dreierlinie auf.

Zudem hatte der Guard vor allem am historisch guten Abschneiden der "Albatrosse" in der Turkish Airlines Euroleague entscheidenden Anteil, lieferte dort 9,8 Zähler, 5,3 Vorlagen und 4,5 Bretter in 26 Minuten pro Spiel ab.

Trotz sieben Siegen in der TOP-16-Runde verpasste ALBA in der Königsklasse aber das Viertelfinale, in den Playoffs der Beko BBL scheiterte Berlin mit 2:3 im Halbfinale an den Bayern.

"Natürlich hätten wir ihn sehr gerne behalten", erklärte Demirel: "Er hat eine super Entwicklung genommen und war ein sehr wichtiger Spieler."

Im Wettbieten mit dem FC Bayern hatten die Berliner aber das Nachsehen. Einmal mehr.

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