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Bayerns Trainer Svetislav Pesic (mit Pressechef Andreas Burkert) wurde gegen ALBA Berlin des Feldes verwiesen
Bayerns Trainer Svetislav Pesic (mit Pressechef Andreas Burkert) wurde in Berlin des Feldes verwiesen © imago

Nach dem dramatischen Einzug in die Finals zieht Bayern-Coach Svetislav Pesic einen gewagten Vergleich. Berlin erlebt vor den Augen von Dennis Schröder ein böses Deja-Vu.

Aus Berlin berichtet Marcel Jarjour

Svetislav Pesic war schnell wieder gefasst nach dem Basketball-Krimi in der Berliner Arena am Ostbahnhof.

Soeben hatten seine Bayern im alles entscheidenden fünften Halbfinalspiel gegen Alba Berlin mit 101:96 in der Verlängerung gewonnen und das Finale gegen Bamberg erreicht. (DATENCENTER: Der Zeitplan der Finals)

Und dennoch stand der Serbe im Fokus. Mal wieder, muss man fast schon sagen.

Pesic wütet

Nach zwei technischen Fouls durch Betreten der Spielfläche und höhnischem Applaus für den Schiedsrichter musste Pesic im dritten Viertel den Innenraum verlassen.

Ihm blieb nichts anderes übrig, als in der Kabine zu bleiben und die verbleibenden Minuten auf dem Tablet zu verfolgen. Doch wer jetzt dachte, Pesic hole gegen den Referee aus und verteile Schiedsrichterschelte alá Fußball-Boss Karl-Heinz Rummenigge, der wurde eines Besseren belehrt.

Vergleiche mit Hoeneß

Er wolle lieber gar nichts zu den Leistungen der Unparteiischen sagen. Sie ständen schließlich nicht im Fokus. Auch die Liga selbst wollte die Situation nicht überbwerten. Pesic ist im Finale wieder coachingberechtigt. Gänzlich Schweigen und den Triumph genießen, konnte und wollte der emotionale Trainer dann aber doch nicht. 

FC Bayern Muenchen v ALBA Berlin - BBL Playoffs
Uli Hoeneß jubelte vor seiner Verurteilung regelmäßig im Audi Dome der Basketballer © Getty Images

Und sagte etwas über seine Gefühle nach dem Verweis aus der Halle. "Ich habe mich gefühlt wie Uli Hoeneß im Gefängnis", sagte er.  Machtlos, eingesperrt, ohne Einfluss.

Schaffartzik dreht auf

Sein Team steckte den Verlust des Coaches jedoch schnell weg. Co-Trainer Emir Mutapcic übernahm das Kommando an der Seitenlinie. "Das Team hat danach besser gespielt", analysierte Pesic im Anschluss. Allen voran die beiden Ex-Berliner Nihad Djedovic und Heiko Schaffartzik liefen richtig heiß.

Schaffartzik, der gnadenlos ausgepfiffen wurde, steuerte 13 Punkte bei, versenkte jeden Versuch. Wie in Spiel fünf in den Finals des vergangenen Jahres, drehte der Guard in seinem ehemaligen Wohnzimmer auf und hatte maßgeblichen Anteil am Ende der schwarzen Münchner Serie. Die hatten zuvor wettbewerbsübergreifend alle Partien dieser Saison in der Hauptstadt verloren.

Schröder in der Halle

Djedovic kam auf 30 Zähler und war der beste Münchener. "Oliver Kahn hat mal gesagt: Weiter, immer weiter. Das haben wir heute beherzigt", sagte Schaffartzik. Vor allem in der Schlussphase verbuchten die Bayern  bei 28 Versuchen von der Dreipunktelinie stolze 14 Treffer.

Doch hätten sich die Münchener nicht beklagen dürfen, wenn Alba ins Finale eingezogen wäre. Besonders die beiden US-Amerikaner Reggie Redding (18 Punkte) und Jamel McLean (29 Punkte) stellten die Münchner vor den Augen von NBA-Profi Dennis Schröder immer wieder vor Probleme.

Alba scheitert erneut

Doch am Ende stand Alba mal wieder mit leeren Händen da. Zum dritten Mal in Folge sind die Albatrosse in den Playoff-Offs an München gescheitert.

"Auch Alba hätte es verdient gehabt. Ich bin glücklich, dass wir im Finale sind", erklärte Matchwinner Djedovic und fügte hinzu: "Unterschätze niemals das Herz eines Champions".

Bamberg wartet in den Finals

Das Kapitel Berlin ist für die Bayern nun geschlossen. Ab sofort ist der Fokus auf Bamberg gerichtet, das schon seit fast einer Woche auf den Finalgegner wartet.

Es sei ganz klar ein Nachteil für den Titelverteidiger Bayern, dass zwischen Halbfinale und Finale nur zwei volle Tage liegen würden, sagte Pesic und brach dann auf. Er wollte nur noch weg aus Berlin und aus der Halle, in der er sich eingesperrt fühlte.

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