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Der von Svetislav Pesic trainierte FC Bayern legte gegen die Pleite in Ludwigsburg Protest ein
Der von Svetislav Pesic trainierte FC Bayern legte gegen die Pleite in Ludwigsburg Protest ein © Imago

München und Ludwigsburg - Wie 2014 hat die Viertelfinal-Partie 4 in Ludwigsburg ein Nachspiel. Diesmal ist der FCB benachteiligt. Grund ist ein Videobeweis. Nicht die einzige strittige Szene...

Wie vor zwei Jahren hat das vierte Viertelfinal-Spiel zwischen Gastgeber MHP Riesen Ludwigsburg und dem FC Bayern München ein Nachspiel.

Die Münchner haben Protest gegen eine Schiedsrichter-Entscheidung bei der 69:75 (35:47)-Pleite, die ein fünftes und entscheidendes Duell am Donnerstag (20.15 Uhr im LIVETICKER) bedeuten würde, eingelegt.

Der FCB protestiert dabei nach Auskunft von Jens Staudenmayer, Leiter Sport bei der Beko BBL, gegen die Anwendung des Videobeweises, der die Aberkennung von Alex Renfroes Korbleger zum 71:73 drei Sekunden vor Schluss zu Folge hatte.

Zunächst hatten die Referees auf Goaltending (irreguläres Wegschlagen eines Wurfes) entschieden, Schiedsrichter Martin Matip hatte aber nach Ansicht der Szene im Video den Bayern die beiden Punkte aberkannt.

Die Szene des Anstoßes: Ludwigsburgs Jason Boone schlägt den von Alex Renfroe geworfenen Ball vom Ring
Die Szene des Anstoßes: Ludwigsburgs Jason Boone schlägt den von Alex Renfroe geworfenen Ball vom Ring © Telekom Basketball

Die Entscheidung selbst, gegen welche der Vizemeister protestiert, war zwar nach Meinung von Telekom-Basketball-Kommentator Stefan Koch, langjähriger Bundesligatrainer, korrekt - allerdings ist dies umstritten.

Doch hätten die Unparteiischen das Instant Replay laut Punkt 5.2 der offiziellen Beko-BBL-Standards gar nicht bemühen dürfen, um ein Goaltending zu überprüfen.

Auszug aus den offiziellen Beko-BBL-Standards 2015/16
Auszug aus den offiziellen Beko-BBL-Standards 2015/16 © Beko BBL

Dies bestätigte Staudenmayer SPORT1. Jedoch werden die Schiris erst noch befragt, warum der Videobeweis tatsächlich genutzt wurde.

Die Bayern haben ihren Protest inzwischen schriftlich begründet. Das Fax ging fristgerecht bei der Liga ein.

Es war nicht die einzige strittige Entscheidung gegen die Münchner in der Schlussphase: Kapitän Bryce Taylor wurde 1:33 Minuten vor dem Ende von Riese Adam Waleskowski gehalten, der Foulpfiff blieb aber aus.

Ballverlust Bayern statt Foul Ludwigsburg: Adam Waleskowskis Greifen nach Bryce Taylor blieb ungeahndet
Ballverlust Bayern statt Foul Ludwigsburg: Adam Waleskowskis Greifen nach Bryce Taylor blieb ungeahndet © Telekom Basketball

Münchens Trainer Svetislav Pesic meinte dennoch im Anschluss: "Letztlich waren die Dreier von Ludwigsburg in den ersten 20 Minuten der Grund, dass wir verloren haben." 

Der Protest im Zusammenhang mit dem Videobeweis ist nicht ohne Ironie, ist dieser doch erst nach einem Schiedsrichterfehler im Viertelfinal-Duell zwischen FCB und Riesen eingeführt worden.

Damals hatten die Unparteiischen nach einem Fingerzeig von Bayern-Profi Heiko Schaffartzik den gefoulten Ludwigsburger von der Freiwurflinie weggeholt und den bereits erzielten Punkt aberkannt.

Dem Protest der unterlegenen Riesen wurde stattgegeben, die Bayern gewannen jedoch das Wiederholungsspiel deutlich, zogen ins Halbfinale ein und wurden in der Folge Deutscher Meister.

Der Playoff-Baum der Beko BBL © SPORT1
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