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Als Nationaltrainer Serbiens gewann Sasa Djordjevic 2014 WM-Silber
Als Nationaltrainer Serbiens gewann Sasa Djordjevic 2014 WM-Silber © Getty Images

Pesic-Zögling Sasa Djordjevic strebt mit dem FC Bayern nach "höchsten Zielen" und hofft auf weitere Verstärkungen. Den Fehler der Trail Blazers sollte er nicht machen.

Als die Basketballer von Bayern München 2011 in die Bundesliga zurückkehrten, war die Furcht der Konkurrenz groß.

Sie werden auf Jahre hin dominieren, mit ihren enormen finanziellen Mitteln alles überrollen, hieß es. Fünf Jahre später ist die Bilanz jedoch mäßig, abgesehen von einem Meistertitel (2014) blieben die großen Erfolge aus - das soll sich nun schnell ändern.

In Aleksandar Djordjevic verpflichtete der Klub als Nachfolger von Trainer-Legende Svetislav Pesic einen Coach, der in seiner Spieler-Karriere alles gewonnen hat und dabei trotzdem hungrig geblieben ist.

Auf Medaillenjagd in Rio

 "Wir alle werden gemeinsam in allen Wettbewerben versuchen, nach den höchsten Zielen zu greifen", sagte der 48-jährige Serbe. Im Klartext: Bayern will Titel gewinnen und Serienchampion Brose Bamberg ablösen.

Nachdem Pesic in der Vorwoche aufgrund gesundheitlicher Probleme zurücktreten musste, beginnt in München eine neue Zeitrechnung.

 Allerdings mit etwas Verzögerung: Weil Djordjevic in den kommenden Wochen bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro mit Serbien um Medaillen kämpft, kann er erst Ende August zur Mannschaft stoßen.

Ein Zögling von Svetislav Pesic

Bis dahin sollen noch "ein, zwei Spieler" verpflichtet werden, kündigte der neue Bayern-Coach aber schon an. Ansonsten sei er mit dem Kader sehr zufrieden.

In Flügelspieler Vladimir Lucic und Center Devin Booker hatte sich der Pokalsieger von 1968 bereits vor Djordjevic' Amtsantritt zwei hochkarätige Verstärkungen gesichert.

Spielerisch wird sich in München aber wohl nicht viel ändern. "Es freut mich, die Arbeit von Svetislav Pesic fortsetzen zu können", sagte Djordjevic: "Uns verbindet eine lange Beziehung, ich war ja sein Kapitän im Junioren-Nationalteam."

Djordjevic räumt als Spieler und Trainer ab 

Gemeinsam wurden sie 1987 Junioren-Weltmeister, nachdem der spätere Weltklasse-Spieler zuvor schon als 17-Jähriger im Männer-Nationalteam unter Pesic debütiert hatte. Bis zu seinem Rücktritt als Profi 2005 folgten unter anderem Olympia-Silber (1996), ein WM-Triumph (1998) und drei EM-Titel (1991, 1995, 1997).

Nach dem Wechsel auf die Trainerbank ging es fast nahtlos weiter. Mit Serbien holte Münchens neuer Hoffnungsträger vor zwei Jahren WM-Silber und belegte bei der EM 2015 den vierten Platz.

"In den vergangenen Jahren hat er sich zu einem der interessantesten Coaches einer neuen Generation entwickelt. Er hat außerdem eine außergewöhnlich einnehmende Persönlichkeit und zugleich Autorität", sagte Bayern-Geschäftsführer Marko Pesic.

Nur an der NBA gescheitert 

"Sasa" Djordjevic hat sich in seiner Heimat den Status einer lebenden Legende verdient. Gescheitert ist er eigentlich nur einmal: an der NBA.

In der nordamerikanischen Profiliga konnte sich Europas Basketballer der Jahre 1994 und 1995 trotz überragender Anlagen nicht durchsetzen und gab lediglich 1996 für acht Spiele ein kurzes Gastspiel bei den Portland Trail Blazers. Zuvor hatte er bereits vergeblich bei den Boston Celtics vorgespielt.

Djordjevic fühlte sich "ein bisschen betrogen" sagte er nach dem Abschied aus den USA. Ihm wurde in Portland die Rolle als zweiter Point Guard versprochen, doch anstatt seine Offensivqualitäten zu nutzen, sahen die Coaches in ihm lediglich einen Verteidiger.

"Ich wollte einfach nur spielen, aber die Trainer haben einfach nicht mit mir gesprochen", sagte er. Bei den Bayern will Djordjevic solche Fehler selbst nicht machen. 

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