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München - Uli Hoeneß will den FC Bayern Basketball langfristig konkurrenzfähig machen - auch mit der NBA. Dafür schmiedet er große Pläne mit Sportdirektor Marko Pesic.

2014 ist für Uli Hoeneß ein Traum in Erfüllung gegangen: Der FC Bayern gewann auch im Basketall die deutsche Meisterschaft. Die jahrelange Dominanz der Bamberger schien gebrochen.

Doch der Erfolg währte nur kurz. In den vergangenen drei Jahren ging der Titel wieder ausschließlich an das Team aus Oberfranken.

(Auftakt der Basketball-Bundesliga mit s.Oliver Würzburg - Brose Bamberg am Freitag um 20.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1)

In den letzten acht Jahren holte Brose Bamberg - mit Ausnahme der Meisterschaft der Bayern - sieben Mal den Titel. Hoeneß konnte aufgrund seiner Haftstrafe vieles nur aus der Ferne beobachten. Doch die Abteilung Attacke ist wieder da und läuft auf Hochtouren.

Große Investitionen in der Zukunft

Um in Zukunft nicht nur im Fußball, sondern auch im Basketball auf Dauer die Nummer eins zu sein, nehmen Hoeneß und Sportdirektor Marko Pesic ordentlich Geld in die Hand. "Wir schauen nicht so sehr auf den Etat, sondern dass wir eine gute Mannschaft zusammenstellen und dann versuchen wir das Geld dafür aufzutreiben. Das ist uns gelungen", sagte der Bayern-Präsident vor dem Saisonauftakt am Wochenende im Gespräch mit SPORT1.

Laut Hoeneß sind alle Transfer-Wünsche, die an das Präsidium herangetragen wurden, erfüllt worden. "Ich denke, Marko Pesic ist zufrieden mit den zur Verfügung gestellten Finanzen und ich hoffe, ich bin an Weihnachten zufrieden mit dem, was daraus gemacht wurde."

Auch Pesic selbst ist höchst angetan vom Kader: "Ich freue mich sehr auf die nächste Saison, weil ich das Gefühl habe, dass wir in diesem Jahr eine wesentlich bessere Mannschaft haben als im letzten Jahr."

Hoeneß höchstpersönlich habe bei dem ein oder anderen Spieler mitgeredet, bestätigt Pesic im kicker: "Er kann gut einschätzen, ob jemand zum Verein passt."

Erst seit sechs Jahren wird in München professionell Basketball gespielt, daher ist Hoeneß mit der bisherigen Bilanz durchaus zufrieden: "Wir waren einmal Deutscher Meister und mehrere Male im Pokalendspiel. Im Großen und Ganzen ist das okay."

Neues Großprojekt bereits im Bau

Doch Uli Hoeneß wäre nicht Uli Hoeneß, wenn er nicht schon am nächsten Großprojekt arbeiten würde. Gemeinsam mit Red-Bull-Anteilseigener Dietrich Mateschitz bauen die Münchner eine neue Großsporthalle, in der sowohl die Basketball-Abteilung des FC Bayern, aber auch der EHC Red Bull München Platz finden sollen.

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"Wir sind sehr ambitioniert, deshalb haben wir auch die Initiative ergriffen, mit Herrn Mateschitz eine Halle zu bauen, weil wir damit noch einen Schritt weiter kommen können", zeigt sich Hoeneß zufrieden: "Das Ziel muss sein, nicht nur national, sondern auch international eine Größe zu sein. Das kannst du aber nur, wenn du ein Ambiente schaffst, damit internationale Spieler nach München kommen." Spätestens 2021 soll das Großprojekt fertig sein.

Doch trotz einer neuen Halle und einem verbesserten Kader wird es laut Hoeneß auf Dauer nicht einfach werden, sich gegen Brose Bamberg durchzusetzen. "Es wird immer schwer werden Bamberg zu schlagen, weil Herr Stoschek (Investor der Bamberger, Anm. d. Red.) sicherlich keine Ruhe geben wird", ist sich Hoeneß sicher.

In die Jugend investieren

Für den 65-Jährigen gibt es dennoch nur eine Marschrichtung: "Am Ende wollen wir, das sage ich ganz deutlich, Meister werden." Und dafür soll nicht nur in fertige Profis, sondern auch in die Jugend investiert werden.

Als nächster Schritt ist ein Nachwuchsleistungszentrum geplant. Denn auch im Basketball soll die Philosophie fortgesetzt werden, die unter Hoeneß bei den Fußballern begonnen wurde.

Dazu passt die Verpflichtung von Daniele Baiesi. Der 41-jährige Italiener war in den letzten drei Jahren in Bamberg als Sportchef für die Kaderplanung zuständig. Bei den Münchnern ist er bis 2019 vertraglich gebunden. Gemeinsam mit Geschäftsführer Pesic soll der frühere NBA-Scout ein erfolgreiches Duo bilden, das nicht nur der nationalen, sondern auch der internationalen Konkurrenz einheizen will.

"Wir stehen nicht nur in Konkurrenz mit Bamberg, sondern auch mit der EuroLeague und - wie man in den letzten zwei Jahren gesehen hat - auch mit der NBA, und mit neuen Märkten wie China und Japan", sagt Pesic.

Unabhängig von den vielen Anforderungen sieht Pesic das Team gut gerüstet: "Wir haben es geschafft etwas zu wahren, was nicht viele schaffen, nämlich eine Kontinuität. Wir haben eine Mischung aus Kontinuität mit alten Leistungsträgern und neuen Spielern, die uns auf ein neues Level heben werden."

Aussagen, die vor allem Uli Hoeneß freuen dürften.

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