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Karsten Tadda wurde von den Fans in Bamberg herzlich empfangen
Karsten Tadda wurde von den Fans in Bamberg herzlich empfangen © imago

Bamberg und München - Freiwillig weg von Meister Bamberg - dennoch wurde Gießens Karsten Tadda bei seiner Rückkehr gefeiert. Bei SPORT1 erklärt er seinen Wechsel zum Exempel.

Der Kapitän geht von Bord, die Identifikationsfigur schlechthin wechselt nach acht Jahren bei seinem Heimatklub zum Ligakonkurrenten - und das während der Saison.

Und dennoch feierten die Fans der Brose Baskets "ihren" Karsten Tadda bei seiner Rückkehr nach Bamberg lautstark, keinen Deut leiser als die aktuell bei Bamberg beschäftigten Allstars (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan).

Der Gänsehautmoment bei der Spielervorstellung am Allstar Day am vergangenen Wochenende belegt, dass Tadda ein besonderer Spieler ist - und sein Weggang zu den Gießen 46ers ein besonderer Wechsel.

Spielzeit mehr als verdoppelt

Vom Deutschen Meister und Branchenkrösus Bamberg zum Aufsteiger, der wieder mal im Neuaufbau ist, wie Tadda selbst sagt.

Was viele verwundert, erklärt der 64-malige Nationalspieler im Gespräch mit SPORT1 denkbar simpel: "Ich habe in Bamberg wenig gespielt und wollte einfach lange auf dem Feld stehen, Verantwortung tragen. Das wurde mir in Gießen geboten." (Das offzielle Buch zum Jubiläum: 50 Jahre Basketball Bundesliga. Alle Infos auf www.50JahreBBL.de)

Fast 27 Minuten steht er durchschnittlich für die 46ers auf dem Parkett, ist mit 4,2 Assists deren zweitbester Vorlagengeber.

Bei den Brose Baskets durfte er in den Vorjahres-Playoffs nicht mal elf Minuten pro Partie ran. Zu Anfang dieser Saison waren es vier Minuten - total, bei zwei Einsätzen (Die Tabelle der Beko BBL).

Trinchieri respektiert Taddas Entschluss

Und so durfte Meistercoach Andrea Trinchieri über den Wechsel auch nicht überrascht sein.

Trinchieri bringt bei SPORT1 Respekt auf für Taddas Entscheidung, und lobt den 27-Jährigen, der mit zwei Dreiern, einem Steal und einem Assist im Schlussviertel einigen Anteil am ersten Sieg der Nationals gegen das Team International hatte: "Ein großartiger Kerl, ein guter Spieler. Für mich zählt nur, dass er glücklich ist."

Das ist Tadda. "Ich bereue die Entscheidung in keinem Fall, sondern bin sehr froh darüber." Auch, wenn er in Gießen weniger verdient als bei den von Michael Stoschek kräftig bezuschussten Brose Baskets.

Wie groß seine Abstriche beim Gehalt sind, mag er auch prozentual nicht preisgeben: "Darüber redet man nicht. Aber es tut nicht weh."

Appell an die Youngsters

"Ich bin noch jung und will viel spielen - alles andere steht im Hintergrund", betont er - und will mit seiner Entscheidung gegen das größtmögliche Gehalt und für mehr Spielanteile auch ein Beispiel setzen: "Ja natürlich. Es macht keinen Sinn, in jungen Jahren auf der Bank zu sitzen."

Das ruft er den Youngsters auch mit Blick aufs Nationalteam in Erinnerung. "Wir haben sehr viel Potenzial, das nachkommt. Aber die Spieler müssen sich weiterentwickeln, und dazu ist viel Spielzeit extrem wichtig."

Angesichts der Reaktionen, die Taddas Wechsel folgten, könnte dieser tatsächlich als Exempel taugen.

Von den ehemaligen Mitspielern habe er "keine schlechten Stimmen gehört", in den sozialen Medien gab es massiven Zuspruch, und dann dieser Empfang an alter Wirkungsstätte: "Das hat mich sehr gerührt", gibt Tadda zu.

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