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Garlon Green gewann den Dunking Contest in Bamberg
Garlon Green gewann den Dunking Contest in Bamberg © imago

Bamberg - Sein Eigenkorb brachte Garlon Green zweifelhaften Ruhm. Bei SPORT1 spricht der Dunking-Champ über die Aktion und die Folgen, seinen Bruder in der NBA und seinen Karriereplan.

Nein, Garlon Green brauchte den Dunking Contest in Bamberg und seinen Triumph nicht zur Traumabewältigung oder Wiederherstellung seines guten Rufs.

Schließlich war klar, dass keine noch so spektakuläre Aktion jenen Eigenkorb verblassen lassen könnte, mit welcher der Zwei-Meter-Mann in Diensten der Walter Tigers Tübingen zum Gespött der Basketballwelt geworden war.

Einschließlich des Abspiels der Szene in der Show Shaqtin' A Fool, in der NBA-Legende Shaquille O'Neal seine Deppen der Woche vorführt - eigentlich nur aus der NBA.

Panne nicht mehr im Sinn

Doch Garlon Green hatte sich seinen Platz verdient. Mit 0,4 Sekunden Restspielzeit sprang er einem absichtlich verworfenen Freiwurf eines Braunschweigers hinterher - und stopfte ihn in die eigene Reuse.

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Wodurch die Tübinger nicht mit zwei, sondern mit vier Punkten Unterschied verloren, und worüber sich sein Mitspieler Bogdan Radosavljecic mächtig aufregte. (Das offzielle Buch zum Jubiläum: 50 Jahre Basketball Bundesliga. Alle Infos auf www.50JahreBBL.de)

Doch als es beim Beko BBL Allstar Day darum ging, den König der Lüfte zu ermitteln, habe diese Panne "nicht wirklich" in seinem Kopf herumgespukt, sagte der nun 25-Jährige zu SPORT1.

Im Schatten des großen Bruders

Daher hatte er nicht einmal erwogen, selbstironisch eine Homage an sein Missgeschick zu inszenieren.

Und dennoch verfolgt es ihn. Auch in der Kabine gab es Gelächter der Allstar-Kollegen, gestand er. Doch er erklärte auch: "Ich bin froh, dass ich die ganze Publicity bekommen habe. Es war halt eine kontroverse Aktion."

Der wenn auch zweifelhafte Ruhm lässt den Small Forward ein wenig aus dem Schatten seines älteren Bruders treten. Gerald - jüngst ebenfalls in ungewollten Schlagzeilen - spielt bei den Miami Heat, während er selbst in der Beko BBL gegen den Abstieg kämpft. "Ziemlich hart" sei das.

"Wir lieben es zu dunken"

Wobei die Kunst des Dunkings die beiden eint. "Meine Eltern waren ziemlich athletisch, also haben sie ihre Verdienste. Und wir lieben es zu dunken."

Gerald - einst auch Teamkollege von Dirk Nowitzki bei den Dallas Mavericks - wurde 2007 NBA Slam Dunk Champion, Garlon trat schon beim Dunking-Wettbewerb der D-League und beim Texas Legends Fan Jam auf - als er über den 2,33 Meter großen Paul Sturgess hinweg zum Dunking flog.

Und auch in Bamberg stopfte er über einen Riesen - den 2,13 Meter großen Radosavljevic. Ist dessen Ärger nach dem Eigenkorb also verflogen? "Ach, er ist einer derjenigen, die sich häufiger über mich aufregen", sagt Green. "Aber wir leben Tür an Tür, sind wie Brüder, und Brüder bekämpfen sich schon mal."

"Und das ging nach hinten los"

Gemeinsam wollen sie die Walter Tigers - derzeit punktgleich mit dem Vorletzten auf Platz 16 - in der Liga halten. Und Green kann sich trotz im Sommer auslaufenden Vertrags sehr gut vorstellen, in Deutschland zu bleiben.

Seinen Traum von der NBA hat er zwar noch nicht aufgegeben, kann sich aber auch mit der Euroleague oder dem Eurocup anfreunden: "Ich will auf dem höchstmöglichen Level spielen."

Und jedes Spiel unbedingt gewinnen, wie sein Missgeschick in Braunschweig beweist. "Ich wollte einfach irgendwas ausrichten - und das ging nach hinten los."

Sollte sein Team vier Zehntelsekunden vor Schluss wieder mit zwei Punkten hinten liegen und der Gegner zum Freiwurf ansetzen, sei nichts unmöglich: "Es ist keine günstige Konstellation, aber wenn wir den Ball dann erst mal haben..."

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