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Dirk Nowitzki stellt vor seiner Rückkehr ins DBB-Team klar, dass Dennis Schröder die Schlüsselrolle hat. Passt das NBA-Duo zusammen? Ein Ex-Maverick könnte Vorbild sein.

Die Zeiten haben sich geändert.

Dirk Nowitzki ist natürlich noch keine graue Eminenz, aber der beste deutsche Basketballer weiß, dass er mit 37 Jahren und nach vier Jahren Pause nicht mehr der Heilsbringer der Nationalmannschaft sein kann.

Der 37-jährige Superstar wird naturgemäß das Gesicht der Heim-EM sein, sportlich wird es speziell darauf ankommen, wie er mit dem zweiten etablierten NBA-Spieler Dennis Schröder harmoniert. An der Rollenverteilung lässt Nowitzki dabei keinen Zweifel. (Der Spielplan der EM 2015)

"Dennis muss das Spiel leiten. Ich kann ein Spiel nicht mehr so dominieren, wie ich es früher konnte", sagte Nowitzki der Süddeutschen Zeitung.

Nowitzki in einer Nebenrolle?

Nur eine Nebenrolle also für den 13-maligen All-Star und NBA-Champion von 2011 in Schröders Show? Das überrascht nur auf den ersten Blick.

Neben Nowitzkis Reputation als einer der selbstlosesten Superstars der Basketball-Historie ist diese Einschätzung auch Ausdruck der Realitäten. Schließlich hat er erstmals im Nationaltrikot einen NBA-Spielmacher an seiner Seite.

Nowitzki ist nach wie vor ein gefährlicher Scorer und mit seiner Erfahrung der unumstrittene Anführer. Wenn das Team von Bundestrainer Chris Fleming aber auch nur in die Nähe von Platz sechs - und damit vom Olympia-Qualifikationsturnier - kommen will, ist Schröder der Schlüssel.

"Schröder hat sich trotz seiner jungen Jahre schon letztes Jahr viele Spielanteile genommen. Seine zweite NBA-Saison war um einiges besser als die erste. Vor allem die Erfahrung Playoffs lässt einen Spieler reifen", sagt Pascal Roller bei SPORT1.

Feuertaufe für Schröder

Der Ex-Nationalspieler kann sich in Schröders Aufgabe hineinversetzen. Schließlich hat er viele große Turniere als Point Guard des DBB-Teams bestritten.

Angesichts der auch im Spielaufbau hochkarätig besetzten Gruppengegner wird es die Feuertaufe für Schröder, bei dem 2014 in der EM-Qualifikation auch gegen zweitklassige Gegner Licht mit Schatten wechselte.

Nun muss sich der 21-Jährige mit den europäischen Topstars Sergio Rodriguez, Daniel Hackett und Milos Teodosic messen. Ein gutes Zusammenspiel mit Nowitzki oder auch dem zukünftigen NBA-Kollegen Tibor Pleiß ist da besonders wichtig. "Es wird mehr Situationen geben, in denen Schröder mit Pleiß agiert", vermutet Roller.

Fleming muss Stile kombinieren

Kann das Gespann Nowitzki/Schröder denn überhaupt funktionieren? Auf der einen Seite der Veteran der Dallas Mavericks, der von seinem immer noch tödlichen Wurf lebt. Auf der anderen Seite der Jungspund, der mit seinem spektakulären und teils wilden Stil zum starken sechsten Mann der Atlanta Hawks reifte.

"Es wird wichtig sein, dass Chris Fleming ein System findet, in dem sich alle wiederfinden. Der Trainer ist gefragt, Konstellationen zu finden, bei denen die Stärken zu Tage treten", betont Roller.

Ellis als Vorbild für Schröder

Gerade das in der NBA so beliebte Pick and Roll zwischen Guard und großem Spieler erscheint auf dem Papier nicht als ideales Mittel. Trotz starker Verbesserungen hat Schröder noch große Defizite beim Distanzwurf - speziell aus dem Dribbling.

Geht ein Assist voraus, hat der Braunschweiger deutlich bessere Wurfquoten. Zudem rollt Nowitzki nach gestelltem Block inzwischen kaum noch zum Korb ab.

Allerdings hat "Dirkules" über die Jahre immer wieder gezeigt, dass er sich auf Teamkollegen einstellen kann. Als Monta Ellis 2013 nach Dallas kam, waren viele Experten skeptisch. Das Duo harmonierte erstaunlich gut, obwohl auch Ellis nicht zu den sichersten Dreierwerfern zählt.

Nowitzki steigt bewusst früh ein

Im Trainingslager auf Mallorca steigt Nowitzki in der nächsten Woche ein - vier Wochen vor der EM. Nie zuvor war er so früh beim Nationalteam.

Diese Zeit ist auch notwendig, um das gesamte Team und vor allem die beiden Stars aufeinander abzustimmen. Flexibilität wird entscheidend sein.

"Fleming ist ein Coach, der sehr akribisch Systeme nach seinen Spielern gestaltet und nicht ein System baut und dann schaut, dass Spieler irgendwie reinpassen", bestätigt Roller. Die Zeiten der Nowitzki-Show sind in der Tat vorbei.

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