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Dirk Nowitzki (l.) spielt in der NBA bei den Dallas Mavericks
Dirk Nowitzki (l.) spielt in der NBA bei den Dallas Mavericks © Getty Images

Die Nationalspieler genießen ihre letzten freien Tage vor der Basketball-EM. Der zweite Test gegen Frankreich sorgt für etwas Zuversicht, doch viele Fragen bleiben offen.

Mit ganz viel Ruhe leitet Dirk Nowitzki seinen persönlichen EM-Countdown ein.

"Montag mach ich gar nix, Dienstag leichtes Wurftraining", sagte der Basketballstar nach dem abschließenden Testspiel des Nationalteams für den Höhepunkt des Jahres.

Kurz darauf machte er sich von Köln auf den Weg zur Familie nach Würzburg.

Partie gegen Frankreich sorgt für Zuversicht

Bis zum Wiedersehen beim Treffpunkt am Mittwoch im Vorrundenspielort Berlin geht es für Nowitzki und seine Teamkollegen darum, etwas Abstand vom Sport zu gewinnen. Bevor auf der Zielgeraden der wochenlangen Vorbereitung der ganz große Rummel in der Hauptstadt beginnt, werden ausnahmsweise die Beine hochgelegt.

"Die ganze Mannschaft wird nochmal abspannen, das haben wir uns verdient", sagte Nowitzki. Die knappe 63:68-Niederlage gegen Europameister Frankreich im zehnten Länderspiel des holprigen Sommers hat im Lager des Deutschen Basketball Bundes (DBB) wieder für etwas mehr Zuversicht gesorgt.

Nowitzki war mit der Leistung vor 18.500 Fans in EM-Atmosphäre ("Die Stimmung war einmalig") zufrieden - auch persönlich. Vor allem körperlich gehe es aufwärts. "Ich habe mich heute am besten gefühlt von allen Vorbereitungsspielen. Ich war aktiv, war aggressiver", sagte der NBA-Star von den Dallas Mavericks: "Das werden wir in Berlin brauchen."

"Mit der Gruppe kann alles passieren"

Couragiert trat das deutsche Team nach der Abfuhr gegen den Titelkandidaten zwei Tage zuvor in Straßburg (52:76) auf und hatte eine Siegchance. Das alles kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es mit der Form der vergangenen Wochen in der stark besetzten Vorrundengruppe wohl Probleme geben wird.

Kein Wunder, dass DBB-Präsident Ingo Weiss lieber keine Zielvorgabe formulieren wollte. "Mit der Gruppe kann alles passieren", sagte der 51-Jährige. Auch die Spieler blieben vorsichtig. So sieht Heiko Schaffartzik, gleichberechtigter Kapitän neben Nowitzki, sein Team immer noch in einem Prozess. Es bleibt allerdings nicht viel Zeit.

Frankreich setzte den viermaligen NBA-Champion Tony Parker, Dreh- und Angelpunkt in der Mannschaft, in Köln ganze sieben Minuten ein. Auch andere Stars wie Joffrey Lauvergne schonte Trainer Vincent Collet. Dennoch gewannen die in der Anfangsphase äußerst schwachen Gäste.

Nicht mehr als ein gutes Gefühl

Mehr als ein gutes Gefühl können die Basketballer nicht mit in den Mini-Urlaub nehmen.

Beim Auftakt am Samstag gegen Außenseiter Island dürfte es zwar keine Schwierigkeiten geben, gegen Schwergewichte wie Serbien, Italien und Spanien muss das Team aber anders auftreten als zuletzt.

Nowitzki weiß, wo es Nachholbedarf gibt. "Wir müssen einen Weg finden, die schlechten Phasen zu überbrücken. Wir müssen noch besser zupacken, hinten besser rebounden", forderte der 37-Jährige. Sein NBA-Kollege Dennis Schröder von den Atlanta Hawks vermisst die Kaltschnäuzigkeit: "Wir müssen das Spiel besser finishen."

Bundestrainer Fleming bleibt zuversichtlich

Einige Trainingseinheiten bleiben noch, Bundestrainer Chris Fleming ist zuversichtlich. "Wir waren von Tag eins positiv, wir sind auch jetzt positiv. Wir haben aus jedem Spiel gelernt", sagte der US-Amerikaner: "Es macht viel Spaß, mit der Mannschaft zu arbeiten, egal, wie wir abschneiden."

Bei wie viel Prozent ihrer Leistungsfähigkeit die Mannschaft schon sei, wollte Fleming nicht beantworten.

"Die Frage und die Dirk-Integrationsfrage würde ich nehmen, wenn ich ein Veto hätte", scherzte der 45-Jährige. Auch Nowitzki wollte nicht über eine Skala reden: "Keine Ahnung, wo 100 Prozent mit 37 noch liegen."

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