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Dirk Nowitzki hat bei der Basketball-EM noch einiges vor © dpa

Berlin - Gegen die Türkei (Di., 17.30 Uhr im LIVETICKER) soll für Deutschland ein Sieg her. Im SPORT1-Interview vergleicht Dirk Nowitzki die Teams, spricht über Strapazen und seine Schwankungen.

Der Frust ist verdaut, der Blick geht nach vorn: Nach der Last-Second-Niederlage gegen Vizeweltmeister Serbien stehen für die Deutschen die wichtigsten Spiele der EM an.

Gegen die Türkei (Di., 17.30 Uhr im LIVETICKER), ebenfalls mit einem Sieg (89:87 gegen Italien) und einer Schlappe (77:104 gegen Spanien) ins Turnier gestartet, werden die Weichen gestellt. Der Sieger hat den Einzug ins Achtelfinale vor Augen.

Dirk Nowitzki, mit durchschnittlich 15,0 Punkten und 8,0 Rebounds bislang Topscorer und bester Rebounder der Deutschen, vergleicht im SPORT1-Interview die beiden Teams.

Am Ruhetag spricht der 13-malige NBA All-Star zudem über die Strapazen bei seiner siebten EM und seine Probleme in den zweiten Spielhälften, als ihm nur jeweils drei Punkte gelangen.

SPORT1: Herr Nowitzki, wie zuversichtlich sind Sie fürs Duell mit der Türkei?

Dirk Nowitzki: Gestern war es natürlich bitter, frustrierend. Aber jetzt müssen wir nach vorne schauen. Wenn man vorher auf die Gruppe geschaut hat, waren das Türkei- und das Italien-Spiel sehr, sehr wichtig fürs Weiterkommen. Das ist auch so geblieben. Wir haben ein bisschen ausgespannt, damit wir dann hundertprozentig fit sind.

SPORT1: Ist das Selbstvertrauen im Vergleich zum Turnierbeginn gestiegen?

Nowitzki: Ich glaube, wir haben schon ein paar Leute, die ein gutes Selbstvertrauen haben. Dennis ist einer, der immer Selbstvertrauen hat. Wir haben gezeigt, dass wir gegen alle Mannschaften mitspielen können. Aber an einem schlechten Tag kannst du auch gegen jeden in der Gruppe verlieren. Selbstvertrauen ist schön und gut, aber du musst rausgehen und Spiele gewinnen. Und das haben wir gegen Serbien leider verpasst. Wir hatten unsere Chancen. Aber alle Spiele in der Gruppe werden umkämpft sein. Auch die Isländer hatten gegen Italien super Chancen. Wir haben eine Monstergruppe erwischt, da müssen wir uns jetzt durchkämpfen.

SPORT1: Sie haben gerätselt, warum sie die zweiten Spielhälften bei Ihnen bislang schwächer als die ersten sind. Haben Sie inzwischen einen Lösungsansatz?

Nowitzki: Ich bin halt keine 27 mehr, daher weiß ich nicht, ob ich da viel anders machen kann. Ich werde trotzdem versuchen, aggressiv zu sein, aggressiv in meine Würfe reinzugehen, wenn sie da sind. Schauen wir, was passiert.

SPORT1: Wo liegen die deutschen Vorteile im Spiel gegen die Türkei?

Nowitzki: Beide Teams geben sich nicht viel auf allen Positionen. Ilyasova ist auch ein super Vierer. Mit dem kleinen Amerikaner (der eingebürgerte 1,78-Meter-Mann Ali Muhammed, d. Red.) haben sie einen super Aufbau, der wirklich explosiv ist und von überall schießen kann. Auf dem Flügel haben sie ein paar gute Schützen, und einen Großen, Erden, der die Italiener super dominiert hat. Was wir gegen die Serben schlecht gemacht haben, ist das Rebounden. Das müssen wir natürlich korrigieren.

SPORT1: Die Spanier haben der Türkei mit einer Zonenverteidigung den Zahn gezogen. Ist das eine Variante, die Deutschland drauf hat, die Ihnen liegt?

Nowitzki: Jede Mannschaft hier hat das irgendwie im Repertoire. In den ersten beiden Spielen war unsere Manndeckung teilweise sehr, sehr gut. Da haben wir gut gestanden mit Tibor hinten drin. Daher müssen wir schauen, wie das Spiel läuft. Da hat der Coach genug Erfahrung. Wenn das eine Waffe ist, die wir brauchen, können wir das mit Sicherheit.

SPORT1: Wie sehr hilft Ihnen der Ruhetag körperlich und psychisch?

Nowitzki: Wenn ich die Verantwortung hätte, würde ich zwei Ruhetage einbauen. Fünf Spiele in sechs Tagen sind einfach unglaublich. Das ist auch etwas schade: Man hat gesehen, dass die Serben und wir in der zweiten Halbzeit nichts getroffen haben. Es ist halt schwer, jeden Tag auf so hohem Level zu spielen. Aber da muss jede Mannschaft durch. Den einen Ruhetag haben wir genutzt, etwas Wurftraining und Taktik gemacht. Am Nachmittag ein bisschen schlafen, ein bisschen Reha, ein bisschen behandeln lassen - und dann geht’s in drei schwere Spiele rein.

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