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Die deutsche Nationalmannschaft verabschiedete sich nach der EM-Vorrunde aus dem Turnier © Getty Images / SPORT1

Berlin - Das Vorrunden-Aus in Berlin belegt, dass Deutschland nichts bei Olympia zu suchen hat. Dennoch sollte 2016 ein Quali-Turnier her, und Nowitzki darüber hinaus mitwirken.

Und am Ende des Spiels verliert Deutschland.

Das Vorrunden-Aus bei der EM in Berlin lehrt die Fans, dass ihr Basketball-Nationalteam in dieser Hinsicht das traurige Gegenteil der Fußball-Weltmeister ist, mit denen zusammen die Kampagne "Ein Land. Ein Team. Ein Traum." gefahren wurde.

Nach dem glanzlosen Sieg gegen Neuling Island folgten vier Pleiten. Auch wenn drei davon hauchdünn ausfielen, auch wenn die Gruppe knüppelhart war: Die Bilanz ist sportlich ernüchternd.

Das erklärte Ziel, sich unter die Top 7 zu kämpfen und dadurch einen Platz in einem der weltweit drei vorolympischen Quali-Turniere zu ergattern, ist trotz Heimvorteils deutlich verfehlt worden.

Selbst das Mindestziel, den Sprung ins Achtelfinale im 27.000-Plätze-Stadion von Lille, hat Neu-Bundestrainer Chris Fleming verpasst.

Auch die Chancen auf eine Last-Minute-Teilnahme bei den Sommerspielen in Rio sind minimal, selbst wenn sich als möglicher Ausrichter eines Quali-Turniers eine Hintertür öffnen würde.

Den meisten im DBB-Team fehlt Erfahrung auf höchstem Level, und die NBA-Stars Dirk Nowitzki und Dennis Schröder sind von ihrer Spielweise zu verschieden, als dass sie so voneinander profitieren wie die Leistungsträger der Gegner.

Und dennoch war Nowitzkis Kommen von unschätzbarem Wert, genauso wie es ein vorolympisches Quali-Turnier 2016 in Deutschland mit Nowitzki wäre - unabhängig von den Erfolgschancen.

Wenn der beste europäische Basketballer aller Zeiten im eigenen Land aufläuft, rückt sein Sport für eine Weile aus dem Nischendasein.

Die Berliner Arena am Ostbahnhof regelmäßig ausverkauft, die TV-Quoten solide, die Spiele ein Trend bei Twitter und die Auftritte des Oldies ein Stammtischthema: Gründe genug für den DBB, die millionenschwere Bewerbung mit vollem Einsatz anzugehen.

Zumal die knappen Niederlagen gegen die Topgegner trotz allem gezeigt haben, dass neben Schröder junge Spieler wie Zipser und Lo Hoffnung auf eine erfolgreiche Zeit auch ohne Nowitzki machen.

Der Superstar selber verdeutlichte bei seiner siebten EM, wie sehr ihm der Basketball in der Heimat auch achtzehneinhalb Jahre nach seinem Debüt im Nationalteam am Herzen liegt.

Wichtig ist daher, dass Nowitzkis Strahlkraft dem Nationalteam auch über 2016 hinaus erhalten bleibt. Der Verband muss sein Aushängeschild in prominenter Funktion einbinden. 

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