München - Matchwinner Dusko Savanovic sieht sich nach dem Sieg über Athen als Teil der Bayern-Familie und hat in Europa große Ziele.

Vom FC Bayern Basketball berichtet Robin Wigger

"Dusko, Dusko" schallte es durch die Halle.

Die Fans des FC Bayern München feierten den Power Forward ihrer Mannschaft mit stehenden Ovationen. Der Serbe hatte in der Schlussphase gerade seine Dreier Nummer vier und fünf versenkt und damit den Sieg gegen Panathinaikos Athen unter Dach und Fach gebracht.

Mit 81:75 (Bericht) schlugen die Bayern die Griechen und setzten in der "Todesgruppe" C der Turkish Airlines Euroleague nach der Auftaktniederlage gegen Barcelona ein Ausrufzeichen.

"Ich habe den Moment genutzt"

"Ich habe den Moment genutzt, als mich die Gegner freigelassen haben, und die Würfe reingemacht. Im Nachhinein habe ich aber auch gedacht, dass ich einige Male relativ frei stand", erklärte Matchwinner Savanovic, der 20 Zähler erzielte, anschließend im Gespräch mit SPORT1: "Ich bin hier als ein Teil der Familie, einer Maschine, so arbeiten wir".

Auch Geschäftsführer Marko Pesic lobte den Neuzugang.

"Unter anderem aus diesem Grund haben wir ihn geholt. Nach einem eher ruhigen Jahr in Instanbul ist er hoch motiviert. Er ist in einem sehr guten Rythmus, und ich hoffe, dass er den aufrecht erhalten kann", sagte der Sohn von Coach Svetislav Pesic bei SPORT1.

Dem Trainerfuchs schmeckte bei SPORT1 vor allem Savanovics Abwehrarbeit: "Er ist ein smarter Spieler. Wenn er denkt, er sei smart, und defensiv nicht kämpft, bedeutet das nichts. Doch mit seiner Erfahrung hilft er uns sehr dabei, die Verteidigung zu organisieren."

Starke Teamleistung

Doch nicht nur Savanovic überzeugte gegen den griechischen Doublegewinner. "Ich glaube, das war heute eine außerordentlich gute Mannschaftsleistung", meinte Pesic.

Insgesamt punkteten fünf Spieler zweistellig. "Wir sind eine sehr tiefe Mannschaft mit vielen Möglichkeiten" erklärte Jan-Hendrik Jagla, der in schwierigen Phasen wichtige Akzente setzte, bei SPORT1. So sei die Mannschaft nur schwer ausrechenbar (DATENCENTER: Euroleague).

Djedovic: "Wir haben Charakter gezeigt"

Nihad Djedovic, bisheriger Topscorer und Go-to-Guy, hatte bis zur Pause gerade einmal zwei Pünktchen erzielt - die Bayern lagen trotzdem nur knapp hinten.

"Es ist nicht wichtig, wer punktet. Wir haben Charakter gezeigt und gewonnen, das ist am Ende am wichtigsten", sagte der Bosnier, der gegen seinen Nationalcoach Dusko Ivanovic spielte, bei SPORT1.

Nach dem Seitenwechsel steigerte sich auch Djedovic, sodass er letztlich auf 14 Punkte, sechs Rebounds und vier Assists kam.

Bayern mit Größenvorteilen

Wichtige Impulse brachte auch Vladimir Stimac. Während John Bryant sich ein ums andere Mal von Athens Esteban Batista vorführen ließ, setzte sich sein serbischer Backup mehrfach stark unter dem Korb durch.

Jagla sprach die Größenvorteile an: "Es war generell unser Plan, vor allem beim Rebound hart zu arbeiten. Mit Batista hatten sie ja auch wirklich nur einen guten Fünfer."

Dieser spielte viele Minuten und wurde mit 18 Punkten Topscorer der Gäste. Am Ende wirkte der Uruguayer aber etwas müde. "Mit Stimac und Bryant haben wir sehr viel Präsenz unter dem Korb, sodass er schon seine Probleme hatte", sagte Jagla: "Ich denke, wir haben auf den großen Positionen einen guten Job gemacht."

Diamantidis ohne Punkte

Vor allem der (defensive) Einsatz stimmte bei den Bayern über das gesamte Spiel hinweg. Pesic hob Heiko Schaffartzik und Anton Gavel hervor, die in der Verteidigung den Rhythmus vorgaben und damit das Team mitzogen.

Beleg dafür: Griechenlands Legende Dimitrios Diamantidis, Euroleague MVP 2011, blieb ohne einen einzigen Zähler in der Partie.

Pendeln zwischen Königsklasse und Alltag

Der Coup gegen Panathinaikos macht natürlich Lust auf mehr. In einer Woche steht das nächste Heimspiel in der Euroleague an, wenn Armani Mailand zu Gast ist. Vorher muss aber in der Beko BBL noch die Pflichtaufgabe Bremerhaven bewältigt werden.

In der vergangenen Woche wurde nach dem starken Auftritt in der Euroleague in Barcelona daraufhin die Partie gegen Göttingen vergeigt.

"Wir müssen uns erstmal an diesen Rhythmus gewöhnen, dass wir innerhalb weniger Tage zwei Mal spielen", sagte Jagla über die Herausforderung englische Wochen.

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Kadertiefe macht Hoffnung

Den Bayern könnte in dieser Phase die enorme Tiefe des Kaders zugute kommen.

Gegen die Griechen konnte sich Pesic den Luxus erlauben, auf Nationalspieler Lucca Staiger, Yassin Idbihi und den erstmals wieder im Kader stehenden Kapitän Bryce Taylor zu verzichten.

Savanovic: Können weit kommen

Die ersten zwei Auftritte auf internationalem Parkett zeigten, dass für den FCB viel möglich ist. "Wir haben uns viel vorgenommen und wollen weit kommen", meinte Jagla.

Dem schloss sich der Matchwinner an. "Es wird eine sehr lange Saison. Ich kann nicht in die Kristallkugel schauen. Aber wir haben ein starkes Team mit klugen Spielern - wir können weit kommen", sagte Savanovic.

Dann werden die Fans nicht das letzte Mal "Dusko, Dusko" gerufen haben.

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