Berlin - ALBA öffnet mit dem Sieg über Malaga die Tür zur Top16-Runde. Niels Giffey erklärt bei SPORT1 sein Rezept gegen Buzzer-Schocks.

Alex King schubste Reggie Redding über das Parkett. Jamel McLean gab seinem Teamkollegen einen Check mit. Und dann machte auch noch das Maskottchen von ALBA Berlin Jagd auf Redding.

Das hatte der US-Amerikaner nun von seiner letzten Aktion. Bei dieser zog Redding das Tempo an, ließ die Spieler von Unicaja Malaga stehen und versenkte den Layup - 0,2 Sekunden vor der Schlusssirene.

"Ich dachte, die würden foulen. Aber dann habe ich die Lücke gesehen und gedacht: Jetzt stoppe ich auch nicht mehr", erklärte Redding.

Seine Courage führte zum 78:77 (37:45)-Endstand und löste die körperbetonte Siegerparty aus.

Die 9189 Fans in der Arena am Ostbahnhof feierten ebenfalls lautstark. Ihnen war bewusst: Das gute Ende im ALBA-Krimi dürfte den Aufenthalt in der Turkish Airlines Euroleague verlängern.

Durch den Last-Second-Sieg gegen Malaga haben die Berliner einen Riesenschritt Richtung Top16-Runde gemacht. Trainer Sasa Obradovic sprach später von "sehr realistischen Chancen" auf Platz vier, der zum Weiterkommen berechtigt.

Niels Giffey wurde da schon konkreter. "Wenn wir in zwei Wochen in Limoges gewinnen, haben wir es wohl geschafft", sagte der Nationalspieler zu SPORT1.

Drei Siege aus sieben Spielen hat ALBA nun auf dem Konto. In der kommenden Woche muss das Team beim Titelverteidiger Maccabi Tel Aviv eine Niederlage einkalkulieren.

Klappt es dann aber mit dem erhofften Erfolg bei CSP Limoges, dürften die Franzosen und auch die Mannschaft von Cedevita Zagreb abgehängt sein.

Der Sieg gegen Malaga diente aber nicht nur dazu, die Ausgangslage zu verbessern. "Es war auch eine gute Revanche", betonte Giffey.

Er spielte auf die Partie vor fünf Wochen an. In Malaga schockte Kostas Vasileiadas ALBA mit einem Buzzer Beater. An der Niederlage hatten die Berliner lange zu knabbern.

Deshalb wähnten sie sich am Donnerstag wohl auch im falschen Film, als sie wieder Dreier mit der Sirene kassierten.

Der Ex-Trierer Caleb Green beendete das erste Viertel mit einem erfolgreichen Distanzwurf. Vor der Halbzeit sorgte Mindaugas Kuzminskas für den nächsten Nackenschlag.

"Dass wir vor dem Gang in die Kabine noch einen kassieren, war schon hart", gestand Berlins Akeem Vargas im Gespräch mit SPORT1.

Doch Obradovic baute seine Mannschaft wieder auf. "Wir haben uns klar gemacht, dass die wichtigen Würfe erst kommen", sagte Giffey.

Der 23-Jährige versenkte selbst einen dieser wichtigen Würfe. Sein erfolgreicher Dreier gehörte zum 17:4-Run, mit dem die Berliner im Schlussviertel die Führung übernahmen.

ALBA bot in dieser Phase Spektakel-Basketball. So passte Alex Renfroe hinter seinem Rücken auf Leon Radosevic, der Kroate vollendete per Dunking. Diese Aktion konnte nur der mit 17 Punkten herausragende Redding mit seinem Siegkorb toppen.

Vargas brachte es auf den Punkt. "Das war Werbung für den deutschen Basketball", sagte der ALBA-Guard.

Die Fans sehnen sich bereits nach dem nächsten Spektakel. Vielleicht erleben sie es in der Top16-Runde, in der Real Madrid, der FC Barcelona oder Galatasaray Istanbul nach Berlin kommen könnten.

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