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Svetislav Pesic vor der Bayern-Bank
Svetislav Pesic hat derzeit wenig Spaß an seiner Mannschaft © Imago

München - Der FC Bayern verschläft in der Euroleague gegen Real Madrid das dritte Viertel und kriegt auf die Mütze. Am Freitag geht es in der Hölle von Belgrad um alles.

Svetislav Pesic weiß nur zu genau, was auf ihn zukommt.

Wenn der Trainer in seiner serbischen Heimat mit den Basketballern von Bayern München gegen Roter Stern Belgrad antritt, wird am Freitag die Hölle los sein. "Es ist eine spezielle Situation in dieser Halle", sagte der 66-Jährige mit Blick auf das Entscheidungsspiel in der Turkish Airlines Euroleague: "Die spielen alle mit, die sind sehr emotional, sehr laut."

Die Situation ist speziell, und die Partie ist es auch. Pesic war in seiner langen Karriere zweimal Coach bei Roter Stern (2008/09, 2011/12), ausgerechnet in Belgrad geht es um alles.

Nur wenn die Bayern zum Abschluss der Vorrunde gewinnen, schaffen sie es noch in die Top 16 der Königsklasse - "Do or Die" nennt sich das. Zunächst wartet aber am Sonntag (ab 17 Uhr im LIVETICKER) bei Aufsteiger Giessen 46ers in der Beko BBL noch eine knifflige Aufgabe.

Pesic entgeistert

Der Vizemeister hätte sich das K.o.-Spiel in der Euroleague mit einem Sieg gegen Spaniens Rekordchampion Real Madrid ersparen können. Nach einem Leistungseinbruch zu Beginn der zweiten Hälfte war aber früh nichts mehr zu holen, die Bayern ließen sich zeitweise sogar vom Titelverteidiger vorführen und unterlagen 67:86 (38:36).

Bester Werfer beim BBL-Ligisten, der das Hinspiel unglücklich verloren hatte (99:101), war K.C. Rivers (22 Punkte) im Duell mit seinem Ex-Verein. Bei den Spaniern kam der frühere NBA-Spieler und Teamkollege von Dirk Nowitzki, Gustavo Ayon, auf die gleiche Ausbeute.

"Wir hatten nicht die Energie, um im Spiel zu bleiben", sagte Pesic, der sein Team in einer Auszeit zusammenstauchte. "Ihr wollt Top 16 spielen mit dieser Einstellung?", fragte Pesic seine Spieler völlig entgeistert. Ein Patentrezept fand er nicht. "Loben bringt nicht viel. Kritik bringt auch nichts. Es war ein Versuch, noch einmal ins Spiel zu kommen", erklärte der erfahrene Trainer bei telekombasketball.de.

Immer wieder Aussetzer

Zum wiederholten Mal haben die Bayern in dieser Saison ein Spiel innerhalb kürzester Zeit weggeworfen. Bei Alba Berlin passierte es in der Beko BBL zu Anfang der Begegnung, genauso in der Euroleague gegen Fenerbahce Istanbul, als das erste Viertel 10:30 verloren ging.

Das Hinspiel gegen Belgrad um Nationalspieler Maik Zirbes war lange völlig offen, doch im letzten Abschnitt (13:27) ging nicht mehr viel zusammen. Wollen die Bayern am Freitag (ab 19 Uhr LIVESCORES) die Überraschung schaffen - und es wäre eine - sind 40 Minuten mit höchster Konzentration gefragt.

"Es ist genug Zeit, um sich taktisch und mental vorzubereiten", meinte Pesic. Das Spiel könne hinsichtlich der Entwicklung der Mannschaft "nur helfen". Die Bayern spielen gegen ein Spitzenteam und gegen eine volle Arena mit besonders leidenschaftlichen Fans. "Roter Stern ist der populärste Verein auf dem Balkan", so Pesic.

Es wird heiß werden.

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