vergrößernverkleinern
Andrea Trinchieri will mit Brose Bamberg das Double perfekt machen
Auf Bamberg-Trainer Andrea Trinchieri wartet in der Euroleague ein Mammutprogramm mit 30 Hauptrundenspielen © Getty Images

Neue Länderspielfenster behindern vor dem Beginn der EuroLeague nicht nur Brose Bamberg. Die sportliche Bedeutung des Wettbewerbs rückt in den Hintergrund.

Erst Ende November steht das erste Fenster im Kalender, doch Rolf Beyer hat schon eine ganze Weile Bauchschmerzen. "Das Problem braucht kein Mensch", sagt der Geschäftsführer von Brose Bamberg genervt.

Vor dem Start in die EuroLeague muss sich der deutsche Meister im Basketball damit befassen, ob wegen der neuen Länderspieltermine Profis mitten in der Saison abgestellt werden müssen, können oder sollten (Der Euroleague-Spielplan).

Wegen des Streits zwischen der EuroLeague und dem Weltverband FIBA wurde im Sommer in Zusammenhang mit der Königsklasse des Klub-Basketballs kaum über Sport geredet. Es gibt offene Fragen, eine Lösung ist nicht in Sicht. Also müssen die Vereine sehen, wie sie mit der Terminkollision umgehen.

Von der FIBA allein gelassen

Beyer fühlt sich "überhaupt nicht verstanden" und allein gelassen. Es geht um zwei Länderspielfenster mit je zwei WM-Qualifikationsspielen - eins im November und eins im Februar. Der neue FIBA-Kalender soll die Nationalteams mehr in den Fokus rücken, denn bislang wurde nur im Sommer gespielt. 

Der EuroLeague ist das egal, auch Kompromissvorschläge wurden zuletzt abgelehnt. "Ich finde es einfach eine Schande, ich finde es furchtbar, dass dieses Problem auf dem Rücken der Klubs und der Spieler ausgetragen wird", kritisiert Beyer, "ich hoffe nicht, dass wir auf den November-Termin zusteuern, ohne eine Lösung zu haben."

Besonders optimistisch klingt er nicht. Bleibt alles, wie es ist, stecken die Vereine im Dilemma. "Wir werden nicht abstellen können. Oder wenn, dann nur sehr dosiert", so Beyer. Und er muss nicht nur mit dem Deutschen Basketball-Bund (DBB) sprechen, der ungeachtet aller Probleme nominieren will.

Auch mit den Verbänden aus Slowenien, Italien und Serbien dürfte es Probleme geben.

Bamberg ist kein Einzelfall 

Den anderen EuroLeague-Teilnehmern geht es natürlich genauso. "Alle stehen vor dem gleichen Dilemma. Alle müssen sich klar positionieren und sagen: Wir können nicht abstellen", meint Beyer. "Mein Wirtschaftsbetrieb hängt an der BBL und an der EuroLeague. Da bin ich als Geschäftsführer verpflichtet, dem nachzukommen." 

Bamberg ist kompromissbereit. So mancher Spieler darf wohl gehen. "Ob das jetzt zwei sein werden, einer oder drei, das weiß ich nicht", sagt Beyer. Er weiß auch nicht, was passiert, wenn er nein sagt. Der Grundlagenvertrag zwischen DBB und Bundesliga regelt die Abstellung der Nationalspieler, aber hier geht es um den Europapokal. Dazu gibt es Arbeitsverträge.

In der Angelegenheit werde "einfach viel zu simpel gedacht", so Beyer. "Die Spieler werden zwischen zwei Mahlsteine gebracht. Wir werden dazwischen gebracht und haben keine Chance, eine Lösung herbeizuführen. Die muss von oben kommen." Ideen wie punktuelle Abstellungen seien "Symptom-Behandlungen".

Für Bamberg dürfte es in den 30 kräftezehrenden Hauptrundenspielen sehr schwer werden, das Viertelfinale zu erreichen. Zusätzliche Schwierigkeiten können die Franken nicht gebrauchen. Schon am Donnerstag wartet im Heimspiel gegen den israelischen Serienmeister eine hohe Hürde. "Sie sind Maccabi Tel Aviv. Mehr muss man nicht wissen", sagt Trainer Andrea Trinchieri.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel