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München - Chris Fleming wird als Bundestrainer vorgestellt. Nicht nur Pesic freut die Wahl des DBB, auch aus der BBL kommt Lob.

Jetzt ist es offiziell, der Messias ist da.

Der Deutsche Basketball Bund hat am Freitagmittag in Berlin Chris Fleming offiziell als neuen Bundestrainer vorgestellt.

Der 44-jährige Amerikaner erhält einen Vertrag bis zum Ende der Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro.

Zuvor wird er das Nationalteam im kommenden Jahr bei der EM (5. bis 20. September) betreuen. Die Vorrundenspiele des deutschen Teams finden in Berlin statt.

Die deutsche Basketball-Gemeinde begrüßt den Erfolgscoach euphorisch.

Pesic lobt "die beste" Wahl

Svetislav Pesic, Head Coach des FC Bayern und Ex-Bundestrainer, lobte auf SPORT1-Nachfrage: "Der DBB hat eine sehr gute Entscheidung getroffen - die beste. Ich freue mich sehr, dass der neue Bundestrainer einer ist, der hier (in Deutschland; Anm. d. Red.) Trainer geworden ist. Er kann sagen was er will: Er ist ein deutscher Trainer!"

Der 65-Jährige, der selbst zweimal Bundestrainer war und das DBB-Team 1993 zum bislang einzigen EM-Titel geführt hatte, betonte, dass Fleming jeden Spieler und dessen Entwicklung genau kenne.

Heyder und BBL begeistert

"Chris ist ein Glücksfall für den DBB. Es ist kein Zufall, dass er so viele Titel gewonnen hat. Er ist zielstrebig, geht in die Tiefe und ist ein absoluter Teamplayer", sagte Wolfgang Heyder.

Als Geschäftsführer hatte er Seite an Seite mit Fleming die Brose Baskets Bamberg zwischen 2010 und 2013 zu vier Meistertiteln und drei Pokalsiegen geführt.

Auch die Beko BBL schwärmt vom Neuen auf der Bank der schwächelnden Nationalmannschaft.

"Chris Fleming ist ein ganz ausgezeichneter und hoch angesehener Trainer", sagte BBL-Chef Jan Pommer. Marco Baldi, seit vielen Jahren Geschäftsführer des Bundesligisten ALBA Berlin, ergänzte: "Eine sehr gute Wahl. Er ist nicht nur ein erfolgreicher Trainer, sondern auch jemand, der ganzheitlich arbeitet."

Vertrag in Bamberg aufgelöst 

Fleming war bei der Suche eines Nachfolgers für Interimslösung Emir Mutapcic der Wunschkandidat von DBB-Präsident Ingo Weiss. Dessen Vize Armin Andres, einst Nationalspieler in Bamberger Diensten, war wohl maßgeblich an Flemings Verpflichtung beteiligt.

Dieser besaß zwar nach seiner Entlassung nach sechs Jahren bei den Brose Baskets Ende Mai noch einen Vertrag bis 2016, doch dieser wurde bereits aufgelöst.

Der "Neue" erfüllt exakt das Anforderungsprofil des DBB, der unbedingt einen hauptamtlichen Bundestrainer suchte.

 

"Zum Glück hat der deutsche Basketball Bund seine Ziele inzwischen klarer und anspruchsvoller definiert. Fleming ist ein Mann, der damit umgehen kann und sich sogar wohl dabei fühlt", sagte Baldi.

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Fleming kennt die Liga in- und auswendig

Fleming ist seit 20 Jahren in Deutschland zu Hause, war vor seinem Wechsel nach Bamberg zuerst Spieler und dann Trainer bei den Artland Dragons in Quakenbrück.

Er kennt Bundesliga und damit viele Nationalspieler bestens, seine fachlichen Qualitäten stehen außer Frage. Baldi schwärmt: "Er kennt den deutschen Basketball und die Liga in- und auswendig und ist sehr ehrgeizig."

Die fachlichen und menschlichen Qualitäten Flemings sind vonnöten auf dem schweren sportlichen Weg, der vor der deutschen Mannschaft liegt.

Bei der EM 2015 (5. bis 20. September) will sich die DBB-Auswahl ein Olympia-Ticket für Rio 2016 sichern. Mit an Bord soll bei den Vorrundenspielen in Berlin auch Superstar Dirk Nowitzki sein, der jüngst seinen Willen zur Teilnahme bekräftigte.

Fleming muss wieder Talentschmied werden

Vorgänger Mutapcic hatte erst im Mai den erfolglosen Frank Menz abgelöst, war nach der erfolgreichen EM-Qualifikation aber wie geplant auf seinen Posten als Assistenztrainer bei Meister FC Bayern München zurückgekehrt.

Unter dem Strich hatte die Nationalmannschaft auch unter dem 54-Jährigen enttäuscht. Zwar wurde die paneuropäische EM, die im kommenden Jahr in Deutschland, Frankreich, Kroatien und Lettland ausgespielt wird, erreicht. Zwischendurch musste allerdings ordentlich gezittert werden.

Für Fleming gilt es, junge Talente schnell nach oben zu führen und einzubinden. Eine seine großen Qualitäten, findet Wolfgang Heyder: "Er hat doch in Bamberg bewiesen, dass er junge Spieler in die Nationalmannschaft führen kann, beispielsweise Tibor Pleiß oder Karsten Tadda."

Pleiß spielt inzwischen sogar beim FC Barcelona.

Pesic schaut der EM 2015 nach der Verpflichtung des neuen Bundestrainers optimistisch entgegen. Das DBB-Team habe nun genug Zeit, sich unter Fleming vorzubereiten. "Und Deutschland muss mehr trainieren als alle anderen."

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