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München - Der Basketball-Nationalspieler ist in Deutschland öfters Opfer rassistischer Anfeindungen geworden. Sein Umgang damit hat sich im Lauf der Zeit gewandelt.

Dennis Schröder ist bei der Basketball-EM der Kopf der deutschen Nationalmannschaft.

Er spielt in der NBA, der größten Liga der Welt, und dort bei den Atlanta Hawks eine immer größere Rolle. Er lebt als Sportler seinen Traum.

Der 21-Jährige hat in seinem Leben aber auch andere Dinge erlebt. Der frühe Tod seines Vaters prägte ihn - und auch seine Erfahrungen mit Rassismus.

Mit Rassismus aufgewachsen

"Als ich aufgewachsen bin, war es etwas schwierig", sagt der Point Guard, in Braunschweig als Sohn einer gambischen Mutter geboren, rückblickend. Halt und Hilfe fand er bei seiner Familie und besonders seinem Mentor und Berater Ademola Okulaja.

Der ebenfalls dunkelhäutige Ex-Nationalspieler "war einer, der mir gesagt hat, wie man sich integriert und wie man mit den Leuten umgeht."

Schröder habe zugehört und gelernt und sei deswegen mit Anfeindungen relativ gut zu Recht gekommen. "Ademola war immer einer, der gesagt hat: 'Entweder steckst du es ein oder du redest vernünftig mit den Leuten und sagst denen, was die Probleme sind und schlichtest dadurch alles'", meinte Schröder.

Er selber habe lange eher die Konfrontation gesucht, statt - wo es möglich war - besonnen und mit Worten zu reagieren: "Da war ich ein bisschen jung und bin immer direkt ausgeflippt. Das macht man halt, wenn man 15 oder 16 Jahre alt ist."

Hautfarbe in den USA egal

Doch Okulaja und sein großer Bruder hätten ihm andere Wege offenbart.

"Ich bin glücklich darüber, dass ich an dem Punkt bin, wo ich bin", sagt Schröder. Bei seinem Team in den USA sei die Situation ohnehin einfacher. "Vor allem in Atlanta sind nur dunkelhäutige Leute. Da ist es egal, ob du schwarz oder weiß bist. Alle respektieren einen."

Dabei hatte es in der ausgerechnet bei seinem Klub einen Rassismus-Skandal gegeben. Der Vertrag mit General Manager Danny Ferry wurde nach beleidigenden Aussagen aufgelöst. Ferry hatte über den möglichen Neuzugang und gebürtigen Afrikaner Luol Deng gesagt, er habe "etwas afrikanisches an sich". Der GM ergänzte seinerzeit noch: "Er ist wie der Typ, der vorne raus einen netten Laden hat und dir im Hinterzimmer gefälschte Waren verkauft."

Schröder hat den Vorfall abgehakt.

Spende für Flüchtlinge

Ein Zeichen setzt er mit seinen Nationalmannschaftskollegen nun für Flüchtlinge: Auf Vorschlag von Heiko Schaffartzik spendete das DBB-Team 25.000 Euro.

"Alle waren davon begeistert", erklärte Schröder, der auf seine Wurzeln verwies: "Natürlich ich auch. Ich komme aus Afrika. Es war ein gutes Gefühl, denen ein bisschen Geld zu schicken, damit sie damit etwas anfangen können. Es ist immer gut, wenn man Leuten hilft, die es nicht haben."

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