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Bei der Basketball-EM muss sich die deutsche Nationalmannschaft Italien nach Verlängerung geschlagen geben. Schröder glänzt, patzt aber im entscheidenden Moment.

Mit hängendem Kopf schlich Dennis Schröder Richtung Kabine.

Seine Gala im Krimi gegen Italien war nicht genug, der 21 Jahre alte NBA-Profi steht mit den deutschen Basketballern bei der EM nach dem nächsten bitteren Rückschlag vor dem Aus. Erst nach Verlängerung musste sich das Team um Superstar Dirk Nowitzki im vorletzten Gruppenspiel in Berlin 82:89 (76:76, 41:42) geschlagen geben, am Donnerstag ist im "Endspiel" (17.45 Uhr) gegen Spanien ein Sieg Pflicht.

Schröder, mit 29 Punkten erfolgreichster Werfer und auch bester Spieler im Team von Bundestrainer Chris Fleming, versuchte, trotz der Enttäuschung das Positive zu sehen. "Einfach so spielen, wie wir es heute gemacht haben", sagte er mit Blick auf das entscheidende Duell mit dem zweimaligen Europameister Spanien.

Endspiel gegen Spanien

Die Mannschaft hat die Hoffnung trotz drei Niederlagen aus vier Spielen noch nicht verloren. "Wir müssen jetzt alles reinhauen, was wir haben. Wir waren heute sehr nah dran, aber am Ende hat alles ein bisschen gegen uns gespielt. Ich bin trotzdem stolz auf die Mannschaft", sagte Dirk Nowitzki. Robin Benzing meinte: "Es ist die letzte Chance, deswegen wird es morgen klappen."

Durch die Ernüchterung gegen Italien droht der Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) das gleiche Schicksal wie vor zwei Jahren in Slowenien. Auch damals kam bei der EuroBasket das Aus in der Gruppenphase. "Entweder geht es jetzt nach Frankreich oder es geht nach Hause. Und das wollen wir auf keinen Fall", sagte Tibor Pleiß. Der bislang einzige Sieg zum Auftakt gegen Außenseiter Island reicht nicht, um ins Achtelfinale einzuziehen.

Fleming war nach dem unglücklichen Ende des Abends sichtlich frustriert. Doch der Amerikaner erkannte wie Schröder Fortschritte: "Nach der Niederlage von gestern bin ich sehr stolz auf die Art und Weise, wie die Jungs gespielt haben", sagte Fleming, übte allerdings auch Kritik: "Als Team brauchen wir in der Schlussphase mehr Ballbewegung."

Fleming verändert erste Fünf

Die DBB-Auswahl konnte den Heimvorteil vor 13.050 euphorischen Zuschauern in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof der Hauptstadt wieder nicht nutzen und verlor zum dritten Mal in Folge. Bester Werfer neben Schröder war Nowitzki (14), für Italien trug Danilo Gallinari (25) einen wichtigen Teil zum dritten Vorrundensieg bei.

Nach dem vor allem in der Anfangsphase katastrophalen Auftritt gegen die Türkei griff Fleming in die Trickkiste und veränderte die Startaufstellung. Neben den gesetzten Nowitzki, Schröder und Paul Zipser spielten überraschend Karsten Tadda sowie Robin Benzing - und das mit Erfolg. Schnell hieß es 13:7, Point Guard Schröder von den Atlanta Hawks lenkte das Spiel dabei wieder deutlich souveräner als tags zuvor.

Nowitzki fand nur langsam ins Spiel. Wie im gesamten Turnier wurde der 37-Jährige, der am Mittwoch auf Rang zwei der ewigen EM-Scorerliste vorrückte, hart attackiert. Bis zur Pause konnte der Würzburger nur wenig Akzente setzen.

DBB-Team verspielt Vorsprung

Im Gegensatz zu NBA-Kollege Schröder, der seine Würfe in der ersten Halbzeit sicher versenkte (15 Punkte) und zudem wieder als kluger Ballverteiler gefiel. Auch nach dem Seitenwechsel nutzte der Spielmacher seine Geschwindigkeit und machte viel Druck.

Mitte des dritten Viertels wuchs der Vorsprung wieder auf zehn Punkte an (55:45) und Nowitzki wurde verstärkt ins Spiel eingebunden. Noch deutlicher konnte sich DBB-Auswahl allerdings nicht absetzen. Italien, das am Vortag gegen Titelkandidat Spanien überrascht hatte, kam wieder heran und schaffte sieben Minuten vor dem Ende den Ausgleich (63:63).

Das deutsche Team hielt auch in der Verlängerung ordentlich dagegen, musste sich am Ende aber doch geschlagen geben. Als Nowitzki 15 Sekunden vor Schluss im Angriff den Ball verlor, war das Spiel entschieden.

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