Wie man nach einem WM-Spiel seinem Ärger über eine schlechte Schiedsrichter-Leistung Luft machen kann, erzählt Wolfgang Kleine.

Basketball-WM 2014 in Spanien: Die USA sind die Favoriten, das deutsche Team ist nicht dabei.

Basketball-WM 1986: Auch vor 28 Jahren stiegen die Titelkämpfe in Spanien. Damals gewannen die USA. Und Deutschland war dabei.

Das DBB-Team forderte im Gruppenspiel in Malaga den hohen Favoriten Italien heraus.

Michael Koch, heute Trainer von medi Bayreuth, spielte die Italiener schwindelig. Der Playmaker der deutschen Nationalmannschaft bot die Partie seines Lebens.

Die spanischen Zuschauer und die wenigen deutschen Fans waren begeistert, Bundestrainer Ralph Klein ebenso. Doch der spanischen Schiedsrichter spielte nicht mit.

Durch fragwürdige, fast skandalöse Entscheidungen, wirkte er auf das Spiel ein. Michael Koch allein war da mit seinen Kunststücken machtlos. Das deutsche Team verlor schließlich mit 76:85.

Was dann kam, war eindrucksvoll. Koch bedankte sich bei den spanischen Fans, lief eine Ehrenrunde und wurde mit Standing Ovations durch die spanischen Zuschauer gefeiert. Ein Verlierer war der große Sieger.

Anders, als der spanische Schiri das Parkett verließ. Die Zuschauer zückten die weißen Taschentücher und winkten ihm zu - bis er die Halle wie ein geprügelter Hund verließ.

Das Winken der Taschentücher kommt aus dem Stierkampf und heißt: Du elender Feigling. Der Schiri wusste genau, was seine spanischen Landsleute ausdrückten.

Über das Theater konnte sich auch ein deutscher NOK-Vertreter vor Ort nicht beruhigen. Noch nach der Ankunft im deutschen Quartier in Marbella ärgerte er sich über die Schiri-Leistung.

Er habe solch eine ähnliche Sache mit einem guten Bekannten, der ein Regionalliga-Spiel seiner Mannschaft gepfiffen hat, erlebt.

Und dann erzählte der NOK-Mann: "Ich bin nach dem Spiel zu ihm hingegangen und habe ihn gefragt: 'Norbert, hast Du mal fünf Sekunden Zeit?' 'Ja', sagte Norbert ganz erfreut.

Danach habe ich ihn gebeten: 'Dann erklär' mir mal alles, was Du über Basketball weißt.'"

Wolfgang Kleine hatte als Journalist seine Feuertaufe bei der Fußball-WM 1974 in Deutschland. Danach wurden für ihn zahlreiche Handball-Spiele, die Berichterstattung vom Leichtathletik-Europacup 1979 und die Begleitung der Tour de France 1996 bis 1998 unvergessliche Erlebnisse. Aber eines bleibt besonders in Erinnerung: Das Wintermärchen der Olympischen Spiele 1994 in Lillehammer.

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