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Laura Ludwig und Kira Walkenhorst werden ihrer Favoritenrolle in Rio de Janeiro gerecht. Das Duo trotzt 12.000 Fans und schreibt mit dem Sieg Geschichte.

In einer magischen und historischen Nacht haben sich Laura Ludwig und Kira Walkenhorst an der Copacabana zu den neuen Königinnen im Beachvolleyball gekrönt.

Das Hamburger Duo gewann am berühmtesten Strand der Welt das olympische Finale gegen die Brasilianerinnen Agatha und Barbara mit einer herausragenden Leistung 2:0 (21:18, 21:14) und schrieb damit Geschichte: Als erstes europäisches Frauen-Team überhaupt gewannen sie eine Medaille, und es war gleich die wertvollste.

"Es ist einfach unwirklich, ich kann es noch nicht fassen", sagte Ludwig direkt nach dem Triumph im ZDF. Walkenhorst ergänzte: "Wir waren so fokussiert, ich kann's gar nicht glauben. Ey, Olympiasieger!"

Duo trotzt 12.000 Fans 

Ludwig/Walkenhorst treten in die Fußstapfen von Jonas Reckermann und Julius Brink, die 2012 in London Olympiasieger geworden waren. Die Europameisterinnen trotzten im Finale allen Widrigkeiten und ließen sich auch von den 12.000 fanatischen Zuschauern im Hexenkessel nicht aus der Ruhe bringen.

Nach einer Machtdemonstration im zweiten Durchgang verschlugen die Brasilianerinnen nach nur 42 Minuten den zweiten Matchball von Ludwig/Walkenhorst.

Selbst die Tatsache, dass das bislang wichtigste Match ihres Lebens erst um eine Minute vor Mitternacht Ortszeit begann, steckten die beiden ausgewiesenen "Murmeltiere" locker weg. Ludwig und Olympia-Debütantin Walkenhorst hatten sich mit einem ausgiebigen Mittagsschlaf auf die "Night Session" vorbereitet.

Ludwig/Walkenhorst glänzen

Im Halbfinale am Dienstag hatten Ludwig (30) und Walkenhorst (25) bereits die topgesetzten Brasilianerinnen Larissa/Talita mit 2:0 entzaubert - im Finale machten sie da weiter, wo sie einen Tag zuvor aufgehört hatten. In einem hochklassigen Endspiel konnten sie beim 12:10 im ersten Satz erstmals mit zwei Punkten in Führung gehen - danach waren sie kaum noch zu stoppen.

Fast jeder Aufschlag von Ludwig und Walkenhorst wurde von einem Pfeifkonzert begleitet. Doch die Hamburgerinnen behielten kühlen Kopf. Walkenhorst bestach mit ihren Schmetterschlägen, Ludwig warf ihre ganze Routine in die Waagschale und gab in den Spielpausen die wertvollen Tipps und die Richtung vor.

Der Kreis schließt sich 

Mit dem Gold schloss sich ein Kreis. Vor knapp zwei Jahren hatte der Olympia-Traum noch am seidenen Faden gehangen. Pfeiffersches Drüsenfieber lautete die Diagnose bei Walkenhorst, dem vorzeitigen Saisonende folgten beschwerliche Monate der Genesung. Ehe es die nächste bittere Diagnose gab: Knieverletzung, Operation, Pause.

"Der Weg war definitiv nicht leicht, uns wurden mehrere Steine in den Weg gelegt. Doch das hat uns noch stärker gemacht", sagte Walkenhorst: "Wenn alles super gelaufen wäre, wären wir vielleicht nicht das starke Team geworden und hätten uns nicht so zusammengerauft."

Doch das seit 2013 gemeinsam spielende Gespann kämpfte sich zurück. "Es ist wirklich geil, zweimal Gold zu holen. Die beiden haben es sich verdient", sagte Wagner, der sich mit Ex-Schützling Reckermann erst einmal ein Dosenbier gönnte, zu SPORT1.

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