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Lukas Podolski vor Globus
Lukas Podolski hat aus sportlicher Sicht kein gutes Jahr hinter sich © Getty

Lukas Podolski tingelt von Verein zu Verein. Wirklich angekommen ist er nirgends. Die endlose Suche des Stammspielers der Herzen nach einem neuen Klub.

Aktuell gehen heiße Hochglanz-Fotos von Lena Gercke durch die Presse. Die Fans von Juventus Turin dürfen sich freuen, denn durch den Wechsel von Sami Khedira nach Italien gewinnt ihre Mannschaft nicht nur spielerisch an Attraktivität, sondern eben auch in der Loge.

Man kann nur raten, wie gern Lukas Podolski (30) ebenfalls in der Fotokiste wühlen würde, um ein paar Schnappschüsse seiner Angetrauten Monika (30) herauszusuchen. Aber: Ohne neuen Verein für den Poldi gibt es auch keine Boulevard-Diashow für die Spielerfrau.

Um zu verstehen, wie beliebt Podolski in Köln ist, wo am Mittwochabend das Länderspiel gegen Klinsis Soccer-Boys stattfand, hilft vielleicht folgendes Bild:

Stellen Sie sich einmal vor, im Kölner Dom würde eine Prunk-Sitzung stattfinden, die von der rheinländischen Allzweckwaffe Carolin Kebekus moderiert wird, die sich halbnackt in einem überproportionierten Kölsch-Glas räkelt. Und ein paar Meter weiter in der Frittenbude am Hauptbahnhof würde Lukas Podolski eine Autogrammstunde abhalten. Was glauben Sie, wo geht er hin, der Kölner? Richtig! Zu Prinz Poldi.

Über Bergheim und die Kölner Jugend landete er im Jahr 2003 bei den Profis des 1. FC Köln. Zwar stieg der FC trotz zehn Treffern des jungen Poldi aus der Bundesliga ab, doch im nächsten Jahr half er ordentlich mit beim Wiederaufstieg. Die Herzen flogen ihm zu und er nahm sie mit in die 1. Liga. Und dann wieder in die 2. Und dann - na, Sie wissen schon. 

Geißbock Hennes konnte sicher gar nicht so schnell wiederkäuen, wie er kotzen wollte, als Poldi im Jahr 2006 seinen Wechsel verkündete. Für eine Ablösesumme von ca. 10 Millionen Euro wechselte er von Eifel- in Alpennähe. Eben noch oscarreif beim WM-Sommermärchen, plötzlich unglücklich beim FC Hollywood. Von der Tormaschine im Trikot der Nationalmannschaft zum Bankdrücker im Bayern-Dress. Ja, der Halve Hahn wurde in München gerupft.

Ihr Poldi, ein ERGÄNZUNGSSPIELER! Klar, dass am Rhein die Messer gewetzt wurden. Die scharfen Klingen wurden aber 2009 umgehend gegen Wimpel, Fähnchen und Luftballons eingetauscht, denn: Der verlorene Sohn kehrte heim. Prinz Poldi beglückte die Fans des 1. FC Köln zum zweiten Mal. Zwar nicht unbedingt mit vielen Toren, aber eben mit seiner Anwesenheit. Und dann hieß es erneut "Maach et jot, Kölle!"

Die nächste Station des Nationalspielers hieß FC Arsenal im fernen London. Bereits im ersten Jahr gelang ihm der Sprung in die Top-Ten der britischen Fußballspieler, zumindest was die Anzahl der verkauften Trikots anging.

Nun hieß es: Poldi im Schrank, statt Poldi auf der Bank. So ein Champions-League-Tor macht einen im Königreich eben genauso beliebt wie eine Ehefrau, die bei den Spice Girls war. Aber kaum hatte er sein Englisch so weit perfektioniert, dass einem gepflegten Smalltalk mit Lothar Matthäus nichts mehr im Wege stand, ging es schon wieder weiter.

Seit Anfang des Jahres spielte Poldi leihweise für Inter Mailand. Er machte allerdings schnell deutlich, dass er sein Glück eher (h)inter Mailand sieht. Oder davor. Nur eben nicht da. Arsenal scheint keine Option für immer zu sein. Köln plant ebenfalls ohne hin. Vermutlich hatte der Papst Sorge, es könnten zu wenig Gäste zum nächsten Weltjugendtag kommen, wenn an diesem Tag zufällig auch Poldi und der FC spielen. Istanbul ist im Gespräch. Die USA ebenfalls.

Wohin er nun wirklich geht, ist noch offen. Und bis sich das ändert, bleibt die Fotokiste eben zu.

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