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Vergesst Leonardo di Caprio, die SPORT1-Jury vergibt hier die Oscars an ihre Lieblings-Sportstars. Natürlich dürfen da Louis van Gaal und Cristiano Ronaldo nicht fehlen.

Wir wollen nicht unhöflich sein. Deswegen heben natürlich auch wir alle verfügbaren Daumen für Leonardo di Caprio. Herzlichen Glückwunsch, Leo, zu deinem ersten Oscar, auf den du zwölf Jahre warten musstest. Schade, dass wir dir in The Revenant dafür gefühlt drölfhundert Stunden beim Sterben zuschauen mussten und du dich erst in ein Pferd legen musstest. 

Auch mit Ennio Morricone freuen wir uns natürlich sehr. Spätestens nach Spiel mir das Lied vom Tod (1968) hätte der Musik-Gigant den Oscar für die beste Filmmusik verdient gehabt. Dass er den Spezial-Oscar für die beste Filmmusik erst jetzt, neun Jahre zumal nach seinem Oscar fürs Lebenswerk, erhalten hat, muss man wohl nicht verstehen. Aber verdient war's auf jeden Fall: Quentin Tarantino hat gut daran getan, ihm nach Django Unchained auch die Musik für The Hateful Eight anzuvertrauen.

Doch genug der Lobhudeleien für die echten Filmstars. Wir von SPORT1 interessieren uns naturgemäß noch ein bisschen mehr für die Sportwelt.

Passend dazu die Oscars für unsere - im weitesten Sinne -Lieblingssportler.

Die Begründungen der SPORT1-Jury für die Wahl findet ihr unter dem Playbuzz.

Der Oscar für den besten Sportfilm geht an: "Albtraum Wembley"

Jürgen Klopp hat auch bei seinem zweiten Auftritt in Englands Fußball-Tempel eine bittere Niederlage erlitten. Der FC Liverpool verliert das dramatische League-Cup-Finale gegen Manchester City. Im Elfmeterschießen! Unter einem deutschen Trainer! In England! Klopp blieb bloß zu sagen: "Shit". Wir sagen aber: Glückwunsch zum Oscar!

Der Oscar für den besten Hauptdarsteller geht an: Louis van Gaal

Und scheint die Lage noch so aussichtslos, Louis van Gaal ist immer für einen besonderen Auftritt gut. Bis zum allerletzten Moment hat sich der knorrige Holländer, der schon in seiner Rolle in Löffeln mit Truus und dem Schlachtenepos Tod oder Gladiolen wahre Kassenschlager hinlegte, dieses Jahr Zeit gelassen für seinen besten Auftritt. Am Sonntag mimte van Gaal im Theatre of Dreams, dem Old Trafford in Manchester, den anmutigsten sterbenden Schwan seit Natalie Portman und Mila Kunis. Sollte van Gaals Manchester Periode in diesem Sommer zu Ende gehen - diese schauspielerische Meisterleistung wird bleiben! Das sehen auch die Kollegen vom Bleacher Report so, die Herrn Aloysius Paulus Maria van Gaal auf Twitter auch ein schönes Video von der echten Oscar-Verleihung widmeten.

Der Oscar für die beste Hauptdarstellerin geht an: Lindsey Vonn

Sie sorgt immer wieder für Aufsehen. Drama-Queen Lindsey Vonn machte erst an diesem Wochenende in Andorra ihrem Ruf alle Ehre: Erst der Ausrutscher in die Fangzäune, die dramatische Rettungsaktion samt Abtransport im Rettungsschritten. Dann die Entwarnung via Instagram: Mit Hunde-Welpen auf dem Schoß und bandagiertem Knie, dann ein Video mit Riesenspritze, der Phoenix-aus-der-Asche-Auftritt am Sonntag am Berg - inklusive dem perfekt inszenierten Zickenkampf gegen Lara Gut. Diese Frau weiß einfach immer, was sie macht. Ganz großes Drama! Ganz große Unterhaltung!

Beste Drehbuch-Adaption: Nagelsmanns Zettel

28 Jahr, blondes Haar: Julian Nagelsmann mischt die Trainerszene auf. Beim Duell seiner TSG Hoffenheim in Dortmund begeisterte der Jung-Siegfried auf der Trainerbank die Schiedsrichter mit seiner Souveränität und seine Spieler mit seinen Zetteln mit taktischen Aufzeichnungen. Im Gegensatz zum Original-Drehbuch Peps Zettel, vorgetragen vom FC Bayern München beim Spiel gegen Ingolstadt im Dezember, ging die Adaption freilich schief. Hoffenheim verlor 1:3. Trotzdem: Ganz großes Kino, Herr Nagelsmann!

Bester fremdsprachiger Film: Ronaldos Rant

Er ist Europas Antwort auf Stephen Curry, Tiger Woods und die Kardashians, der einzige und wahre Cristiano Ronaldo. Wenn er zum Pistolero-Freistoß antritt, liegt der Ball schon im Tor, wenn er seine Übersteiger auspackt, rennen sich die Gegenspieler Knoten in die Beine. Wenn elf Ronaldos in einer Mannschaft spielen würden, wäre diese immer und überall auf Platz 1. Ronaldo, der sich nur von Frauen lieber Cristiano nennen lässt, ist ein globaler Fußball-Held, der Liebling der Fußballfreunde halb Europas, fast ganz Asiens und bestimmt auch Australiens.Nur in Argentinien (auch bekannt als Messiland) und in Amerika, bei den Soccer-Banausen, kommt er nicht so recht an. Darum bleibt dem polyglotten Angreifer (Insulaner-Portugiesisch, Spanisch mit portugiesischen Vokabeln und Latino-Englisch) nur der Indie-Oscar für den besten fremdsprachigen Film.

Bester Nebendarsteller: Roger Schmidt

Manchmal spielt sich das größte Schauspiel Abseits des Platzes ab. So auch am Wochenende. Roger Schmidt, sonst eher auf die Rolle des standhaften und stoischen Killers im Film noir abonniert, gab auf der Tribüne der Coface-Arena in Mainz bei der Niederlage seiner Leverkusener die Sphynx. Toll auch: Die Sequels von Roger guckt sind schon beschlossen.

Beste Nebendarstellerin: Claudia Effenberg

Man kann Claudia Effenberg aus dem Big-Brother-Haus kriegen, aber Big Brother nicht aus ihr. Oder auch. Einmal Mutter der Kompanie, immer Löwenmama - oder eben: Effe-Verteidigerin. Als Ralf Rangnick am Wochenende in seiner Paraderolle als Fußballprofessor im Brauseland ihren Mann Stefan Effenberg (Wann entdecke ich endlich wieder den Tiger in mir?) für dessen Spielstil angriff, fuhr Claudia die Krallen aus. "Der soll sich doch einfach über 3 Punkte freuen und nicht auch noch lästern", schrieb sie bei Twitter. Nicht zum ersten Mal, dass die Königin von Paderborn ihrem Mann zur Seite sprang. Die beste Spieler-, äh, Trainerfrau seit Angela Häßler und Gaby Schuster.

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