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Klaus-Michael Kühne wäre Kommunist geworden, wenn es nach Wolf Biermann gegangen wäre
Klaus-Michael Kühne wäre Kommunist geworden, wenn es nach Wolf Biermann gegangen wäre © Getty Images

München - Wäre eher schlecht für den HSV gewesen: Ein prominenter Schulkamerad wollte Investor Klaus-Michael Kühne zum Kommunisten machen - und brockte ihm Ärger ein.

Wie der Hamburger SV wohl jetzt dastehen würde, wenn das geklappt hätte?

Klaus-Michael Kühne, Logistik-Milliardär und HSV-Investor, sollte von einem prominenten Schulkameraden zum Kommunismus bekehrt werden.

Wolf Biermann, linker Liedermacher, war in Hamburg in derselben Klasse wie der junge Kühne. Im Doppel-Interview im Hamburger Abendblatt verrät Kühne nun, dass er wegen Biermanns politischer Ausrichtung selbst auch mal Ärger bekam.

Biermann brockt Kühne Verweis ein

"Einmal haben wir in einer Biologiestunde zusammengesessen, und da hat er begonnen, mich von den Errungenschaften des Marxismus-Leninismus überzeugen zu wollen", berichtet der 79-Jährige: "Damit hat er mich abgelenkt, und wir bekamen beide einen Verweis."

Ein frustrierendes Erlebnis für Kühne: "Weil ich ein braver Schüler war, war mir das hochnotpeinlich. Das blieb aber sein einziger Versuch, mich zu bekehren."

Er hat nicht funktioniert, wie man an Kühnes Vita erkennen kann.

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Streit um die Schrank-Story

Biermann hatte umgekehrt aber auch mal unter Kühne zu leiden.

"Ich erinnere noch, wie wir Wolf in den Klassenschrank gesperrt haben", erzählt Kühne: "Er fiel schon früh durch seine politische Ausrichtung auf und lag mit dem Rest der Klasse über Kreuz."

Biermann bestreitet die Schrank-Anekdote allerdings: "Niemals im Leben hätte ich mich von irgendjemandem in einen Schrank sperren lassen. Ich war der beste Geräteturner - das hätte keiner geschafft." Er sei freiwillig reingeklettert, um den Unterricht von dort aus mit Geräuschen zu stören.

"Kühne ist ein guter Sohn Hamburgs"

So oder so, inzwischen bezeichnen sich Kühne und Biermann als Freunde. "Als er dann 1953 über Nacht weg war, waren wir alle traurig", berichtet Kühne: "Erst da ging uns auf, wie gut er die Klasse immer unterhalten hat."

Auch Biermann - der später ja auch seine Probleme mit dem real existierendem Kommunismus bekam und aus der Wahlheimat DDR ausgebürgert wurde - schätzt Kühne.

Ohne dass die Rede auf den HSV kommt, findet der 79-Jährige "toll", dass sein Altersgenosse "so viel Geld in die Stadt Hamburg investiert. Klaus-Michael Kühne ist ein guter Sohn meiner Vaterstadt."

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