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SPORT1-Redakteur Christoph Lother (l.) mit Vincent Feigenbutz
SPORT1-Redakteur Christoph Lother (l.) mit Vincent Feigenbutz

München - Das deutsche Talent Vincent Feigenbutz spricht mit SPORT1 über den Weg nach oben und den Traum vom Kampf gegen Arthur Abraham.

Vincent Feigenbutz kann es gar nicht schnell genug gehen.

"Lieber morgen als übermorgen" würde er gegen WBO-Weltmeister Arthur Abraham in den Ring steigen, erklärt der Youngster im Gespräch mit SPORT1.

Ein ambitioniertes Ziel, doch keineswegs ein unrealistisches.

Der 19-Jährige ist amtierender Intercontinental-Champion im Supermittelgewicht und gilt als aktuell größtes Talent des deutschen Boxsports.

16 Siege in 17 Kämpfen

16 seiner insgesamt schon 17 Profikämpfe hat der Karlsruher gewonnen, 15 davon durch Knockout - und das in einer Gewichtsklasse, die ansonsten eher für Technik als für Brachialgewalt bekannt ist.

Mit Ausnahme des Deutsch-Armeniers Tiran Mkrtschjan und des Georgiers Roman Javoev, der ihm im März 2012 seine bis dato einzige Niederlage zugefügt hat, kam gegen Feigenbutz keiner über die fünfte Runde hinaus.

Geht es nach dem Badener selbst, wird das auch bei seiner England-Premiere gegen Oleg Fedotovs am Samstagabend in Liverpool so bleiben.

Er wolle "kurzen Prozess machen", kündigt Feigenbutz an - und sieht in dem Letten nicht mehr als eine Durchgangsstation auf dem Weg nach oben.

Manager lobt mentale Stärke

Dieser verlief bislang erstaunlich hürdenfrei.

Auch - oder vor allem - dank der starken Nerven des Top-Talents, wie dessen Manager Rainer Gottwald erklärt. "Mental ist Vincent wirklich bärenstark", sagt Gottwald: "Wenn der in den Ring geht, hat er einen Puls von 50. Das ist der Wahnsinn."

Feigenbutz selbst fügt sichtlich entspannt und unbeeindruckt hinzu: "Man darf sich von all dem Drumherum eben nicht ablenken lassen. Sonst wird man nachlässig und wenn man nachlässig wird, verliert man."

 Tipps von Ex-Weltmeisterin Halmich

Der Jungspund mit der starken rechten Pranke aber denkt gar nicht daran, nach einem erfolgreichen Auftritt die Zügel schleifen zu lassen und trainiert stattdessen mindestens einmal, in den Wochen direkt vor einem Kampf, sogar zwei- bis dreimal am Tag.

Hin und wieder komme die ebenfalls aus Karlsruhe stammende langjährige Box-Weltmeisterin Regina Halmich in seinem Gym vorbei, berichtet Feigenbutz und ergänzt: "Wir tauschen uns aus. Sie sagt mir, was sie gut und was sie schlecht findet."

Verzicht für den Erfolg

Dass er neben all den Trainingsstrapazen noch die Zeit für eine Ausbildung zum Feinwerkmechaniker findet, ist alles andere als branchenüblich und umso bemerkenswerter.

"Natürlich muss man da auf viel verzichten", sagt Feigenbutz: "Abends mit Freunden weggehen und einen trinken, kann ich nicht so einfach. Schließlich muss ich jeden Tag topfit sein." Doch das scheint ihm nichts auszumachen. Der Jungprofi wird getrieben von seinem Ehrgeiz und dem großen Traum, Weltmeister zu werden.

Duell mit Abraham im nächsten Jahr?

Und nach Aussage von Manager Gottwald steht die Chance, sich diesen Traum zu erfüllen, unmittelbar bevor.

"Der Kampf gegen Abraham wird im nächsten Jahr kommen - ganz sicher", sagt er und berichtet von positiven Gesprächen mit dem Lager des Titelverteidigers.

Genau wie der steht seit September übrigens auch Feigenbutz beim berühmten Sauerland-Boxstall unter Vertrag.

Ein weiterer Beleg für den steilen Aufstieg des Karlsruhers, der auf dem besten Weg ist, sich vom "K.o.-Prinzen" zum "K.o.-König" zu entwickeln.

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