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Shannon Briggs sorgt beim Training von Wladimir Klitschko für Aufsehen
Shannon Briggs hält mit 35 Knockouts in der ersten Runde den Rekord aller Weltmeister im Schwergewicht © Getty Images

München - Wladimir Klitschko wird seit Jahren von Shannon Briggs verfolgt. Klitschkos Manager Bernd Bönte erklärt bei SPORT1, ob ein WM-Kampf ansteht.

Die Masche ist jedes Mal dieselbe, die Folge ebenfalls. Bis jetzt. Shannon Briggs' Stalker-Attacken auf Weltmeister Wladimir Klitschko scheinen nun doch die gewünschte Wirkung zu zeigen. Briggs könnte einen Fight gegen Klitschko näher sein als je zuvor - allerdings immer noch mit Einschränkung.

"Ich will gar nicht bestreiten, dass er ein möglicher Gegner sein könnte", sagte Klitschkos Manager Bernd Bönte bei SPORT1. Aber: "Momentan steht das überhaupt nicht zur Diskussion." Der US-Amerikaner forderte bei seinen medienwirksamen Pöbelauftritten stets einen Kampf gegen den langjährigen Champion.

Die Behauptung der "Bild"-Zeitung, wonach bereits eine Reservierung der O2 World in Hamburg für den möglichen Kampf gegen Briggs vorgenommen worden sei, bezeichnete Bönte jedoch als "völlig falsch".

"Wladimir ist von Briggs genervt"

Und dennoch: Alleine schon, dass Klitschkos Management Briggs nun einmal als möglichen Gegner bezeichnet, dürfte der US-Boxer als Erfolg werten. Als Erfolg seiner Pöbel- und Stalking-Angriffe, die sich praktisch über das ganze Jahr 2014 hinzogen.

Mit ausfällig werdenden Gegnern kennt sich Klitschko aus. "Briggs ist ja nicht der Erste, der es mit Provokationen versucht. Da hatten wir schon David Haye, Dereck Chisora, Marco Huck oder Manuel Charr", sagte Bönte. Aber: "Inzwischen ist Wladimir von Briggs echt genervt."

Besonders Briggs' Angriff von einem Motorboot aus auf Klitschko fand Bönte alles andere als witzig. "Die Aktion beim Paddleboarding war noch weit gefährlicher, als es im Video aussah."

Briggs bringt Klitschko ins Wanken

Im Oktober 2014 verfolgte der 43 Jahre alte US-Amerikaner den paddelnden Weltmeister per Motorboot und fuhr so nah an Klitschkos Board ran, dass dieser ob der entstehenden Welle ins Wasser stürzte.

Ob der zunehmend gefährlichen Angriffe von Briggs räumt Bönte auch gleich noch mit dem Vorwurf auf, das Klitschko-Lager sei an den Inszenierungen beteiligt. "Wir haben damit nichts zu tun und haben das auch gar nicht nötig."

Es bleibt also weiterhin abzuwarten, ob Briggs sein Ziel jemals erreicht und mit Klitschko in den Ring steigen darf. Bönte jedenfalls sieht für seinen Schützling bessere Optionen. "Briggs wäre als Gegner längst nicht so interessant wie Tyson Fury oder Deontay Wilder - sowohl sportlich als auch finanziell."

SPORT1 fasst noch einmal die Stalking-Attacken von Briggs gegen Klitschko im Jahr 2014 zusammen.

  • 22.04.2014: Briggs stürmt Pressekonferenz

Vor der Titelverteidigung von Klitschko gegen den Australier Alex Leapai schlug Briggs bei der Pressekonferenz seines Intimfeindes in Hamburg auf. Er forderte - mal wieder - einen Kampf mit Klitschko. "Seht her: Ich bin den ganzen, weiten Weg aus Amerika hierher gekommen", rief der bis zu Deontay Wilders Sieg über Bermane Stiverne letzte Schwergewichts-Weltmeister aus den USA. Briggs beschimpfte Klitschko-Herausforderer Leapai und forderte, dass er selbst einen Kampf um den WM-Titel haben müsse. "Ich bin der wahre Weltmeister, der Champion des Volkes. Warum kämpft er und nicht ich gegen Klitschko?", brüllte Briggs. Dabei riss er sich das T-Shirt vom Leib.

  • 31.07.2014: Briggs platzt in Klitschkos Training

Briggs lässt Klitschko einfach nicht in Ruhe. Dieses Mal taucht der Rüpelboxer - natürlich unerwünscht - beim Training von Klitschko in Florida auf. Auf die erneuten Provokationen von Briggs reagiert der Weltmeister gelassen. "Siehst du nicht, dass ich trainiere?", fragte Klitschko seinen Stalker. Briggs lässt sich jedoch nicht so leicht beruhigen und pöbelt weiter. "Ich bin der Champ. Ich hau dich weg", brüllte er und stieg zum Weltmeister in den Ring. Doch auch davon ließ sich Klitschko mal wieder nicht aus der Fassung bringen. Ehe Schlimmeres passiert, geht der ehemalige WBO-Boxer Michael Moor dazwischen und beendet einen der vielen provokanten Auftritte von Briggs.

  • 03.08.2014: Zoff im Restaurant

Eine unliebsame Überraschung erlebte Wladimir Klitschko, als er während seines US-Trainingslagers bei seinem Lieblings-Italiener "Mama Mia" war. Briggs stürmte plötzlich in das Restaurant und begann Klitschkos Pizza zu essen. Die Folge: Der Weltmeister schüttete Briggs Wasser ins Gesicht, bei der anschließenden Rangelei gingen mehrere Gläser zu Bruch.

  • 09.10.2014: Briggs versenkt Klitschko

Klitschko will nur auf einem Board stehend etwas durch die Gegend paddeln, als plötzlich - welch Überraschung - Shannon Briggs auftaucht. Anfangs brüllt der US-Amerikaner von einem Motorboot aus nur seine üblichen Provokationen in Richtung Klitschkos. Doch durch seine Fahrweise sorgt er dafür, dass der Weltmeister das Gleichgewicht verliert und von seinem Board ins Wasser fällt. "Überall wo du hingehst, gehe ich auch hin", brüllte Briggs in Richtung seines Dauer-Kontrahenten. An die Öffentlichkeit gelangte diese Attacke mal wieder auf Initiative von Briggs. Er veröffentlichte das Video seiner Aktion in sozialen Netzwerken.

  • 13.11.2014: "Gebt mir zu essen"

Vier Tage vor Wladimir Klitschkos WM-Kampf gegen Kubrat Pulew sorgte Briggs erneut für einen Skandal. Er tauchte in Hamburg bei einem Showtraining des Weltmeisters auf, hämmerte an die Scheibe des Autohauses, in dem der Termin stattfand und schrie: "Champ, komm raus! Gebt mir was zu essen!"

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