vergrößernverkleinern
Wladimir Klitschko v Bryant Jennings
Wladimir Klitschko beim Kampf gegen Bryant Jennings in den USA © Getty Images

Seinen WM-Kampf gegen Bryant Jennings am vergangenen Wochenende hat Wladimir Klitschko zwar souverän gewonnen, die Herzen der amerikanischen Boxfans aber - wieder einmal - nicht.

Auch nach dem insgesamt vierten Sieg des Ukrainers im legendären New Yorker Madison Square Garden blieben die ganz großen Ovationen aus. Stattdessen wurde der tapfere, letztlich aber doch klar unterlegene Jennings von manchen Teilen des Publikums sogar als heimlicher Gewinner gefeiert.

Für den langjährigen Ringsprecher und Boxexperten Michael Buffer, der auch an diesem Abend im Einsatz war und in der Nacht zum Sonntag den Jahrhundertkampf zwischen Floyd Mayweather und Manny Pacquiao ankündigen wird, keine große Überraschung.

"Die amerikanischen Zuschauer stehen auf Boxer vom Format eines Mike Tyson, auf Boxer, die aus der Kabine stürmen und nur ein einziges Ziel haben, nämlich den Gegner k.o. zu schlagen", sagt Buffer im Gespräch mit SPORT1 und fügt hinzu:

"Wladimir ist ein ruhiger und sehr intelligenter Athlet. Er ist immer voll fokussiert, hat sich jederzeit im Griff. Jetzt ist er auch noch der liebe Familienvater. Dazu befindet er sich mit seinen 39 Jahren in einem Alter, in dem die meisten anderen Schwergewichts-Weltmeister längst aufgehört haben. All das scheint sich mit dem typischen Bild, das die amerikanischen Fans so von ihren Boxchampions haben, nicht richtig zu vertragen."

Allerdings sei es "beileibe nicht so, dass Wladimir in den USA überhaupt keine Fans hätte. Die gibt es durchaus, sonst wäre der Madison Square Garden bei seinem letzten Kampf ja auch nicht ausverkauft gewesen", so Buffer weiter: "Fakt ist aber auch: Die amerikanischen Boxfans wünschen sich einen Champion, der über die Power kommt und alles um sich herum verwüstet."

Video
teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel