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New York City - Das versprochene Spektakel bleibt bei Wladimir Klitschkos Rückkehr nach New York aus. Der Weltmeister siegt, aber der tapfere Bryant Jennings zwingt ihn über zwölf Runden.

Wladimir Klitschko bleibt im Schwergewicht das Maß aller Dinge.

Der 39 Jahre alte Ukrainer gewann im New Yorker Madison Square Garden trotz einiger Mühe seinen WM-Kampf gegen den US-Amerikaner Bryant Jennings einstimmig nach Punkten (116:111, 116:111, 118:109) und verteidigte seine Titel der IBF, WBA und WBO.

"Bryant Jennings hat mir viele Probleme bereitet. Er ist ein harter Hund. Er hat schnelle Hände und ist ein guter Athlet. Außerdem hat er die ganze Zeit geredet", sagte Klitschko nach seinem 64. Sieg im 67. Profikampf. 

Durchaus Mühe für Klitschko

Der Herausforderer aus Philadelphia wurde "Dr. Steelhammer" ab Mitte des Kampfes gefährlich. Mit seinen Schwingern kam er dem Titelverteidiger einige Male nahe und nutzte dabei seinen Reichweiten-Vorteil von sieben Zentimetern geschickt aus.

Dem gefürchteten Jab von Klitschko wich er durch flinke Beinarbeit aus.

"Ich habe das eingesteckt, was er an Schlägen zu geben hatte. Ich bin aber nicht hart getroffen worden", sagte Jennings, der sich über die Punktniederlage ärgerte: "Ich bin nicht ganz einverstanden mit dem Ergebnis."

Klitschko nähert sich Rekord

Vor 18.000 Zuschauern im ausverkauften Garden konnte Klitschko gegen Jennings unterm Strich mehr Treffer setzen. Insgesamt traf er 545mal, Jennings kam auf 376 Treffer.

Mit der 18. Titelverteidigung näherte sich der Olympiasieger von 1996 in den Geschichtsbüchern den Rekordhaltern Joe Louis (25 Titelverteidigungen) und Larry Holmes (20).

Der jüngere Bruder von Ex-Champion Witali Klitschko ist jetzt seit elf Jahren unbesiegt und seit neun Jahren ununterbrochen Schwergewichts-Weltmeister.

Erst Fury, dann Wilder

Klitschko kann nun in Ruhe die Planungen für die anstehende "heiße Phase" seiner Karriere angehen. Schon im September soll der 1,98-m-Hüne gegen Tyson Fury boxen.

Der Briten-Riese ist in 24 Kämpfen (18 Knockouts) noch unbesiegt. Er überragt Klitschko mit seinen 2,06 m um eine halbe Kopflänge und hat im Gegensatz zu Jennings einen großen Namen im Schwergewicht.

Ein weiteres Highlight soll 2016 folgen: Dann will Klitschko zum Vereinigungskampf gegen den neuen US-Star Deontay Wilder in den Ring steigen. Der "Bronze Bomber" hält den WBC-Gürtel. Diesen hatte Bruder Witali niedergelegt, um sich ganz seiner politischen Karriere in Kiew zu widmen. Jetzt soll ihn Wladimir in die Familie zurückholen.

Sptäberufener hält sich wacker

Jennings wurden vor dem Duell kaum Chancen eingeräumt. Bei den Buchmachern war er klarer Außenseiter.

Dafür gab der 30-Jährige eine gute Figur ab, musste aber am Ende seine erste Niederlage in 20 Profikämpfen einstecken. Erst vor sechs Jahren war der US-Amerikaner zum Boxen gekommen und hatte noch bis zum vergangenen Jahr hauptberuflich als Hausmeister in einer Bank gearbeitet.

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