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New York City - Vor seiner Rückkehr nach New York wird Wladimir Klitschko emotional. An seinem ungeschlagenen Gegner Bryant Jennings liegt das aber weniger.

Der sonst so coole Wladimir Klitschko wirkte beim Anblick der ruhmreichen Arena tatsächlich etwas nervös.

Die Rückkehr in den legendären Madison Square Garden von New York City nach längerer Abstinenz ging dem Box-Champion sichtbar nahe.

"Ich bin aufgeregt, nach sieben Jahren wieder hier zu sein", sagte der Schwergewichts-Weltmeister.

Letztmals war der Ukrainer am 23. Februar 2008 beim Punktsieg gegen den Russen Sultan Ibragimow im Mekka des Boxsports aufgetreten, wo Muhammad Ali, Joe Frazier oder Mike Tyson ihre unvergessenen Kämpfe hatten.

Bryant Jennings (r.) und Wladimir Klitschko duellieren sich am 26. April im Ring
Bryant Jennings (r.) und Wladimir Klitschko duellieren sich am 26. April im Ring © Getty Images

New York brennt auf Klitschkos Rückkehr

Am Sonntag steigt der 39-Jährige dort gegen den noch weitgehend unbekannten US-Amerikaner Bryant Jennings in den Ring (04.20 Uhr) und fühlt sich gut gerüstet.

"Es ist die richtige Zeit, der richtige Ort und der richtige Gegner", sagte "Dr. Steelhammer" bei einer Pressekonferenz vor 250 Medienvertretern.

Bei den New Yorkern scheint die Rückkehr des seit elf Jahren ungeschlagenen Weltmeisters auf mehr Interesse zu stoßen als zunächst gedacht.

Der Garden mit einem Fassungsvermögen von 18.000 Zuschauern ist fast ausverkauft, nur noch Restkarten sind erhältlich.

Klitschko spricht von "Tango"

Allerdings zu stolzen Preisen: Die Tickets kosten zwischen 100 und 1000 Dollar. Der Kampf wird in 150 Länder live übertragen.

Ob Klitschko von Beginn an ähnlich aggressiv wie bei seinem letzten K.o.-Sieg im November gegen Kubrat Pulew (Bulgarien) auftritt, ließ der Olympiasieger von 1996 offen.

"Zum Tango gehören zwei. Ich kann nicht genau sagen, wie das sein wird, das ist alles Bauchgefühl, und die Entscheidung treffe ich dann am Kampfabend", sagt Klitschko. 

Und fügt an: "Wenn dann die erste Runde anfängt, weiß ich genau, was zu tun ist und wie ich drauf gehen muss."

Jennings kürzlich noch Hausmeister

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Bryant Jennings (r.) stammt aus Philadelphia © Getty Images

Gegner Jennings zeigt großen Respekt vor dem Titelverteidiger, meint aber auch: "Am 25. April passiert es, darauf kannst Du dich verlassen."

Der bislang in 19 Profikämpfen unbesiegte Herausforderer, der vor einem Jahr noch als Hausmeister arbeitete, kündigt ein vorzeitiges Ende an: "Es geht an diesem Abend definitiv kein Weg an einem Knockout vorbei."

Jennings, ein Junge aus dem Ghetto Nord-Philadelphias, zieht Kraft aus seinem bisherigen Leben.

Briggs als Zaungast

"Man musste in dieser rauen Stadt schon als Jugendlicher mental besonders stark sein und fest an sich glauben, um das Leben unbeschadet zu bestehen", sagt der Familienvater, der erst im Alter von 24 Jahren mit dem Boxen begann.

Ein alter Bekannter schaute auch noch im Garden vorbei.

Ex-Weltmeister Shannon Briggs, der sich zuletzt als Klitschko-Stalker einen Namen machte, forderte wieder mal vom Weltmeister einen Kampf. Nur mit Bermudahose bekleidet und grauem Rauschebart wirkte der 43-Jährige jedoch eher wie ein Box-Rentner und trug nur zur Belustigung der Runde bei.

Klitschko würdigte ihn keines Blickes und genoss stattdessen die Rückkehr in den Box-Tempel.

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