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Klitschko bereitet sich in Florida auf den Kampf gegen Jennings vor © Getty Images

München - Wladimir Klitschko kehrt gegen Bryant Jennings nach New York zurück. Im SPORT-Interview spricht er über diesen Gegner und mögliche nächste. Er will "noch einiges erreichen".

Seit über 18 Jahren ist Wladimir Klitschko nun schon Profiboxer. 66 Kämpfe hat er in dieser Zeit bestritten, 63 gewonnen.

Mehr als elf Jahre ist es her mittlerweile her, dass der Ukrainer letztmals als Verlierer den Ring verließ. Seine Klasse muss der amtierende Weltmeister nach Version der WBA, WBO, IBF und IBO schon längst niemandem mehr beweisen.

Und doch kribbelt es bei Klitschko vor dem Duell mit dem US-Amerikaner Bryant Jennings in der Nacht zum Sonntag ganz besonders.

Vierter Auftritt im Madison Square Garden

Der 39-Jährige boxt zum ersten Mal seit gut sieben Jahren in den USA. Nirgendwo anders werden große Boxkämpfe derart pompös inszeniert und zelebriert. Von der Wertsteigerung der Marke Klitschko auf dem nordamerikanischen Markt mal ganz abgesehen.

Rund 18.000 Zuschauer werden bei der Rückkehr des "Dr. Steelhammer" in den Madison Square Garden, wo er seinen vierten Kampf bestreitet, live dabei sein.

Daran, dass er ihn wie schon bei seinen vorangegangenen Duellen mit den US-Boys David Bostice und Calvin Brock in den Jahren 2000 und 2006 sowie dem Russen Sultan Ibragimov 2008 auch diesmal als Sieger verlassen wird, zweifeln nur die wenigsten.

Jennings erst seit fünf Jahren Profi

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Wladimir Klitschko (l.) kämpft am 25. April gegen Bryant Jennings © Getty Images

Zu stark waren Klitschkos jüngste Auftritte gegen den Australier Alex Leapai und den Bulgaren Kubrat Pulew, die jeweils schon nach fünf Runden die Waffen streckten.

Und zu grün erscheint sein Herausforderer. Der ist in seinen bisherigen 19 Profikämpfen zwar noch unbesiegt. Wirklich namhafte Gegner bekam Jennings in den fünf Jahren, die er mittlerweile auf der großen Bühne unterwegs ist, aber kaum vor die Fäuste.

Dennoch warnt Klitschko im SPORT1-Interview vor Jennings. Zudem spricht über mögliche kommende Gegner und begründet, warum sein Karriereende noch nicht in Sicht ist.

SPORT1: Herr Klitschko, Ihr Herausforderer ist erst seit fünf Jahren Profi und in Deutschland ein noch weitgehend unbeschriebenes Blatt. Wie schätzen Sie ihn ein und was für einen Kampf erwarten Sie?

Wladimir Klitschko: Jennings ist ungeschlagen, schnell, beweglich und sehr selbstbewusst. Ich erwarte von ihm sehr starke Gegenwehr. Er wird alles versuchen, den Kampf vor seinen US-Fans zu gewinnen.

SPORT1: Ihr letzter Kampf in den USA liegt mittlerweile mehr als sieben Jahre zurück. Ist dieses Duell mit Jennings, diese Rückkehr in die Staaten auch deswegen etwas Besonderes?

Boxen: Feature
Max Schmeling beendete seine Karriere 1948 nach 70 Kämpfen, von denen er 56 gewann © Getty Images

Klitschko: Es ist für jeden Sportler etwas Besonderes, im Madison Square Garden zu boxen. Max Schmeling hat Vitali (Klitschkos älterer Bruder, Anm. d. Red.) und mir sehr beeindruckend erzählt, was es ihm bedeutete, in den USA und vor allem in New York zu boxen. Auch Max hat mehrfach im Garden geboxt wie auch Joe Louis, Muhammad Ali, Joe Frazier, Evander Holyfield, Lennox Lewis und viele andere Schwergewichtslegenden.

SPORT1: Kommendes Frühjahr werden Sie 40 Jahre alt. Wie lange wollen Sie noch als Profiboxer unterwegs sein?

Klitschko: Ich beschäftige mich nicht mit meinem Alter, sondern nur mit meiner Leistung im Training und im Kampf. Solange ich gesund bleibe, Leistung bringe und motiviert bin, sehe ich keinen Grund aufzuhören.

SPORT1: Sie haben in Ihren bisherigen knapp 19 Jahren als Profi viele Höhen, aber auch so manche Tiefen erlebt. Gibt es etwas, das Sie unbedingt noch erreichen wollen?

Klitschko: Ich bin sehr dankbar, dass ich diese Erfolge, aber auch Niederlagen, aus denen ich lernen konnte, erlebt habe. Ich blicke aber nicht zurück, sondern nur nach vorne. Ich setze mir immer neue Ziele und daraus schöpfe ich meine Motivation. Es gibt noch einiges, das ich erreichen will.

SPORT1: Ein Ziel ist sicherlich der WBC-Titel, den aktuell der US-Amerikaner Deontay Wilder hält. Viele träumen aber auch von einem Duell mit dem Briten Tyson Fury. Ist das in absehbarer Zeit möglich?

Klitschko: Für mich stehen jetzt nur der Kampf Samstagnacht und Bryant Jennings im Fokus. Aber dass Tyson Fury und Deontay Wilder interessante Optionen für die Zukunft sind, steht außer Frage.

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