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Going - Weltmeister Wladimir Klitschko reagiert während seiner Vorbereitung mit Unverständnis auf die letzten Äußerungen seines Herausforderes Tyson Fury und verrät seine Taktik.

Box-Weltmeister Wladimir Klitschko hat auf die bizarren Aussagen seines kommenden Herausforderers Tyson Fury über das angeblich nahende Ende der Welt mit großem Unverständnis reagiert - und zugleich angekündigt, den Briten beim WM-Kampf am 28. November in Düsseldorf im Ring "therapieren" zu wollen.

"Diese Aussagen waren unter der Gürtellinie und haben einen negativen Effekt für unseren Sport", sagte Klitschko bei einer Pressekonferenz im Rahmen seines Trainingslagers im österreichischen Going.

Der Ukrainer bezog sich damit auf ein kürzlich veröffentlichtes Interview in der Daily Mail, in dem Fury Homosexualität und Abtreibung als Vorboten für den Weltuntergang ausgemacht hatte.

"Ich weiß, dass Tyson oft quatscht ohne nachzudenken. Aber ich hoffe, dass er sich so etwas in Zukunft spart", sagte Klitschko und fügte hinzu: "Er ist ein Patient, der eine Therapie braucht. Und der Ring ist ein guter Ort für eine solche Therapie."

Verletzung bereitet keine Probleme mehr

Abgesehen von seinem Groll über die wieder einmal mehr als fragwürdigen Thesen seines Kontrahenten wirkte Klitschko zweieinhalb Wochen vor dem Duell mit dem in bislang 24 Profikämpfen noch ungeschlagenen Fury äußerst entspannt.

Der Sehnenriss in seiner linken Wade, der dazu geführt hatte, dass der ursprünglich für den 24. Oktober angesetzte Fight um gut einen Monat verschoben werden musste, stelle für ihn keinerlei Problem oder Belastung mehr da, so der amtierende Schwergewichts-Champion nach Version der WBA, WBO, IBF und IBO.

Im Kaisergebirge, wo er mittlerweile seit über zehn Jahren regelmäßig seine Trainingscamps absolviert, fühle er sich "sehr komfortabel", betonte Klitschko - und versprühte rundum große Zuversicht.

Keine Angst vor Riese Fury

Die bis dato letzte seiner insgesamt drei Profi-Niederlagen kassierte der Ausnahmeathlet im April 2004 gegen den US-Amerikaner Lamon Brewster, gegen Fury will er nun den 65. Sieg seiner Karriere einfahren.

"Viele werden kommen, um mich endlich verlieren zu sehen", sagte Klitschko mit Blick auf die zu erwartenden Fanmassen, die Fury aus dessen Heimatstadt Manchester in die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt begleiten dürften.

Doch weder davon, noch von der körperlichen Überlegenheit des aktuellen WBO-Interkontinental-Champions, der mit seinen 2,06 Metern immerhin acht Zentimeter größer ist als der Ukrainer und dazu über eine zehn Zentimeter größere Reichweite verfügt, lässt sich Klitschko beeindrucken.

Reichweite womöglich ein Nachteil?

"Natürlich stellen seine Körpermaße in der Vorbereitung eine Herausforderung dar", sagte der 39-Jährige zwar, betonte aber auch: "Tyson selbst hat auch fast noch nie gegen einen Boxer gekämpft, der so groß war wie ich."

Er selbst spiele seine immense Körpergröße und Spannweite in der Regel zwar auch gerne aus, so Klitschko.

"Allerdings", erklärte er, "sind zu lange Arme manchmal auch ein Nachteil. Es braucht länger, richtig Schwung zu holen und einen Schlag zu platzieren und natürlich auch, den Arm anschließend wieder zurückzuziehen."

Mit Kontertaktik gegen den Schlaghagel

Durchaus denkbar also, dass "Dr. Steelhammer" gegen Fury vor allem auf Konter setzen wird.

"Ein reiner, klassischer Puncher ist er nicht", sagte Klitschko auf SPORT1-Nachfrage und fügte hinzu: "Nicht die Härte, sondern eher die Anzahl seiner Schläge macht ihn gefährlich. Er schlägt unheimlich viel."

Diese Frequenz gilt es beim Aufeinandertreffen in zweieinhalb Wochen niedrig zu halten. Andernfalls könnte die von Klitschko angekündigte Therapie für den 27-Jährigen fehlschlagen.

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