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Floyd Mayweather (l.) sieht sich mit anderem Maß gemessen als Conor McGregor und Ronda Rousey
Floyd Mayweather (l.) sieht sich mit anderem Maß gemessen als Conor McGregor und Ronda Rousey © SPORT1-Grafik: Philipp Heinemann/Getty Images

München - Floyd Mayweather sieht in Sport und Gesellschaft rassistische Tendenzen, den Hype um Ronda Rousey als Beleg dafür. Er selbst ist aber nicht unbescholten.

Floyd Mayweather und die Moral, das ist erstmal ein schwieriges Thema.

Der unbesiegte Vielfach-Weltmeister gilt zwar vielen als bester Boxer seiner Zeit, wenigen allerdings als Vorbild in Sachen Humanität.

Mehrfach wurde Mayweather wegen Körperverletzung und häuslicher Gewalt gegen Frauen verurteilt, ein Wort des Bedauerns hat er  bis heute nicht verloren.

Nichtsdestotrotz hat der zurückgetretene Superstar nun eine Moraldebatte losgetreten: Es geht um Rassismus, den Mayweather in seinem Sport und der Gesellschaft am Werk sieht. Und um die Popularität der UFC-Kämpfer Ronda Rousey und Conor McGregor, die Mayweather als Beispiel dafür sieht.

Mayweather selbst nicht unbescholten

"Ich bin selbst kein Rassist, aber ich sage Euch: Der Rassismus existiert noch", hält Mayweather in einem Interview mit dem Portal FightHype gleich mehrfach fest.

Man muss dazu wissen, dass der 38-Jährige bei dem Thema selbst unter Rechtfertigungsdruck ist. Seinen philippinischen Rivalen Manny Pacquiao beleidigte er einst als "kleinen gelben Trottel", den er zwingen werde "mir Sushi zu rollen und Reis zu kochen".

Er entschuldigte sich später dafür ("Ich habe nur Spaß gemacht"), in seinem jetzigen Interview geht es ihm um eine andere Facette des Rassismus: Darum, dass aus Mayweathers Sicht schwarze und weiße Sportler mit zweierlei Maß gemessen würden.

Mit zweierlei Maß

Der Ire McGregor etwa, amtierender Federgewichts-Champion der UFC und Mayweather als Typ nicht unähnlich, werde völlig anders gesehen als er: "Sie sagen, er macht viel Trashtalk und die Leute preisen ihn dafür. Als ich das gemacht habe, haben sie gesagt, ich sei eingebildet und arrogant." Mayweather findet das "verrückt" und "verzerrt".

Auch der großflächige Hype um Rousey - mit der er sich schon einige PR-wirksame Wortgefechte geliefert hat - irritiert Mayweather. Um eine Schwarze würde es diesen Hype seiner Meinung nach nicht geben.

Als Beleg führt er die Karriere von Muhammed Alis Tochter Laila Ali an: "Sie ist eine wunderschöne Frau und sie hat Ärsche getreten. Man hat aber nie gehört, dass die Medien nach zehn, elf, zwölf Kämpfen von ihr gesagt hätten, sie wäre die härteste Frau des Planeten."

Rassismus auch im Boxen

Auch in seiner eigenen Sportart findet Mayweather Belege für seine These.

Aus dem Stand fällt ihm eine Liste von gleich 25 schwarzen Boxern ein, die nicht die öffentliche Anerkennung bekommen würden, die sie verdienten, allen voran der frühere Supermittelgewichts-Weltmeister Andre Ward.

Andre Ward v Paul Smith
Andre Ward ist im Jahr 2015 ins Cruisergewicht gewechselt © Getty Images

Dass das renommierte Ring Magazine Ward in seiner gewichtsklassenübergreifenden Liste der besten Pound-for-Pound-Boxer nur auf Rang vier führt, ist Mayweather völlig unverständlich.

Der kürzlich nach längerer Pause in den Ring zurückgekehrte Ward gehöre mindestens auf Rang zwei hinter Roman Gonzalez, wenn man sich die Konkurrenz ansehe: "Die haben da einen Typen auf Platz 9, ich kenne seinen vollen Namen nicht (Shinsuke Yamanaka, Anm. d. Red.), ich will also nicht respektlos sein, aber: Sie haben einen japanischen Typen auf Platz 9. Andre Ward ist Nummer 4 und dieser Typ, von dem wir nicht wissen, wer er ist, ist Nummer 9. Ich glaube wirklich, dass es Rassismus im Boxen immer noch gibt."

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