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Vincent Feigenbutz verlor seinen WM-Kampf gegen Giovanni De Carolis
Vincent Feigenbutz verlor seinen WM-Kampf gegen Giovanni De Carolis © Getty Images

Baden Baden und München - Vincent Feigenbutz verpasst im WM-Kampf Giovanni De Carolis seine historische Chance. Sein Lager erwägt zunächst Einspruch - schwenkt dann allerdings um.

Vincent Feigenbutz hat die Krönung zum jüngsten Profi-Champ der deutschen Box-Geschichte endgültig verpasst.

Der 20-Jährige aus Karlsruhe verlor den WM-Kampf der WBA gegen Giovanni De Carolis am Samstagabend in Offenburg durch technischen K.o. in der elften Runde - wegen der Umstände des Knockouts erwog sein Lager zunächst Protest, blies diesen am Tag darauf jedoch ab.

Vor dem Abbruch des Fights durch den Ringrichter war der junge Deutsche von dem Italiener am Hinterkopf getroffen worden. Feigenbutz stand mit dem Rücken zu seinem Gegner, weil er kurz zuvor den entscheidenden Treffer von De Carolis kassiert hatte und wankte.

"Der WBA-Supervisor hat uns zum Protest geraten", erläuterte Jan Kucht, Sprecher von Feigenbutz' Sauerland-Stall noch am Sonntagmorgen bei SPORT1: "Wir werden das intern prüfen." Wenig später jedoch bestätigte das Team den finalen Entschluss von Promoter Kalle Sauerland: definitiv kein Protest.

Sauerland: "Das war ein Wirkungstreffer"

Ein unmittelbar nach dem Fight sichtlich aufgebrachter Sauerland hatte die Aktion am Abend zuvor "dreckig" genannt und gesagt: "Eigentlich hätte man den Italiener disqualifizieren müssen. Das war ein Wirkungstreffer." Stattdessen machte der Ringrichter aus Panama De Carolis zum Sieger.

Vincent Feigenbutz v Giovanni De Carolis - WBA Super-Middleweight World Championship
Ringrichter Gustavo Padilla steht für das Feigenbutz-Team in der Kritik © Getty Images

Fraglich war ohnehin, ob ein Protest Feigenbutz nicht eher geschadet als genutzt hätte: Die vertragliche Option auf einen dritten Kampf gegen De Carolis hat er ohnehin, seine Niederlage war zudem letztlich verdient - wie er auch selbst einsah.

"Meine Leistung hat nicht gereicht. Ich war nicht fit, obwohl ich gesund war. Aber ich komme wieder. Im dritten Kampf wird alles entschieden", sagte Feigenbutz bei Sat 1. De Carolis sagte ihm den Rückkampf zu: "Dafür stehe ich jederzeit zur Verfügung. Ich bin ein Kämpfer. Ruf' mich an, und ich kämpfe." Der Italiener fügte an: "Heute bin ich sehr, sehr glücklich. Das ist die Belohnung für die Arbeit meines ganzen Lebens."

Vor 2,57 Millionen Fernsehzuschauern und 4100 Fans in der ausverkauften Baden Arena agierte Feigenbutz zunächst zu passiv und musste einige Treffer von De Carolis einstecken. Danach wurde der Lokalmatador offensiver, allerdings blieb der Italiener immer gefährlich.

Umstrittene Volte der WBA

Bei einem Sieg Feigenbutz' wäre ein Duell um den Titel des - in der WBA-Hierarchie bedeutsameren - Super-Champions mit dem Sieger des Kampfes zwischen Felix Sturm und Fjodor Tschudinow (Russland) wahrscheinlich gewesen, die am 20. Februar in Oberhausen gegeneinander boxen.

Der Veranstaltung am Samstag war nur wenige Tage zuvor ein kühner Winkelzug des weltweit ältesten Profi-Boxverbandes vorausgegangen.

Die WBA hatte kurzerhand Titelträger Tschudinow zum Super-Champion ernannt und damit den Kampf von Interims-Weltmeister Feigenbutz zum WM-Fight hochgestuft.

Durch Feigenbutz' Pleite bleibt vorerst der Berliner Graciano Rocchigiani der jüngste deutsche Champion: "Rocky" hatte sich die WM-Krone 1988 mit 24 Jahren geholt. Super-Mittelgewichtler Feigenbutz kassierte im 23. Kampf erst seine zweite Niederlage (19 K.o.-Siege).

Bereits beim ersten Vergleich mit dem 31-jährigen De Carolis am 17. Oktober 2015 in Karlsruhe hatte Feigenbutz große Probleme gehabt und nur äußerst umstritten nach Punkten gewonnen, obwohl er sogar zu Boden gegangen war.

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