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Jürgen Brähmer (l.) stellt sich beim WBA-Titelkampf am Samstag auf einen Eduard Gutknecht in Bestform ein
Jürgen Brähmer (l.) stellt sich beim WBA-Titelkampf am Samstag auf einen Eduard Gutknecht in Bestform ein © Getty Images

Neubrandenburg - Statt mit Prinz Albert II. am Ring verteidigt Jürgen Brähmer seinen Titel in Neubrandenburg. Auch der Herausforderer ist zweite Wahl. Olympia lehnt Brähmer selbstlos ab.

Der Glamour-Faktor beim Jubiläum fehlt: Statt wie ursprünglich geplant in Monaco mit Prinz Albert II. am Ring lässt Box-Champ Jürgen Brähmer in seinem 50. Profikampf am Samstag in der Mecklenburger Kreisstadt Neubrandenburg die Fäuste fliegen.

Nicht nur der Ort, auch der Gegner wurde ausgetauscht. Für den formschwachen Südafrikaner Thomas Oosthuizen sprang Eduard Gutknecht ein.

"Ich weiß, dass mir Gutknecht schon einmal einen sehr harten Kampf geliefert hat", sagte Halbschwergewichts-Champion Brähmer vor dem Wiedersehen. Am 2. Februar 2013 holte sich der Schweriner Brähmer von Gutknecht den EM-Gürtel durch einen Punktsieg in Berlin und startete ein furioses Comeback, das in der Rückkehr auf den WM-Thron und fünf erfolgreichen Titelverteidigungen gipfelte.

Doch kein Rechtsausleger 

Dass sich der gebürtige Kasache Gutknecht, seit 2006 deutscher Profi, im ersten Kampf durch den Ringrichter betrogen fühlte, kann Brähmer bis heute nicht nachvollziehen. "Der gute Eddy sollte sich lieber einmal selbst hinterfragen, wieso er in Kampf Nummer eins ständig vom Ringrichter ermahnt worden ist. Bestimmt nicht wegen seiner übertriebenen Fairness", meinte Brähmer süffisant.

Jürgen Brähmer bekommt es doch mit einem Normalausleger zu tun - nach 2013 erneut mit Eduard Gutknecht
Jürgen Brähmer bekommt es doch mit einem Normalausleger zu tun - nach 2013 erneut mit Eduard Gutknecht © Getty Images / Jay Hunting

Dennoch erwartet ihn kein Zuckerschlecken. In der Vorbereitung musste der 37 Jahre alte Titelverteidiger einiges ändern.

"Natürlich ist es schwierig, sich von einem Rechtsausleger auf einen Normalausleger umzustellen", gab Brähmer zu, versprach aber nach einem schweißtreibenden Trainingslager: "Ich werde jedenfalls auf einen Eduard Gutknecht in Bestform eingestellt sein."

Gutknecht spuckt große Töne 

Im Gegensatz zu Brähmer schaffte es Gutknecht noch nicht zum Weltmeister. Die Aussichten waren nicht schlecht, zumal der deutsche Amateurmeister von 2003 und 2005 von Kult-Trainer Uli Wegner betreut wurde.

Doch unnötige Niederlagen warfen ihn immer wieder zurück, nun wagt der Herausforderer noch einmal den Sprung nach ganz vorne. "Mein Respekt vor Brähmers Errungenschaften ist groß, doch am Samstag schlägt meine Stunde", tönte der 33-Jährige.

Brähmer ist nach seiner schillernden Karriere mit Knasterfahrung mittlerweile mit sich im Reinen. Die WM-Siege gaben dem Familienvater viel Bestätigung.

Tiger drückt die Daumen

Eine Teilnahme bei den Olympischen Spielen lehnte er zuletzt ab. Nachdem in Rio im Sommer erstmals Profis bei Olympia zugelassen sind, hatte ihn der Deutsche Boxsport-Verband (DBV) eingeladen. Der Rechtsausleger will den jungen Amateuren aber nicht das Ticket wegnehmen und lehnte ab. "Wieso soll ich diesen Jungs die Chance nehmen, sich ihren Traum zu erfüllen", meinte Brähmer.

Bei seinem Jubiläumskampf kann der Weltmeister am Ring auf prominente Unterstützung bauen. Sein langjähriger Weggefährte Dariusz Michalczewski kündigte seinen Besuch an und drückt fest die Daumen.

"50 Kämpfe sind eine stolze Zahl. Jürgen hat immer hart für den Erfolg gearbeitet und sich jeden Sieg verdient. Ich denke, dass er auch bei seinem Jubiläumskampf als Sieger den Ring verlassen wird", meinte der "Tiger", der ebenfalls viele Jahre Weltmeister im Halbschwergewicht war.

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